11.06.2019 - 14:14 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Brief empört Bürgermeister

Ein Zahnarzt investiert, ein Werbeschild führt zu Ärger und eine Jury kümmert sich um ein markantes Ensemble am Stadtplatz. Das sind nur drei der Themen, mit denen sich der Stadtrat beschäftigt hat.

Zahnarzt Dr. Reinhard Roth nimmt seinen Sohn, den Oralchirurgen Dr. Felix Roth mit in die Praxis auf und verlagert alle Räume vom ersten Stock ins Erdgeschoss, in dem derzeit noch "Fahrrad-Fritsch" eingemietet ist.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Zahnarzt Dr. Reinhard Roth zieht mit seiner Zahnarztpraxis ins Erdgeschoss seines Hauses in der Freyung. Wenn alles klappt, will er im Oktober mit dem auf etwa ein Jahr fixierten Umbau beginnen. Die neue Praxis soll anders als die bestehende im ersten Obergeschoss barrierefrei erreichbar sein. "Ein Lift kann man in das Haus nicht einbauen", sagt der Zahnmediziner. Künftig sollen alle Räume ohne Stufen auch mit dem Rollstuhl problemlos erreichbar sein. Selbst bettlägrige Patienten, die mit dem Fahrdienst gebracht werden, könnten behandelt werden, kündigt Roth an. Außerdem wird Sohn Dr. Felix Roth als Oralchirurg mit in die neue Praxis einziehen.

Bürgermeister Rupert Troppmann begrüßte das Vorhaben und sprach von einem Standortvorteil für die Stadt, wenn Ärzte investieren und damit auch zeigen, dass sie langfristig hier praktizieren. Ludwig Fritsch junior muss aufgrund der Umbaupläne seinen Laden an dieser Stelle aufgeben. "Mit 'Fahrradfritsch' wird es weitergehen. Wo und wie wird sich in den nächsten Monaten zeigen." Weiter wollte er sich zu seinen Zukunftsplänen noch nicht äußern.

Drohung aus dem Schloss

"Das passiert mir zum ersten Mal in meiner Laufbahn", empörte sich Rathauschef Troppmann über ein Schreiben des Landratsamtes. Darin äußerten die Beamten im Lobkowitzerschloss die Bitte, dass der Stadtchef oder der Stadtrat einer Werbetafel in der Störnsteiner Straße zustimmen solle, "bevor das Landratsamt das Einvernehmen ersetzt". Den Räten ist die Tafel ein Dorn im Auge, weil sie nicht für ein Gewerbe steht, sondern für alle möglichen Kunden werben soll. "Das ist eine elektronische Plakattafel, die wir an dieser Stelle nicht wollen", betonte Troppmann und hatte damit das ganze Gremium hinter sich. "Wir sind letztlich verantwortlich, wie Neustadt aussehen soll."

Preisrichter benannt

Bei einem anderen Projekt, der Neugestaltung der ehemaligen Kommandantur, dem sogenannten "Trommer-Anwesen", das den Stadtplatz gegenüber vom Schloss abschließt, hat die Regierung den vorzeitigen Baubeginn genehmigt. Dennoch braucht es Zeit, hier voranzukommen. Troppmann: "Es ist schwer zu vermitteln, dass so ein Verfahren so lange dauert." Hintergrund: Für das mit 3,7 Millionen Euro veranschlagte Projekt ist eine europaweite Ausschreibung nötig, für die genau vorgegebene Schritte zu gehen sind.

Der Bürgermeister hofft, mit dem nun anstehenden Wettbewerb im Februar fertig zu sein. Sollte es Einsprüche geben, rechnet er vier Wochen dazu. Die erste Sitzung des Preisgerichts ist für den 23. Juli geplant. Der Stadtrat beschloss als Sachpreisrichter neben Troppmann die Fraktionsvorsitzenden Josef Arnold (CSU), Achim Neupert (SPD) und Gerhard Steiner (FW) mit der Aufgabe zu betrauen. Ständig anwesender Stellvertreter ist zweiter Bürgermeister Heinrich Maier. Als weitere vier Stellvertreter wurden Gabriele Fröhlich, Wolfgang Schwarz und Hermann Schmid benannt. Troppmann hofft, die außerdem benötigten Fachpreisrichter aus der Region zu bekommen.

Aus dem Stadtrat:

Auftragsvergaben

Die Klempnerarbeiten für die Sanierung der Kita St. Joseph übernimmt die Firma Rank aus Weiden. Sie gab unter drei Bewerbern mit 51.271,52 Euro das günstigste Angebot ab. Für den Soziale Wohnungsbau im Bergmühlweg muss die Stadt für die Fliesenarbeiten jetzt intensiv nach einer Firma suchen, nachdem bisher noch kein Angebot eingegangen ist.

Bauanträge

Keine Einwände gab es bei folgenden Bauvorhaben: Die Binner Planungs- und Projektentwicklung errichten ein Mehrfamilienwohnhaus in der Straße Zum Rabenholz 10. Elisabeth Engelmann baut in der Gramaustraße 21 ein Einfamilienhaus mit Carport und Michael Müller erweitert in der Galgengasse 89 eine Garage.

Bauleitplanung

Der Stadtrat hat den Bebauungsplan "Gramau Ost – Abschnitt IV" beschlossen. Außerdem stellte das Gremium den Bebauungsplan "Nördlich der Gramau – 4. Änderung". Verschoben auf die nächste Sitzung wurde eine Entscheidung zur Erweiterung des Sanierungsgebietes der Stadt. Dann sollen Experten erklären, welche Folgen dieser Beschluss haben kann.

Stadthalle

Eine neue Audioanlage mit Funkmikrophonen am Rednerpult und Umbauten am Verteilerschrank kostet 35.121,14 Euro. Den Auftrag erhält die Firma TRE Professionelle Audiotechnik aus Parkstetten. Die Lautsprecher werden weiter verwendet. Sie tun wie der Rest der Anlage seit 20 Jahren in der Halle ihren Dienst.

Imagefilm

Mit der Vergabe für einen 60 oder 90 Sekunden langen Imagefilm für die Stadt an die Firma Creative Art Productions kann sich nur Herrmann Schmid nicht anfreunden. "In dieser Kürze ist das ein Kuddelmuddel."

Wasserpreis

Der Stadtrat senkt die in die Kalkulation für die Wasser und Abwassergebühren eingerechneten Zinsen auf 1,3 Prozent. Bei den Banken sind die Zinsen auch nicht mehr so hoch. Das wollen wir an die Bürger weitergeben", sagte Bürgermeister Rupert Troppmann.

Museumswerbung

Franz Witt (SPD) schlug vor, mit einem doppelseitigen Klappständer auf dem Stadtplatz für das Museum zu werben, wenn es geöffnet hat. "Das können wir machen", stimmte der Stadtchef einem Kauf zu. (ui)

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