08.04.2021 - 19:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Waldbaden mit Kunstgenuss: Wanderung auf der neunten Etappe des Goldsteigs

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Fliegenpilz und Farne, Schmetterling, drollige Rinder und am Ende sogar eine Nixe: Ein Rendezvous mit diesen Attraktionen ist in Reichweite für den Wanderer, der sich auf die neunte Etappe des Goldsteigs macht.

Der Kunst- und Wasserweg in Bodenwöhr lohnt einen Umweg auf dem Goldsteig.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Die Neunburger Stadthalle als Ausgangspunkt ist nicht schwer zu finden. Von dort ist es nicht mehr weit, bis der Stadtpark übergeht in satte Bumenwiesen, sanfte Hügel und beschauliche Wege. "Na ja, ein paar Wanderer kommen im Sommer schon hier durch", erzählt Landwirt Konrad Käsbauer, dessen Kühe neugierig aus dem offenen Stall lugen. Auf dieser Etappe gibt es mal keine spektakulären Felsen oder schweißtreibende Aufstiege. Aber wer die Augen offen hält wird mit erstaunlichen Details belohnt.

Fuchsenhof, Hartlshof, Neuhartlshof: So heißen die ersten Siedlungen, meist nur wenige Gebäude", die als Markierung dafür dienen, dass die Richtung stimmt. Leise ist es hier, kein entferntes Rauschen einer Autobahn, höchstens ein Traktor der auf dem Feldweg unterwegs ist. Hier würde man auf die Suche nach einem einsam gelegenen Traumhaus gehen. Spätestens die verfallene Hofstelle bei Poggersdorf, in der noch ein zerfledderter Vorhang aus dem der eingeschlagenen Fenster ragt, lässt spekulieren, ob und wie man hier sesshaft werden könnte.

Und schon ist man mittendrin in den Kiefernwäldern, die einen angenehmen Kontrast bieten zur Agrarlandschaft. Wer Glück hat, kann ganz nebenbei ein paar Schwammerl aufsammeln oder sich einfach an der roten Kappe mit den weißen Tupfen eines Fliegenpilzes erfreuen, dem Knacken der Kiefernzapfen unter den Wanderschuhen lauschen und mental ein Waldbad nehmen. Ausgerechnet hier, wo es definitiv ins Ruhrgebiet des Mittelalters geht, scheint die Natur heute die Oberhand zu gewinnen. Von 200 Hammerwerken, die hier der Verarbeitung von Eisenerze dienten, zeugen fast nur noch die Ortsnamen. Verschwunden sind die Wasserräder, geblieben ist eine Landschaft voller Weiher, auf die man im zweiten Teil dieser Etappe trifft – zumindest wenn man ein wenig von der Route abweicht und nach Haselhof eine Abkürzung in Richtung Breitenbrucker Weiher wählt. Das spart Kraft für ein Highlight, das man auf keinen Fall verpassen sollte, denn Wald gibt es bis zur Ankunft in Mappach noch genug.

Video über Etappe 9

Da ist einmal der der Postloher Waldlehrpfad bei Blechhammer, der das Wissen um Bäume, Vögel oder Farne noch etwas vertiefen können, vor allem aber der Kunst- und Wasserweg am Hammersee. Hier macht sich eine überdimensionale Figur im Badeanzug startklar für einen Kopfsprung ins kühle Nasse, und eine adrette Meerjungfrau sonnt sich am Ufer. Beide sind allerdings aus Stein. Wer den kompletten See umrunden will, sollte dafür entsprechend Zeit einplanen, den rund sechs Kilometer ist dieser kleine Umweg, der mit einem Blick auf die bunten Objekte aus Mosaiksteinchen lockt.

Wer nicht schon längst vorher im Postloher Weihergebiet seine müden Füße in einen kleinen oder größeren Teich gesteckt hat, sollte hier die Chance dazu nutzen. Noch besser dran ist, wer an einem sonnigen Tag für Badsachen einen Platz im Rucksack gefunden hat: Ein Vollbad ist unter diesen Umständen voll zu empfehlen. Solchermaßen erfrischt dürfte der letzte Kilometer bis Mappach auch kein Problem mehr sein.

Wanderkarte der neunten Goldsteig-Etappe

Alle bisher veröffentlichten Teile unserer Goldsteig-Serie finden Sie hier

Weiden in der Oberpfalz

Die Internetseite des Goldsteigs mit GPS-Daten fürs Wander-Navi zum Herunterladen

Service:

Rund 20 Kilometer und ein lohnender Umweg

  • Daten: Länge 20,5 km; Dauer rund 5:30 Std.; 287 Höhenmeter; höchster Punkt 521 m.
  • An-/Abreise: Mit dem Auto aus Weiden über die A 93 (Ausfahrt Nabburg oder Schwarzenfeld), aus Amberg über B85 und Schwarzenfeld. Rückfahrt von Mappach nach Neunburg mit dem "Baxi", Linie 8410, nur nach Voranmeldung unter Telefon 09431/8028005.
  • Einkehr (coronabedingte Einschränkungen beachten!): Unterwegs im Gasthof Kollerhof in Poggersdorf, außerdem mehrere Einkehrmöglichkeiten in Bodenwöhr und am Endpunkt der Route .
  • Besonders sehenswert: Kunst- und Wasserweg am Hammerweiher in Bodenwöhr. Künstlerin Christine Schinner hat dort zusammen mit Kindern und Erwachsenen Kunstwerke aus Mosaikfliesen erschaffen Viele der originellen Werke dienen auch als Sitzgelegenheiten. Außerdem bietet der See im Sommer eine ideale Möglichkeit zum Baden.
  • Auskünfte: Tourismusverband Ostbayern, Im Gewerbepark D 04, 93059 Regensburg, Telefon: 0941/58539-0.
    E-Mail: info[at]ostbayern-tourismus[dot]de; Internet: www.ostbayern-tourismus.de.Die Internetseite des Goldsteigs mit GPS-Daten fürs Wander-Navi zum Herunterladen:www.goldsteig-wandern.de

 

 

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