28.12.2020 - 17:01 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Rauher Kulm noch immer Sperrgebiet

Wanderungen am Rauhen Kulm sind seit August nicht mehr erlaubt. Der Grund: morsche Bäume. Kurz vor Weihnachten rücken Forstarbeiter an. Auf eine Nachricht, wann der Basaltberg wieder geöffnet wird, wartet der Bürgermeister aber immer noch.

Der Rauhe Kulm ist nach wie vor für Wanderer gesperrt. Spuren im Schnee zeigen aber, dass sich nicht jeder daran zu halten scheint.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Der Ärger ist Bürgermeister Wolfgang Haberberger auch nach Monaten noch anzuhören. Seit Anfang August dürfen Wanderer nicht mehr auf den Rauhen Kulm. Ein Schild warnt sogar vor Lebensgefahr, denn auf dem Basaltberg gibt es mittlerweile viele morsche Bäume. Der Forstbetrieb Pegnitz der Bayerischen Staatsforsten und die Naturschutzbehörde des Landratsamtes Neustadt/WN haben sich deshalb im Sommer dazu entschieden, die Wege für Besucher erst einmal zu sperren.

Doch seitdem tappen viele Wanderfans und Bürgermeister Wolfgang Haberberger im Dunkeln. Wann das Wahrzeichen von Neustadt am Kulm wieder betreten werden darf? Haberberger wisse es nicht. Er habe diesbezüglich keine Informationen mehr vom Landratsamt Neustadt/WN erhalten, sagt er. Der Bürgermeister habe nur erfahren, dass Forstarbeiter vor den Weihnachtsfeiertagen auf dem Rauhen Kulm einige Bäume abgesägt hätten. "Genaueres kann ich nicht sagen."

Rauher Kulm gesperrt: Bürgermeister wirft Staatsforsten Versäumnisse vor

Neustadt am Kulm

Haberberger ärgert sich vor allem darüber, dass er den Bürgern und Besuchern von auswärts keine Antworten geben könne. "Die Leute mailen uns über die Homepage an, was da los ist. Viele fahren von weit her und können dann nicht hoch", bedauert er. Der Rauhe Kulm sei ein touristisches Aushängeschild für den Landkreis und werde in Zeiten von Corona als Ruhepol mehr denn je gebraucht. "Die Bäume sind ja auch nicht von heute auf morgen morsch geworden. Da ist seit Jahren keine Entscheidung getroffen worden. Ich habe auch angeboten, dass wir uns darum kümmern, aber das wollten die Staatsforsten nicht", berichtet der Chef der kleinsten Stadt in der Oberpfalz.

Besonders beschäftigt den Bürgermeister, dass auch schon angedacht gewesen sei, die Wanderwege komplett dicht zu machen. "Das ist unser Hausberg und dann lässt man uns außen vor und wenn dann holt man mich nur dazu, um abzustimmen, dass der Wanderweg zu gemacht wird. Ich bin ein Vertreter der Öffentlichkeit und die will, dass sowohl der Westaufgang als auch der Ostaufgang offen bleibt", wettert Haberberger, der sich nun so schnell wie möglich Informationen von Seiten der Behörden wünscht. Während der Forstbetrieb Pegnitz am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, schickt das Landratsamt Neustadt/WN am späten Nachmittag noch Antworten.

"Seitens der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt wurde eine Baumstrukturkartierung zur Prüfung artenschutzrechtlicher Belange und der FFH-Gebietsverträglichkeit in Auftrag gegeben. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass eine Reihe von Bäumen zu fällen ist und bei weiteren Bäumen eine Totholzentnahme erforderlich ist. Die Fällung der Bäume wurde am 18. und 19. Dezember durchgeführt. Auftraggeber waren die Bayerischen Staatsforsten", informiert stellvertretender Pressesprecher Marcel Weidner. "Die Totholzentnahme kann jedoch erst bei trockener Witterung und Temperaturen im Plusbereich stattfinden. Gerade am Gipfel des Rauhen Kulms sind die Wetterverhältnisse nicht vorhersehbar. Geplant ist eine Ausführung der Arbeiten bei passender Witterung ab Januar." Und Weidner teilt sogar auch ein voraussichtliches Ende der Arbeiten mit: vor dem "Ausflugswetter" im Frühling. Ab da könne der Zugang zum Kulmturm dann wieder freigegeben werden, heißt es. Über Gespräche, die Wanderwege komplett zu schließen, wisse er hingegen nichts: "Hierzu liegen mir keine Erkenntnisse vor."

Die ersten Forstarbeiten auf dem Rauhen Kulm haben begonnen.
Vorsicht Lebensgefahr, warnt ein Schild auf dem Basaltberg.
Hintergrund:

Der Rauhe Kulm

  • Circa 682 Meter hoch ragt der Rauhe Kulm, das Wahrzeichen der kleinsten Stadt in der Oberpfalz, neben Neustadt am Kulm empor.
  • Bei dem Basaltberg handelt es sich um einen Vulkan, der nie ausgebrochen ist.
  • Ein Aussichtsturm auf dem Gipfel des Berges bietet jährlich 10.000 Wanderern einen tollen Ausblick auf die Landschaft.
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