Das Jahr 2018 ist noch nicht vorbei, da wirft 2019 bereits seine Schatten voraus. Dies betrifft insbesondere anstehenden Sanierungsmaßnahmen bei der Abwasserkanalisation, zum einen in Neusorg, zum anderen in den Ortsteilen Riglasreuth und Wernersreuth. In der Bürgerversammlung erläutere Bürgermeister Peter König im wesentlich den Umfang der geplanten Vorhaben.
Auf die Abwasserentsorgung eingehend berichtete das Gemeindeoberhaupt, dass sich die Kommune veranlasst sah, vor allem aufgrund der Auflagen zur Erlangung der weiteren wasserrechtlichen Genehmigung zum Betrieb der Abwasseranlage umfassende Untersuchungen auszuführen. Diese führten zum Ergebnis, dass ein erheblicher Sanierungsbedarf besteht. Nach seinen Worten gibt es im Gemeinderat bereits Überlegungen, wo in den nächsten Jahren der Hebel anzusetzen ist. Die Vorgehensweise wird sich an erfolgreichen Sanierungsmaßnahmen orientieren, wie aktuell in der Goethestraße. So ist vorgesehen, dass nach Abschluss der Kanalarbeiten, die auch von Erneuerungen der Wasserleitungen begleitet werden, soll auch das Straßenbild verbessert werden. Nach den Worten des Bürgermeisters, wird es für die Straßensanierung, wie schon in der Vergangenheit, keine Kostenbeteiligung der Bürger geben.
Für den Gemeindechef bot die Bürgerversammlung Gelegenheit, die unlängst beschlossenen Abwassergebühren im Detail zu erläutern. Mit der Einführung einer Grundgebühr wird die Gebührenerhebung wie bei der Wasserpreiskalkulation vorgegangen. Hier wird seit vielen Jahren eine Grundgebühr von 20 Euro pro Jahr erhoben. Im Abwasserbereich greift ab 1. Januar kommenden Jahres eine Grundgebühr von 70 Euro pro Jahr. Daraus ergibt sich eine verbleibende mengenabhängige Abrechnungsgebühr von 2,49 Euro je Kubikmeter. Die Gebührenerhöhung sei insbesondere auf die finanzielle Mehrbelastung in Höhe von 35 600 Euro geschultert.
Bei der Sanierung der Abwasserkanäle in den kommenden Jahren stehen die Quellen- und Schulstraße, die Kegelgasse, die Straßenzüge in der Ortsmitte von Riglasreuth sowie in Wernersreuth auf der Agenda. Die veranschlagten Kosten wurden mit 1,4 Millionen Euro, verteilt auf die Jahre 2020 und 2021, veranschlagt. Nachdem die Kommune eine Förderung von 50 Prozent erwartet, muss sie 700 000 Euro an Eigenmittel aufbringen.
Offen ließ das Gemeindeoberhaupt, ob die gesamten Eigenmittel über die Gebührenkalkulation abzuwickeln, oder ob Beiträge in Form einer Verbesserung oder Erneuerung erhoben werden können. Bürgermeister König wollte nicht ausschließen, dass sich nach Abschluss der vorgesehenen Investitionen eine zusätzliche Gebührenbelastung von 26 Cent ergibt.
Die gut zweistündige, harmonisch verlaufene Bürgerversammlung wurde abgerundet, indem Bürgermeister Peter König zum Neujahrsempfang am Samstag, 5. Januar kommenden Jahres um 19 Uhr in der Rektor-Haindl-Aula einlud und der Soldaten- und Reservistenkameradschaft(SRK) für die Übernahme der Bewirtung seinen Dank aussprach.
Keine gravierenden Wünsche oder Anträge gab es bei den Wortmeldungen in der Bürgerrunde. Vielmehr trug Pfarrer Hans Riedl zur Erheiterung bei; „wir sind insolvent!“ antwortete er auf die Frage eines Bürgers, ob sich auch die Katholische Kirche Neusorg sich finanziell an den Kosten für die Generalsanierung des Kinderhaues „Sankt Josef“ beteiligen werde. Zur Nachfrage für eine Schutzbeplankung im Rahmen des erfolgten Ausbaus der Gemeindeverbindungsstraße von Höll zur Goethestraße, verwies Bürgermeister Peter König auf die Problematik der Schutzplankenverordnung. Im Rahmen des Breitbandausbaus wurde in Stockau offensichtlich ein Eigenheimbesitzer für einen Glasfaserhausanschluss „übersehen“. Dem Bürger versprach das Gemeindeoberhaupt, diese Angelegenheit abzuklären. Rückblickend auf die letztjährige Bürgerversammlung verwies der Rathauschef eingangs seines Rechenschaftsberichts darauf, dass auf Anfrage zu Anonymen Urnengräber auf den Gottesacker Klarheit herrscht. Nach den Worten des Bürgermeisters ist eine anonyme Urnenbestattung möglich.
Im Jahresrückblick von Bürgermeister Peter König war auch die Statistik eingebunden. Dabei erwähnte er die 10 Geburten und verwies dabei auf das kommunale Kindergeld, 150 Euro für das erste, 200 Euro für das zweite und 250 Euro für das dritte Kind. Somit summierte sich das kommunale Kindergeld auf 3 000 Euro. Die Zahl der Arbeitslosen verminderte sich geringfügig auf 32. Am Ort weist die Statistik 724 sozialversicherungspflichtige Arbeitskräfte aus und 353 Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Dies bedeutet wieder einen Anstieg seit 2006. Mit 235 ist die Zahl der Einpendler angestiegen ebenso mit 636 die der Auspendler. Mit Blick auf die Übernachtungszahlen war sowohl bei den Gästen mit 3331 und bei den Übernachtungen mit 7622 jeweils ein Rückgang zu verzeichnen. Die Kommune beherbergt in ihren drei Einrichtungen insgesamt 22 Asylbewerber, davon 21 Erwachsene. Nach den Worten von Bürgermeister König sind 80 Prozent bereits anerkannt und haben nicht mehr den Status eines Asylbewerbers. In diesen Zusammenhang dankte er den Vereinen, der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und auch Privatpersonen für deren Maßnahmen und Bemühungen zur Integration. (br)













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