23.02.2021 - 15:29 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Paten für mehr als Hundert Engel

Die wunderschöne Markgrafenkirche in Neustadt am Kulm stellt die Kirchengemeinde seit Jahren vor immer neue Herausforderungen. Der Erhalt des Gotteshauses verlangt ihr einen Kraftakt nach dem anderen ab. Nun sollen 116 Engel helfen.

von C. & W. RupprechtProfil

Die 300 Jahre alte Dreieinigkeitskirche in Neustadt am Kulm gehört zu den wohl schönsten Kirchen in der Gegend. Denn sie ist prächtig ausgestattet als barocke Markgrafenkirche. Das bringt für die Kirchengemeinde eine große Verantwortung. Erst 2011 wurde die komplette Innenraumrenovierung abgeschlossen. Danach war eine Sanierung der Orgel notwendig, da Stuckteile in den Orgelkörper gefallen waren und ein Pilzbefall beseitigt werden musste. Anschließend musste die Bankheizung erneuert und schließlich noch die 40 Jahre alte Lautsprecheranlage ausgetauscht werden.

Neuer Sanierungsfall

Aktuell ist der Kirchturm eingerüstet. Die Dachschiefer drohten herabzufallen. Schnell kommen große Rechnungssummen zusammen, von denen ein nicht unerheblicher Teil von der Kirchengemeinde aufgebracht werden muss. Um die Spendenbereitschaft anzuregen, entstand im Kirchenvorstand die Idee der Engelpatenschaften. Denn mit 116 Engeln in den Gemälden, sowie aus Stuck, Holz und Stein, ist die Kirche reich mit den Himmelsboten ausgestattet.

Sandra Hirschke aus Filchendorf fotografierte die Figuren und Bilder, die dann von Andreas Walter zu einem Katalog zusammengefasst wurden. Die Preise der Engelpatenschaften sind nach Größe des Engels oder der Engelgruppe gestaffelt. Es war ein Experiment, das in der Bevölkerung Anklang fand. „Die Engelpatenschaften werden gut angenommen!“, freut sich Pfarrer Hartmut Klausfelder. Die Urkunden gehen nicht nur nach Neustadt und in die Umgebung. Sogar aus Niederbayern rief eine Frau an und wollte eine Engelpatenschaft erwerben. Sie hatte im Radio davon gehört.

Kirchensanierung mit himmlischer Hilfe

Neustadt am Kulm

Der Bilderkatalog liegt in der Kirche aus und kann auch digital auf der Homepage der Kirchengemeinde eingesehen werden. „Ich dachte, der Erzengel Gabriel wird als Erstes weg sein!“, gesteht Pfarrer Klausfelder. Doch die beiden Darstellungen des Verkündigungsengels fanden erst vor wenigen Tagen zwei Patinnen. Andere Engel, wie der Träger des steinernen Taufbeckens, hätten mehrfach vergeben werden können. Doch die Patenurkunden sollen Unikate bleiben.

Engel als verbindende Elemente

„Engel halten die Verbindung zu Gott aufrecht!“, sinniert Pfarrer Klausfelder. Als Schutzengel werden sie schon den kleinen Kindern vorgestellt. Die Himmelsboten bringen immer wieder Botschaften und Aufträge von Gott zu den Menschen, wie an vielen Stellen in der Bibel nachzulesen ist.

Es gibt verschiedene Engelarten im Himmel: Sie überbringen Botschaften an die Menschen direkt oder sind die Anführer von den Engelsheerscharen, wie der Erzengel Michael. Rafael half einem Menschen in Gefahr und wurde zum Schutzengel. Die mächtigsten Engel, die Gott am nächsten stehen, sind die Seraphim und die Cherubim. Diese finden sich in der Neustädter Kirche allerdings nicht. Aus den neun himmlischen Gruppierungen der Engel sind in Neustadt meistens die Engel zu finden, die mit ihren Aufgaben Kontakt zu den Menschen haben oder puttenähnlich an kleine Kinder erinnern.

Mit den Engelpatenschaften sind die Menschen wieder in einen engeren Kontakt zu den Engeln und damit zu Gott getreten. Der Kirchenvorstand freut sich, wenn noch mehr Menschen bei dieser Aktion ihre Verbundenheit mit dem besonderen Gotteshaus in Neustadt am Kulm zeigen. Weitere Infos gibt es auf der Webseite https://www.neustadtamkulm-evangelisch.de unter "Aktuelles".

 

 

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