24.07.2020 - 14:26 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Neugestaltung des Marktplatzes: Weitere drei Jahre soll gebaut werden

Die Planungen des Neustädter Jahrhundertprojekts sind fast abgeschlossen. Im Frühjahr 2021 soll die nächste Baggerkolonne zur Neugestaltung des Marktplatzes anrollen.

In der jüngsten Stadtratssitzung stellte der Städteplaner Felix Holzapfel-Herziger seine neueste Entwurfsplanung für die Markplatzsanierung vor. Die Straßenführung der Kreisstraße wurde dabei leicht abgeändert. An der Sommerseite kann zukünftig nur in einer Richtung gefahren werden. Das Herzstück ist der mittlere Bereich östlich des Rathauses.
von Autor OWProfil

In der Sitzung des Stadtrats stellte Städteplaner Felix Holzapfel-Herziger seine neueste überarbeitete Entwurfsplanung zur Neugestaltung des Marktplatzes vor. Viel hatte sich gegenüber früheren Entwürfen nicht geändert.

Die Streckenführung der Kreisstraße wird im Vergleich zum jetzigen Zustand leicht verändert. Der Straßenverlauf wechselt im Bereich östlich des Kriegerdenkmals mit zwei Sichelkurven von der südlichen zur nördlichen Seite des Marktplatzes. Hierdurch wird eine Verkehrsberuhigung erreicht. Außerdem entsteht im östlichen Teil ein Platz, der für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Im Westen dieses Platzes soll ein Multifunktionsgebäude entstehen, in dessen Keller unter anderem die Technik für eine Wasserfontänenanlage installiert wird, die östlich des Gebäudes errichtet werden soll. In Anlehnung an die Ziegen auf dem Kleinen Kulm sollen – als bespielbare Kunst für Kinder – Ziegen aus Holz auf dem Platz aufgestellt werden. Mehrere Bänke werden zum Ausruhen einladen. An einigen befindet sich an der Rückseite eine verdeckte Elektroverteilung, sodass die Stromversorgung bei Veranstaltungen erleichtert wird.

Die Anlage östlich des Rathauses stellt den repräsentativen Bereich dar. Wichtigste Bestandteile sind hier das Kriegerdenkmal und die neu gestaltete "Hülle": ein Wasserbecken östlich des Rathauses, auch "Himmelsspiegel" genannt. Diese soll zugänglich sein und zum Sitzen einladen. In dem Bereich sollen auch zwei E-Tankstellen eingerichtet werden.

Westlich des Rathauses schließt sich ein Bereich an, der zum Spielen einlädt und naturnah gestaltet werden soll. Pflegeleichte Blumenwiesen setzen hier Farbtupfer. Die Mauer, die das Gelände zur Kreisstraße hin abgrenzt, wird durch eine Stufenanlage ersetzt werden. Die südliche Betonstützmauer wird durch eine natürlich aussehende Trockenmauer aus Findlingen ersetzt.

Verschiedenartige Pflanzen sollen den Bereich aufwerten. Einige Bäume sind auf dem Marktplatz in einem schlechten Zustand und müssen deshalb gefällt werden. Dafür werden 22 neue Eichen, Linden und Rotbuchen gepflanzt. „Wir sehen hier richtig große Bäume in guter Qualität vor, sodass gleich der gewünschte gestalterische Eindruck entsteht“, versicherte der Planer den Stadträten.

Der gesamte Marktplatz wird barrierefrei gestaltet, Randsteine ragen maximal drei Zentimeter hoch. Nur im östlichen Bereich von der Ampel bis zum Marktplatz grenzt an der Engstelle ein sechs Zentimeter hoher Bordstein die Kreisstraße ab. Alle verwendeten Steine und Platten haben eine Stärke von 16 Zentimeter, so dass selbst beim Befahren der Gehsteige kein Schaden entstehen kann.

Großen Wert legt Felix Holzapfel-Herziger auf "leises Pflaster", was mit schmalen Fugen und einer teilweise diagonalen Verlegung erreicht wird. Das Pflastermaterial wird erst nach einer Bemusterung festgelegt. Hierzu soll ein Feld mit allen vorkommenden Belägen angelegt werden.

Gute Nachrichten hatte der Städteplaner in Bezug auf die Kosten für das Gremium. Nachdem er diese jetzt nach Ermittlung der Massen detailliert ermittelt hatte, lagen diese im Bereich der ursprünglichen Kostenschätzung von 5,9 Millionen Euro. Die Ausschreibung des Projektes soll im Dezember erfolgen. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2021 geplant. Es wird drei Bauabschnitte geben, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren hinziehen werden. Begonnen wird im westlichen Teil.

Bürgermeister Wolfgang Haberberger teilte mit, dass als „Last-Minute-Aktion“ ein Bauantrag für den Neubau eines Bürogebäudes und für ein Wohnhaus in Scheckenhof eingereicht wurde. Einstimmig gewährte nach Überprüfung der Unterlagen der Stadtrat das gemeindliche Einvernehmen für diese Maßnahme. Für die Marktplatz-Anwohner habe er kürzlich zwei Infotermine abgehalten, merkte er an. Mindestens zwei weitere Termine seien auch noch für die Anlieger in den anderen Bereichen vorgesehen.

Bei der Wasserversorgung steht die Kulmstadt mit einem Brunnen "nur auf einem Bein". Ein Anschluss an die Speichersdorfer oder Seitenthaler Gruppe oder die Kemnather Wasserversorgung würde eine große Summe verschlingen. Deshalb soll jetzt überprüft werden, ob der Hochbehälter im Notfall mit einem Tankwagen befüllt werden kann. Dieser Termin wird nächste Woche stattfinden. Die Anfahrt zum Hochbehälter wird dabei auch in Augenschein genommen.

Richtig enttäuscht zeigte sich das Stadtoberhaupt über Absichten der Vertreter des Staatsforstes. Am Kulm müssten einige Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden, was alledings angeblich nicht möglich sein soll. Daher behalte sich der Staatsforst vor, Sitzbänke und Teilbereiche bei Wanderwegen – wie den uralten, überregional bekannten 80 Kilometer langen Main-Mies-Weg – zu sperren, informierte Haberberger und betonte, dass dies die Wandermöglichkeiten erheblich einschränken würde. Der Aufstieg von Westen mit einem Abstieg über den Ostteil des Kulmgipfels – wie schon seit Jahrhunderten – wäre dann nicht mehr möglich. In Corona-Zeiten würde damit ein zusätzlicher Vorteil dieses Weges entfallen, da Wanderer sich dann auf den engen Pfaden zum Kulm nicht mehr aus dem Weg gehen könnten, machte der Bürgermeister deutlich.

Die neu gestaltete Hülle (Wasserbecken östlich des Rathauses) wird zugänglich sein und zum Sitzen am Himmelsspiegel einladen.
Der Bereich um das Kriegerdenkmal wird vergrößert und mit Staudenrabatten aufgewertet.

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Neustadt am Kulm
Im Blickpunkt:

Archäologische Ausstellung zieht um

Der Tagesordnungspunkt, die archäologische Ausstellung ins neue Infozentrum Rauher Kulm zu verlegen, verursachte unerwartet einige Diskussionen unter den Stadträten. Momentan befindet sich die Ausstellung im ehemaligen Schulhaus.

Bürgermeister Wolfgang Haberberger informierte über ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Fördervereins, Käthe Pühl, und dem Archäologen Dr. Hans Losert am 10. Juli. Dabei sei diskutiert worden, wie die archäologische Ausstellung ins Infozentrum integriert werden könne. Losert habe keine Probleme bei dem Umzug gesehen, und angeboten, diesen mit seinen Studenten vorzunehmen. Er wollte auch einen Vertreter der Nichtstaatlichen Museen kontaktieren und diesen um Unterstützung bitten. Dieser Kontakt habe bereits stattgefunden, und der Fachmann werde nach Neustadt zu einem Gespräch kommen, gab der Bürgermeister bekannt.

Auf Unverständnis stieß bei einigen Stadträten anschließend der Antrag von Karlheinz Schultes (ÜW-CSU), diesen Tagesordnungspunkt zu vertagen, da Käthe Pühl, Stadträtin und Vorsitzende des Fördervereins, nicht anwesend war. Sie hatte sich für diese Sitzung kurzfristig entschuldigt. Haberberger, der auch stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins ist, riet davon ab, da im September das Infozentrum eröffnet werden soll. Ohne die archäologische Ausstellung würde dies eine schlechte Außenwirkung nach sich ziehen. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass im Förderantrag für die Regierung als Zweck für das Gebäude die Unterbringung der archäologischen Funde angegeben worden sei. Letztendlich waren alle Stadträte bis auf Karlheinz Schultes für einen Umzug ins neue Gebäude. Dies signalisierten sie dann auch bei der Abstimmung. Vorher hatte Haberberger noch folgenden Satz in die Beschlussvorlage eingefügt: „Der Förderverein ist einzubinden, die beiden Vorsitzenden haben dies abzustimmen.“ Er informierte auch über einen Pachtvertrag mit der Firma Schinner aus Kemnath für das Infozentrum.

Momentan befindet sich die archäologische Ausstellung im ehemaligen Schulgebäude. Nach Fertigstellung des Infozentrums Rauher Kulm soll sie in dorthin umziehen. Am Sonntag ist die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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