Offiziell ist das Maibaumfest in Neustadt/WN eine eintägige Veranstaltung. Doch ebenso wie beim Bürgerfest gibt es in diesem Jahr erstmals an zwei Tagen etwas zu sehen und zu erleben. Wenn die Bürger am 1. Mai auf den Stadtplatz kommen, um miteinander zu feiern, haben sie das eigentliche Baumaufstellen bereits verpasst. Der Frühlingsbote wird nämlich ohne großes Tamtam bereits am Vorabend in die Höhe gehievt. „Das ist ein Versuch. Der ist nicht in Stein gemeißelt“, sagte Bürgermeister Sebastian Giering im Kulturausschuss zum neuen Ablauf. „Sollte es sich als schlecht erweisen, kann man das auch wieder ändern.“
Hintergrund sind organisatorische Gründe, informierte der Rathauschef. So mussten bisher immer während des Baumaufstellens die bereits platzierten Tische und Bänke weg und anschließend wieder hin geräumt werden. Für die Bürgerwehr, die einer der am meistbeschäftigten Vereine bei diesem Fest ist, bedeute die Trennung von Baumaufstellen und Fest weniger Stress, bestätigt Vorsitzende Helmut Fukerider.
Der Ablauf am 1. Mai ab 13.30 Uhr bleibe weitgehend wie gewohnt. Genaueres werde bei einem Treffen der beteiligten Vereine besprochen. Die Bürgerwehr und Marketenderinnen kümmern sich neben dem Auf- und Abbau um Kaffee und Kuchen sowie die Getränke.
Alles, was mit dem Baum zusammenhängt, liegt in den Händen des Bauhofs. Aus Sicherheitsgründen reckt sich anders als früher mittlerweile jedes Jahr ein neuer gen Himmel. Da die blau-weiße Bemalung des Stammes aufwendig ist, werden die Bürger diesen Anblick vor dem rot-weißen Lobkowitzschloss wohl nicht genießen können.
Zehn Jugendliche hätten nach einer Anfrage beim Jugendgremium zugesagt, die Baumwache zu übernehmen, informierte Bürgermeister Giering den Kulturausschuss weiter. Statt mögliche Diebe mit einer Auslöse zu belohnen, will Giering lieber den Bewachern eine Brotzeit für ihren Job spendieren. Schließlich wäre es für die Neustädter nicht das erste Mal, dass ihnen der Baum abhanden kommt.
Vorglühen mit der Bundeswehr
Eine Erweiterung um eine zweite Veranstaltung bekommt das diesjährige Bürgerfest. "Wir hatten die Idee einer Verlängerung schon vor Weiden", feixt Bürgermeister Giering mit Blick auf die Nachbarstadt. Auf die Stadt kommen beim Bundeswehr- oder Patenschaftsfest am Freitag, 18. Juli, nahezu keine Aufgaben zu. Die übernimmt die 4. Batterie des Artilleriebataillons 131 aus Weiden, mit der Neustadt an diesem Wochenende die Patenschaft offiziell macht. Die Bundeswehr rückt dazu mit 30 bis 40 Mann an und bringt die Flosser Mittelalter-Rockband "Rammeschucksn" mit.
Wichtig: „Am nächsten Morgen muss alles sauber sein für das Bürgerfest“, betont Giering. Eine Kehrmaschine zu buchen, sei nicht zuverlässig gelungen bedauert der Rathauschef. Doch es gibt auch für dieses Problem eine Lösung: „40 Besen können wir organisieren“, habe er in der Vorbesprechung spaßhaft erwähnt. „40 Mann stellen wir“, hätte der Vertreter der Bundeswehr ergänzt. „Bundeswehr kehrt!“, laute der entsprechende Befehl, ergänzt grinsend der ehemalige Berufssoldat und Stadtrat Wolfgang Schwarz.
Bürgerfest
Am Samstag, 19. Juli, geht es dann an gleicher Stelle in der Freyung mit dem Bürgerfest weiter. Hintergrund, vom turnusmäßigen Wechsel abzuweichen, sind die Straßen- und Brückenbauarbeiten in und um die Stadt – egal ob bereits fix terminiert oder nur möglich. Für die Musik sorgen auf der kleinen Bühne am Nachmittag die „Waldnaabtaler Bauernmuse“ und am Abend „Power Hoch 5“. „Die kleine Bühne wird heuer etwas größer, bleibt aber klein“, kündigte Giering an.
Auf der großen Bühne spielt zuerst die Stadtkapelle der Musikschule Neustadt. Am Abend legt die Kirwa- und Partyband "D'Übler Boum“ aus dem Amberger Raum los. Anfang September spielen sie dann einen ihrer aktuell 34 veröffentlichten Gigs in diesem Jahr auf der Regensburger Dult.
Beim Bier bleiben die Neustädter der im vergangenen Jahr kurzfristig eingesprungenen Moosbacher Brauerei treu. „Wir wollen damit auch den Einsatz von Brauereichef Uli Scheuerer belohnen“, erinnerte der Bürgermeister an dessen Engagement. In Tracht sei Scheuerer über eine halbe Stunde unter dem Kühlwagen gelegen, um ihn zu reparieren.
Neu wird auch sein, dass im Vorfeld die Standflächen für die Buden und Stände mit Kreide auf den Boden gezeichnet werden. Damit will die Stadt die üblichen Rangeleien beim Aufbau vermeiden. Außerdem soll ein Unfall wie beim Kirwamarkt verhindert werden. Damals war ein Feuerwehrauto auf dem Stadtplatz in die aufgeklappte Seite eines Verkaufswagens gefahren. Acht Menschen wurden verletzt.
Bauernmarkt
Nach mehrjähriger Pause laden Stadt und Bauernverband am 22. Juni wieder zu einem Bauernmarkt nach Neustadt ein. Die Anmeldeformulare sind an die Fieranten geschickt worden. Auch neue Interessenten können sich noch bewerben. Die Auswahl der Marktbeschicker werde mit dem Bauernverband abgesprochen, kündigte Giering an. "Der bäuerliche Charakter soll erhalten bleiben."
Für alle Großveranstaltungen wird es ein Sicherheitskonzept geben. Gespräche mit Polizei und Ordnungsamt sind deswegen bereits gelaufen. Klar ist: Für die mobilen Absperrungen können keine Feuerwehrfahrzeuge Verwendung finden, da sie im Falle eines Einsatzes wegfahren.
Festtermine
- Mittwoch, 30. April: Maibaumaufstellen
- Donnerstag, 1. Juni: Maibaumfest
- Sonntag, 22. Juni: Bauernmarkt
- Freitag, 18. Juli: Bundeswehrfest/Patenschaftsfeier
- Samstag, 19. Juli: Bürgerfest in der Freyung





















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