13.08.2018 - 11:02 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Kran für die Tiefen der Talsperre

Ein Kran soll künftig Wartungsarbeiten am Staudamm des Eixendorfer Sees erleichtern. Rund 200 000 Euro investiert das Wasserwirtschaftsamt an der Talsperre für Gebäude und Technik. Im Notfall soll die Anlage schnelle Hilfe bringen.

Seit Ende Mai laufen an der Staumauer des Eixendorfer Sees die Bauarbeiten für das Gebäude, das später die Krananlage beherbergen soll. Die Technik soll künftige Wartungsarbeiten am Staudamm erleichtern.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

(mp) Die Konturen des halbrunden Gebäudes, das wie ein Turm aus der Hauptsperre des Stausees ragt, sind bereits zu erkennen. Noch ist der Bau rundherum eingerüstet. "Wir lassen hier eine Krananlage über dem Grundablassschacht errichten", informiert Manuel Schlegel, beim Wasserwirtschaftsamt Weiden zuständiger Abteilungsleiter für den Landkreis Schwandorf, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

Mit dem Anbau werden zwei Ziele verfolgt: So sollen Arbeiten für die Wartung und Instandhaltung künftig leichter von der Hand gehen: Der Kran könne beispielsweise benötigtes Werkzeug oder Ersatzteile einfacher durch den über 20 Meter hohen Verschlussschacht befördern. Bislang haben die Mitarbeiter notwendiges Gerät und benötigtes Werkzeug mitgenommen oder abgeseilt, wenn sie über vier Steigleitern in die Tiefe des Staudamms hinab mussten.

Zusätzlich trage der Neubau aktuellen Anforderungen an die Arbeitssicherheit Rechnung: Im Notfall könnten im Schacht verunglückte Personen mit dem Kran gerettet werden. Mit dem Bau der Anlage seien innerhalb des Wasserwirtschaftsamtes bereits die Vorgaben im Arbeitsschutz konkretisiert worden, "das kommt der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gute", so Schlegel.

Eine Erleichterung erhofft sich die Behörde auch für die - nach fast 40-jähriger Betriebsdauer der Talsperre - "mittelfristig anstehenden Sanierungsarbeiten" an den sogenannten Schützentafeln. Diese wiegen mehrere Tonnen, und um sie zu bewegen, hatte bisher extra ein Autokran gemietet werden müssen. "So sparen wir in Zukunft Organisationsaufwand und Kosten", sagt Schlegel.

Die Investitionssumme für das Projekt beziffert der Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes auf circa 160 000 bis 200 000 Euro. Baubeginn sei heuer Ende Mai gewesen, es sei geplant, das Vorhaben bis Ende 2018 abzuschließen.

Die Firmen, die mit dem Bau der Krananlage betraut sind, kommen überwiegend aus der Region. Die Hochbauarbeiten führt die Oberviechtacher Baufirma Michael Baumer aus, die Kranschiene wird nach Fertigstellung des Gebäudes vom Stahlbau-Unternehmen Seegerer aus Pertolzhofen geliefert. Die Montage der Krananlage übernimmt die Konecranes GmbH aus Ansbach. Mit der Planung und Bauleitung des Gebäudes ist das Architekturbüro Steidl (Neunburg) beauftragt, die Krananlage hat das Ingenieurbüro Pema GbR aus Regensburg konzipiert.

Projektdetails:

In dem Gebäude, das derzeit an der Talsperre entsteht, ist die Krananlage untergebracht. Der Kran sei vergleichbar mit Anlagen, die beispielsweise in Werkhallen von Industriebetrieben zum Transport schwerer Lasten eingesetzt werden, so WWA-Sprecher Manuel Schlegel. Ziel sei es, "den guten baulichen Zustand der Stauanlage auch in der Zukunft erhalten zu können". Der Behördenvertreter legt Wert auf die Feststellung, dass das Projekt nicht im Zusammenhang mit den im Ökon-Gutachten zur Seerestaurierung vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reduzierung der sommerlichen Blaualgenblüte steht. (mp)

So sparen wir in Zukunft Organisationsaufwand und Kosten.

Manuel Schlegel, Abteilungsleiter beim Wasserwirtschaftsamt Weiden

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