Die Pandemie machte Markus Sowa bei der Projektierung der Neunburger Seniorenwohnanlage enorm zu schaffen. Er musste Versammlungen und Verhandlungen verschieben und zudem an der Kostenschraube drehen. Dennoch will er den Zeitplan einhalten. Baubeginn ist im Frühjahr 2021, die Fertigstellung im Sommer 2022 geplant.
Wenn die Kinder ausgezogen sind und die Körperkräfte für die Haus- und Gartenarbeit nachlassen, verkaufen immer mehr Ehepaare ihre Immobilie und suchen sich etwas „Kleineres“. Genau diese Senioren sind die Zielgruppe der Genossenschaft „9Bürger“, die in der Straße „Am Ufertal“ in Neunburg vorm Wald ein Wohnprojekt errichtet. Die Idee stammt von der früheren Landtagsabgeordneten und Staatssekretärin Marianne Deml. Ihr Sohn, der Münchner Architekt Markus Sowa, schuf gemeinsam mit der Stadt die Voraussetzungen für die genossenschaftliche Plattform und erteilte den Plänen eines Kölner Architekturbüros den Zuschlag.
Selbstbestimmt wohnen
Am Mittwoch ließ Markus Sowa eine Tafel auf dem 3900 Quadratmeter großen Grundstück aufstellen, um für die genossenschaftliche Idee zu werben. „Acht der 19 Wohnungen sind noch frei“, erklärt der Projektleiter. Sie sind zwischen 38 und 78 Quadratmeter groß und für Single und Ehepaare geeignet. Große Radien und barrierefreie Zugänge erleichtern Rollstuhlfahrern die Nutzung. „Die Menschen sollen das Gefühl haben, selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen zu können“, gibt Markus Sowa zu verstehen. Die Lage des Grundstücks, das die Stadt der Genossenschaft in Erbpacht überlässt, sei ideal gelegen. Nur wenige Minuten sind es zur Schwarzachtalhalle, zu den Supermärkten und in die Altstadt. Das benachbarte Marienheim bietet Mittagessen an.
„Gemeinsam statt einsam“ hat Marianne Deml als Motto gewählt. Überdachte Nutzflächen und Autostellplätze, ein Garten und ein Gemeinschaftsraum seien bewusst so angelegt, „dass sich die Bewohner über den Weg laufen“. Ursprünglich sollte die Anlage in Holzbauweise entstehen. „Das wäre aber zu teuer gekommen“, erklärt Markus Sowa. Die Errichtung in konventionellem Mauerwerk dauere zwar länger, sei aber um eine halbe Million Euro günstiger. Die neuen Kostenberechnungen liegen nun bei 4,2 Millionen Euro.
Im Sommer 2022 sollen die ersten Bewohner einziehen. Sie haben bereits einen Vorvertrag unterschrieben und Anteile gezeichnet, die ihnen gegen eine monatliche Nutzungsgebühr ein lebenslanges Wohnrecht zusichern. Wer nicht mehr dort wohnen möchte, kann sich die Anteile wieder auszahlen lassen.
An einem Strang
„Der Stadtrat hat dem Projekt einmütig zugestimmt“, betont Bürgermeister Martin Birner, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft ist. Wer die Anlage mitfinanziert, ohne dort zu wohnen, bekommt eine jährliche Rendite. Interessenten nehmen Kontakt auf unter Telefon 09672 / 2370 oder schicken eine E-Mail an kontakt[at]9buerger[dot]de
"Die Menschen sollen das Gefühl haben, selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen zu können“.
















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