"Meine Arbeit besteht hauptsächlich darin, den Menschen mit Migrationshintergrund zu helfen, bei uns klar zu kommen." Mit diesen einfachen Wochen erklärte Integrationsbeauftragte Elke Reinhart bei der Jahresabschlusssitzung im Stadtrat ihre Tätigkeit. Sie hilft bei der Wohnungssuche, steht Familien zur Seite , berät und unterstütz wenn es um Jobsuche, Bewerbung oder die Schule geht. Ob Alltagshürden oder Lebenskrisen, sie schaut dabei nicht auf die Uhr und legt auch keinen Wert darauf die Dinge vom vertrauten Bürostuhl aus zu regeln.
Inzwischen ist sie Ansprechpartner für ehrenamtliche Helfer, Schulen, Hort, Polizei, Gemeinschaftsunterkünfte, Arbeitgeber, Jobcenter oder Landratsamt. "In der Gemeinschaftsunterkunft in Neunburg und in Kemnath leben laut Reinhart aktuelle etwa 130 Geflüchtete, dazu kommen 65 Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Stadt eine Bleibe gefunden haben. Etwa 1000 Menschen mit Migrationshintergrund leben im gesamten Neunburger Raum.
"Manchmal kann man ganz einfach schlichten und helfen", erzählt Reinhart und berichtet von Problemen, wenn plötzlich staatliche Gelder nicht mehr und Einkünfte aus dem neuen Job noch nicht fließen, was Vermieter unter Umständen nervös macht. Anders als die Arbeitsvermittler kennt sie nicht offene Stellen, sondern die Menschen und ihre Qualifikationen. "Nur zwei haben hier bislang keinen Job gefunden, einer davon ist Jurist."
Als Ansprechpartnerin für Hort oder Schule kümmert sich Reinhart auch um die etwa 35 Kinder mit Migrationshintergrund. "Viele spielen inzwischen Fußball", andere machen eine musikalische Ausbildung, das bewahre auch davor "auf dumme Gednken zu kommen". "Ohne die große Menge an Ehrenamtlichen Helfern ist das nicht zu machen", räumt die Integrationsbeauftragte ein, die auf über 40 Helfer bauen kann. Sie verschweigt dabei auch nicht, wie belastend die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften ist. "Das sind soziale Brennpunkte", hat sie festgestellt und deshalb für die dort lebenden Personen eine sinnvolle Beschäftigung gesucht.
Unverzichtbar sind für Elke Reinhart Hausbesuche. "Meine Arbeitszeit ist inzwischen eher abends und am Wochenende, wenn alle Familienmitglieder daheim anzutreffen sind", beschreibt sie ihren Job, bei dem sie Überstunden nicht zählen will: "Diese Arbeit ist mein Leben und mein Beruf, Stunden sind da zweitrangig". Denn nebenbei ist sie auch noch für die Stiftung "Integartion SAD" tätig. . Hin und wieder begleitet sie ihre Schützlinge auch zu Ämtern oder zur Polizei. "Da gibt es inzwischen einen engen Draht", stellt sie fest – "auch wenn 99 Prozent aller Fälle nichts mit der Migration zu tun haben". Von der Neunburger Powerfrau gehen aber auch viele Anstöße aus, die Projektarbeit betreffen: Deutsch für Mütter, Lernförderung für Kinder im Hort oder Natur-Erlebnis-Projekte. Seit 2017 flossen für solche Aufgaben etwa 40.000 Euro nach Neunburg.
"Was hier im Detail an Arbeit dahintersteckt, lässt sich nur erahnen", zeigte Bürgermeister Martin Birner seinen Respekt und pries das gute Netzwerk, das die Integrationsbeauftragte geknüpft hat.Die Stadträte Klaus Zeiser und Marianne Deml führten Reinharts Beitrag zum "Tutzinger Diskurs" ins Feld und bekundeten ihre Wertschätzung, dass hier auch eine Praktikerin zwischen Professoren und erfahrenen Experten zu Wort kommt. "Eine wichtige Arbeit", lautete dann auch die Bilanz von SPD-Stadträtin Margot Weber. Ihr Parteikollege Erich Schmid machte es ganz kurz. Sein Kommentar: "saugute Arbeit".
Diese Arbeit ist mein Leben und mein Beruf, Stunden sind da zweitrangig.














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