11.02.2021 - 14:42 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Neunburger Marienheim auf dem Weg in Zukunft

Um bei der Altenpflege weiterhin den Vorschriften zu genügen, muss im Neunburger Marienheim in den nächsten Jahren kräftig investiert werden. Im Stadtrat stellt Architekt Markus Donhauser mehrere Ausbau-Varianten vor.

Das Marienheim soll erweitert und saniert werden.
von Helga ProbstProfil

Das Marienheim der Neunburger Spitalstiftung genießt einen guten Ruf. Heimleitung und Personal leisten hervorragende Arbeit und bis jetzt ist die Einrichtung von einem Coronafall verschont geblieben. Immer wieder wurde das Gebäude in den vergangenen Jahren saniert und erweitert. Jetzt haben sich aber die Vorschriften verschärft und einige Zimmer sind nicht mehr zeitgemäß.

Im Dezember 2019 hat der Stadtrat beschlossen, die künftige bauliche Weiterentwicklung der Einrichtung durch einen Architekten erarbeiten zu lassen. In der Sitzung am vergangenen Donnerstag stellte Planer Markus Donhauser mehrere Varianten vor. Laut seinen Ausführungen ist für eine zukunftsträchtige Lösungen mit Kosten von 18 Millionen Euro zu rechnen.

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Neunburg vorm Wald

Zurzeit verfügt das Marienheim über 75 Einzel- und 4 Doppelzimmer und ist für 83 Bewohner ausgelegt. Architekt Donhauser ist auf barrierefreies Wohnen spezialisiert und gilt – so hieß in der Sitzung – als fachlich versierter Heimplaner. Er führte aus, dass einige Zimmer und Bäder nach den neuen Standards zu klein und einer der Flure zu eng seien. Von den sechs Pflegebädern könnten zwei still gelegt werden, und durch eine zentrale Verlegung der Verwaltung müsste das Personal nicht mehr so lange Wege zurücklegen.

Künftig mit Wohngruppen

„Die Einrichtung hat durch ihre großzügigen Freiflächen eine hohe Qualität“, lobte der Architekt. Jetzt werden keine Einzelzimmer mehr gebaut, sondern es entstehen Wohngruppen, erklärte Donhauser. Hier habe jeder Bewohner sein eigenes Zimmer mit Bad. Bewohner seien aber mit einem eigenen Gruppenraum in sich abgeschlossen. Das bringe große Vorteile, wenn beispielsweise jemand in Quarantäne müsse. Dann beschränke sich diese auf die 14 zusammenwohnenden Personen und nicht auf das ganze Haus.

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Neunburg vorm Wald

Der Stadtrat nahm die Erweiterungsvariationen zur Kenntnis, die jetzt in den Fraktionen beraten werden. Gut gefallen hat dem Gremium der Vorschlag, auf der rechten Seite einen Verlängerungsbau und von dort einen Verbindungstrakt zur Demenz-Station "Oase" zu errichten. In der Bauphase könne der Betrieb weiterlaufen. Dieses Vorhaben wurde mit zirka 18 Millionen Euro Investitionssumme veranschlagt.

Mit dem Umbau würde das Heim über 117 Heimplätze verfügen. Eine Pflegebedarfsanalyse für Neunburg hat ergeben, dass der Bedarf an stationären Pflegeplätzen von derzeit 87 auf 121 im Jahr 2034 ansteigen wird. Bisher benötigte die Spitalstiftung bei Maßnahmen keine finanzielle Beteiligung der Stadt, lediglich Bürgschaften wurden fällig. Den geplanten Erweiterungsbau wird die Stiftung allerdings nicht alleine stemmen können. Der Stadtrat wird festlegen, in welchem Umfang sich die Stadt an den geschätzten 18 Millionen Euro (ohne Ausstattung) beteiligen wird. Es ist unwahrscheinlich, hieß es, dass Fördermittel angefordert werden können.

Förderkredit zu Negativzinsen

Für den laufenden Erweiterungsbau am Neunburger Rathaus ergab sich dagegen die günstige Gelegenheit, einen Förderkredit bei der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (Bayern Labo) aufzunehmen. Der Zinssatz für 1,8 Millionen Euro beträgt -0,3 Prozent.

Zurückgestellt wurde die Gewährung eines Zuschusses für den Abriss und Neubau des Holzaussichtsturms auf dem Hirschberg durch den Naturparkverein Oberpfälzer Wald. Vorgeschlagen waren maximal 70 000 Euro, was 20 Prozent der Gesamtkosten ausmache. Stadtrat Walter Drexler (Freie Wähler) empfand das als unverhältnismäßig. „Im Naturparkverein sind viele Gemeinden Mitglied, die sollten auch gefragt werden“, war die Meinung Drexlers. Der Verein wird gebeten, die Planung des „Hirschbergturm“ vorzustellen, damit die Ausgaben nachvollziehbar werden.

Hintergrund:

Stadtrat verteilt Zuschüsse

In ihrer Sitzung haben die Stadtrate mehrere Zuschussanträge von Vereinen und Institutionen genehmigt.

  • Sanierung Stadtpfarrkirche: 127 000 Euro in drei Raten (fünf Prozent der Baukosten)
  • Schützenverein Kröblitz: 3750 Euro für die Sanierung des Schießstandes
  • Schützenverein Kemnath bei Fuhrn: 4800 Euro für den Umbau auf elektronische Auswertung
  • Sportclub Kleinwinklarn: 6627 Euro für einen neuen Mäher und Renovierungarbeiten

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