Am Donnerstag war es soweit: In Neunburg vorm Wald fiel der Startschuss für das Senioren-Wohnprojekt "Am Ufertal".
Wenn die Kinder ausgezogen sind und die Körperkräfte für die Haus- und Gartenarbeit nachlassen, verkaufen immer mehr Ehepaare ihre Immobilie und suchen sich etwas „Kleineres“. Genau diese Senioren sind die Zielgruppe der Genossenschaft „9Bürger“, die „Am Ufertal“ in Neunburg vorm Wald ein Wohnprojekt errichtet.
Ideengeberin Marianne Deml
Die Idee stammt von der früheren Landtagsabgeordneten und Staatssekretärin Marianne Deml. Ihr Sohn, der Münchner Architekt Markus Sowa, schuf gemeinsam mit der Stadt die Voraussetzungen für die genossenschaftliche Plattform und erteilte den Plänen eines Kölner Architekturbüros den Zuschlag.
Am Donnerstag erfolgte auf dem 3900 Quadratmeter großen Grundstück der erste Spatenstich. „Es war ein weiter Weg von den ersten Anträgen bis zur Umsetzung“, blickte Bürgermeister Martin Birner auf eine dreijährige Vorbereitungsphase zurück. Die Stadt habe das Gelände auf Erbpachtbasis zur Verfügung gestellt und zeige damit die Verbundenheit zum Bauherrn. Birner betonte die günstige Lage des Standortes. Stadt, Supermärkte, Schwarzachtalhalle und Marienheim (Altenheim) seien in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.
Selbstbestimmt wohnen
„Drei der 19 Wohnungen sind noch frei“, erklärte Marianne Deml beim Spatenstich. Sie ist mit der Nachfrage zufrieden und überzeugt: „Es entstehen tolle Wohnungen“. Sie sind zwischen 38 und 78 Quadratmeter groß und für Single und Ehepaare geeignet. Große Radien und barrierefreie Zugänge erleichtern Rollstuhlfahrern die Nutzung. „Die Menschen sollen das Gefühl haben, selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen zu können“, gibt Markus Sowa zu verstehen.
„Gemeinsam statt einsam“ hat Marianne Deml als Motto gewählt. Überdachte Nutzflächen und Autostellplätze, ein Garten und ein Gemeinschaftsraum seien bewusst so angelegt, „dass sich die Bewohner über den Weg laufen“.
3,5 Millionen Euro
Ursprünglich sollte die Anlage in Holzbauweise entstehen. „Das wäre aber zu teuer gekommen“, erklärt Markus Sowa. Die Errichtung in konventionellem Mauerwerk dauere zwar länger, sei aber deutlich günstiger. Die neuen Kostenberechnungen liegen nun bei 3,5 Millionen Euro. Im Januar 2023 sollen die ersten Bewohner einziehen. Sie haben bereits einen Vorvertrag unterschrieben und Anteile gezeichnet, die ihnen gegen eine monatliche Nutzungsgebühr ein lebenslanges Wohnrecht zusichern. Wer nicht mehr dort wohnen möchte, kann sich die Anteile wieder auszahlen lassen.
Für den Bauunternehmer Franz Wilhelm ist die Fertigstellung des Projekts innerhalb eines Jahres „ein ambitioniertes Ziel“. Bis Juni 2022 soll der Rohbau stehen. Eine Wärmepumpe, die mit Erdwärme und Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage betrieben wird, werde einen Großteil des Energiebedarfs abdecken, so der Bauunternehmer. Alois Wild, Vorstandsmitglied der „9Bürger eG“, betont die Vorteile einer Wohnungsbaugenossenschaft: „Die Bewohner beteiligen sich mit Geschäftsanteilen am Projekt, schaffen gemeinsam Eigentum und sind Mieter im eigenen Haus“.
Mit der 9Bürger eG: Altersgerechtes Wohnen am Ufertal
- Bewohner, aber auch Außenstehende können Geschäftsanteile zeichnen und in das Projekt investieren.
- Sobald die Genossenschaft einen Überschuss erwirtschaftet, wird für diese Anteile eine Dividende von 2,5 Prozent ausgeschüttet.
- Interessenten nehmen Kontakt auf unter Telefon 09672 / 2370 oder schicken eine E-Mail an kontakt[at]9buerger[dot]de















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