08.02.2021 - 15:47 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Neunburg geht verstärkt gegen Raser vor

Der Neunburger Stadtrat nimmt Tempo-Sünder ins Visier. Überhöhte Messergebnisse und Bürgerbeschwerden münden nun in den Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit. Wo es "blitzt", wird im ersten Jahr noch angekündigt.

Ein Sensor für ein Blitzgerät steht am Rand einer Straße. Die Stadt Neunburg beauftragt den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit zur Geschwindigkeitsüberwachung
von Helga ProbstProfil

Mit den Rasern und Tempo-Sündern befasste sich der Neunburger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Den oft hat der digitale "Smiley" auf der Geschwindigkeitsanzeigetafel in der Neukirchener Straße keinen Grund zum Lachen. Viel häufiger macht er ein trauriges Gesicht: Denn 64 Prozent der Autofahrer in diesem Bereich überschritten dort die innerorts vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer. Diese Messungen bleiben ohne Konsequenzen und haben daher wohl auch keinen hohen erzieherischen Wert. Auch Tempo-30-Zonen würden motorisierte Bürger häufig ignorieren. Das kann gerade vor Schulen und Kindergärten gefährlich werden.

Stadtrat Harald Klatzka (CSU) ist Polizist und kennt die zahlreichen Verstöße, denn er hat die Betreuung der Messstationen und ihre Auswertung ehrenamtlich übernommen. „Die Sicherheit, Lebensqualität und Gesundheit der Menschen geht vor“, berichtete er im Stadtrat über seine Ergebnisse. „Die Beschwerden besorgter Bürger müssen ernst genommen werden“, empfahl Klatzka den Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz.

Die Gemeinde Schmidgaden ist seit 2019 Mitglied im Zweckverband

Schmidgaden

Diese Argumente sah Bürgermeister Martin Birner als triftige Entscheidungsgrundlage für eine Übertragung der Verkehrsüberwachung und der Ahndung von Verstößen. „Die Stadt will aber nicht als Abzocker rüberkommen“, war Birners Anliegen. Der Mitgliedschaft in dem Zweckverband stimmten schließlich 15 Ratsmitglieder zu. Die sechs Stadträte der Freien Wähler waren dagegen, erhielten auf ihren Antrag hin aber die Zusage, dass zwei weitere Geschwindigkeitsanzeigetafeln angeschafft werden. Die vorhandenen Geräte werden auf Solarstrom umgerüstet und dauerhaft angebracht.

„Zu schnelles Fahren ist außerorts ein Problem“, wusste Stadtrat Florian Meier (Freien Wähler). Ebenfalls Polizist, wies er darauf hin, dass in Neunburg schon lange kein Unfall mehr wegen überhöhter Geschwindigkeit passiert sei. Wenn die Messtafeln nichts bringen würden, dann könnten auch die Verkehrsschilder abgeschafft werden, war seine Meinung.

„Es ist sinnvoll zu handeln, bevor etwas passiert“, argumentierte Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl für den Beitritt zum Zweckverband mit Sitz in Amberg. Die Stadt kann die Anzahl von Stunden und die Stellen, wo geblitzt werden soll, bestimmen. Im ersten Jahr würden die Kontrollen auf der städtischen Homepage angekündigt. Der ruhende Verkehr werde vorerst nicht überwacht.

Ein trauriger Smiley auf der Anzeigentafel (rechts im Bild). Hinab der Neukirchner Straße wird häufig zu schnell gefahren.

 

 

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