Bei der Gedenkfeier in Neusorg bewegte sich nach dem vom Männergesangverein umrahmten Gottesdienst ein langer Zug angeführt von der Blaskapelle Neusorg mit Pfarrer Paul Ezenwa und vielen Vereinen von der Pfarrkirche zum Kriegerdenkmal. Bürgermeister Peter König betonte dort, dass die Menschen damals erschüttert waren von den Schrecken des Ersten Weltkriegs. Sie hofften, das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft werde für immer an den Frieden erinnern.
Doch nur 21 Jahre später kam mit dem Zweiten Weltkrieg neues Leid über sie. Ein Krieg auf der Grundlage einer Lüge initiiert, endete in einem sechs Jahre andauernden Massaker. Im Sog des Nationalsozialismus mussten auf vier Kontinenten mehr als 60 Millionen Menschen ihr Leben lassen. 14 Millionen Deutsche wurde vertrieben.
Nunmehr lebt Deutschland seit 74 Jahren in Frieden und die Welt gab Deutschland nach zwei verlorenen Weltkriegen eine dritte Chance, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Die einst verfeindeten Nationen belebten die kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und zwischenmenschlichen Kontakte. "Nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten", hob König hervor. Im Gedenken an die Verstorbenen, Gefallenen und Vermissten legte der Bürgermeister einen Kranz vor dem Ehrenmal nieder.
Vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg, betonte Norbert Schwarz als Vorsitzender der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Neusorg. Als nach sechs Jahren die Waffen schwiegen, hatten Millionen Menschen den Tod gefunden, Städte und Dörfer lagen in Trümmern. Es folgten Seuchen und Hungersnöte.
Am Volkstrauertag gelte es, den Opfern von Krieg und Gewalt aller Völker zu gedenken. Nicht vergessen werden dürften auch die, die auf der Flucht umkamen. Ebenso sollte in dieser Feierstunde an alle Bundeswehrsoldaten, Polizisten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz oder im eigenen Land ihr Leben verloren haben, erinnert werden.
Gedacht werden soll auch den Opfern, die durch Kämpfe und Gewaltausbrüche in der Gegenwart ihr Leben lassen mussten. Die Opfer sollen vor dem Vergessen bewahrt werden. Jeder müsse sich gerade am Volkstrauertag fragen, ob genug und vor allem das Richtige getan werde, um Krieg, Gewalt und Terror zu vermeiden. Zum Gedenken senkten die Vereine ihre Fahnen, Mitglieder der SRK legten einen Kranz vor dem Kriegerdenkmal nieder.
Die Schrecken der Kriege nicht zu vergessen, forderte auch Pfarrer Ezenwa. An die Gefallenen und Vermissten erinnerte ebenso Major Christoph Bärmann, der mit Oberstabsfeldwebel René Niemann und einer Abordnung der fünften Batterie des Artilleriebataillons 131 aus Weiden zu der Gedenkfeier gekommen war. Die Abordnung legte ebenfalls einen Kranz nieder.







Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.