22.07.2020 - 11:33 Uhr
NeusorgOberpfalz

Gegenwind für Sonnenstrom

Erneut ist die geplante Photovoltaikanlage an der Staatsstraße Thema im Neusorger Gemeinderat. Die Räte stehen dem überarbeiteten Entwurf offen gegenüber. Es gibt aber auch Einwände

Die Südwerk Projektgesellschaft mbH in Burgkunstadt beabsichtigt auf der Grünfläche nördlich der Staatsstraße 2177 die Errichtung eine Photovoltaikanlage. Dieses Vorhaben wird vom Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern strikt abgelehnt.
von Redaktion ONETZProfil

Eine weitere Runde dreht die Kommune in ihrer Bauleitplanung zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Photovoltaikanlage Neusorg nördlich der Staatsstraße 2177“ mit gleichzeitiger 10. Änderung des Flächennutzungsplanes. Nach erfolgter Auslegung hat der Gemeinderat in seiner Juli-Sitzung die eingegangenen Einwände und Bedenken der Träger öffentlicher Belange zur Kenntnis genommen und eine erneute Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange beschlossen.

Überarbeiteter Entwurf

Dem Gremium wurde in der Sitzung - wegen der Corona-Pandemie wiederum in der Rektor-Haindl-Aula – der überarbeitete Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Photovoltaikanlage Neusorg nördlich der Staatsstraße 2177“ vorgelegt. Zuvor hatte der Bürgermeister den bisherigen Verlauf zur Aufstellung des Bebauungsplanes erläutert. Demnach gehe dieser zurück bis zum Jahr 2018.

Schon 2019 war die Photovoltaikanlage Thema im Gemeinderat

Neusorg

Nach einer zwischenzeitlich erneuten Auslegung mit der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange wurden nun die Stellungnahmen erläutert. Den überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplanes erörterte die Vertreterin der Bauleitplanung der Südwerk Projektgesellschaft mbH in Burgkunstadt, Linda Schuhmacher. Insgesamt seien 25 Stellungnahmen eingegangen, davon 10 mit Hinweisen, Forderungen und Wünschen. Darunter war das Bergamt Nordbayern bei der Regierung von Oberfranken mit dem Hinweis, dass sowohl bei Baugrunduntersuchungen als auch bei Baugrubenaushub auf Anzeichen alten Bergbaus zu achten sei. Keine gravierenden Forderungen gingen aus der Stellungnahme der Bauverwaltung am Landratsamt Tirschenreuth hervor, wenngleich auf die Darstellung der Planzeichnung hingewiesen wurde: Ein üblicher Maßstab 1:1000 sei zu verwenden sowie die Begründung und der Umweltbericht zu überarbeiten.

Veränderung der Landschaft

Weitaus negativer ist die Stellungnahme des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern zu sehen: Der Verein lehnt erneut die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für die geplante Photovoltaikanlage mit Änderung des Flächennutzungsplanes der Kommune ab. In der umfangreichen Begründung wird auf die Veränderung der Landschaft hingewiesen. Zudem könne die geplante Anlage zu einer Störung von Erholungswert und Landschaftsbild führen. Die Ablehnung nahm das Gremium zur Kenntnis. Die Räte wiesen aber darauf hin, dass die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde erfolgen. Zudem rechtfertige die Erzeugung schadstofffreier Energie die Veränderung des Landschaftsbildes.

Die Fraktionen nahmen die Einwände und Bedenken an und billigten übereinstimmend den überarbeiteten Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungs- sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes. „Wir müssen uns den alternativen Energien stellen“, brachte ÜWG-Sprecherin Erni Bühl zum Ausdruck. Der Gemeinderat beschloss die erneute Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie auch die öffentliche Auslegung.

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