28.07.2021 - 14:47 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Beschädigter Ringwall am Rauhen Kulm muss repariert werden

Das beschädigte Bodendenkmal am Rauhen Kulm muss repariert werden. Das teilt das Landratsamt Neustadt/WN mit. Zuständig dafür ist der Verursacher, der vor etwa einem Jahr Steine daraus entfernt haben soll.

Die Reste des beschädigten Ringwalles am Fuße des Rauhen Kulms in der Nähe der Sitzgruppe am westlichen Aufstieg zum Turm.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Im Juli 2020 wurde das Landesamt für Denkmalpflege darüber unterrichtet, dass sich im Ringwall am Rauhen Kulm eine ungewöhnliche Lücke befindet. Mitarbeiter bestätigten schließlich, dass jemand vulkanische Basaltbrocken aus dem Wall entfernt haben muss. Beim Landratsamt Neustadt/WN ist daraufhin ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit aufgenommen worden. Nun, rund ein Jahr später, soll der Wall repariert werden.

Es wurde die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis für die Reparatur des beschädigten Walls erteilt. Zuständig dafür ist der Verursacher gegen den weiterhin das Verfahren läuft. "Grundsätzlich wird die Wiederherstellung des vorherigen Zustands bei nicht genehmigten bzw. genehmigungsfähigen Maßnahmen vom Verursacher gefordert", teilt das Landratsamt mit. Ihm droht weiterhin ein Bußgeld. Ein Bescheid ist laut Pressestelle des Landratsamtes allerdings noch nicht erlassen worden.

Reparatur mit Auflagen

Für den Wiederaufbau des denkmalgeschützten Ringwalls sind dem Verursacher allerdings Auflagen gemacht worden. "Eine dieser Auflage legt fest, dass die Wiederherstellung des Walls unter Aufsicht einer archäologischen Fachkraft zu erfolgen hat", heißt es aus dem Landratsamt. Nach der Fertigstellung erfolge außerdem eine Überprüfung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Eine Frist, bis wann der Ringwall wieder hergestellt sein muss, gibt es nicht: "Ein konkreter Zeitplan für die Reparatur wurde nicht vorgelegt. Dennoch gehen wir davon aus, dass der Wiederaufbau zeitnah erfolgt", teilt die Pressestelle mit.

Damit der ursprüngliche Zustand zumindest einigermaßen wiederhergestellt werden kann, soll das Steinmaterial "aus dem Nahbereich des Rauhen Kulms" stammen, damit es Größe und Farbe betreffend passt. Es soll aber kein weiteres Material aus dem Bodendenkmal entnommen werden.

Keine Angaben zum Verursacher

Warum der Verursacher die Steine aus dem Ringwall entfernt hat und wer dahinter steckt, kann nicht beantwortet werden – dazu gibt es auf Nachfrage keine Auskunft. Das Landratsamt verweis auf das laufende Verfahren und datenschutzrechtliche Gründe.

Immerhin soll das Bodendenkmal also wieder aufgebaut werden. Der Ringwall ist Teil eines Ensembles. Die Jahrtausende alte Befestigung der Siedlungen, die auch im Frühmittelalter weiter genutzt wurde, besteht aus einem mehrfach erhöhten Ringwall, der sehr gut erhalten und durch Wanderwege erschlossen ist.

Es handelt sich bei dem Wall nicht lediglich um eine Steinschüttung aus dem anstehenden Basalt, sondern er enthält in seinem Inneren Baustrukturen besagter Befestigungsanlage. Er besteht aus dem Versturz einer im 9. Jahrhundert nach Christus erbauten Trockenmauer. Diese frühmittelalterliche Ringmauer hat einen keltischen Vorgänger, der in etwa den gleichen Verlauf einnimmt. Bei Ausgrabungen wurde auch eine bis zu einem Meter hoch erhaltene Pfostenschlitzmauer festgestellt.

Denkmal beschädigt: Steine aus Ringwall am Rauhen Kulm verschwunden

Neustadt am Kulm
Blick vom Kleinen Kulm zum Rauhen Kulm
Info:

Bodendenkmäler am Rauhen Kulm

  • Höhensiedlungen der Frühbronzezeit, der Urnenfelderzeit und der Frühlatènezeit, vor- und frühgeschichtlicher Ringwall, mittelalterlicher Burgstall
  • Vorgeschichtlicher Bestattungsplatz mit mindestens zwei Grabhügeln

 

 

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