03.06.2020 - 12:43 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Dritte Runde der Lese- und Diskussionrunde auf Facebook: Diesmal wird's kriminell

Der Auftakt der Reihe „Demokratie und Pandemie“ mit Hasnain Kazim lockte über 7000 Personen auf die Facebookseite von „Neustadt lebt Demokratie“.

"Die Pandemie-Maßnahmen haben das Grundrecht auf Asyl gänzlich abgeschafft", sagt Leonhard F. Seidl.
von Externer BeitragProfil

Nach der letzwöchigen Lesung mit Autorin Ronya Othmann startet diesen Donnerstag, 4. Juni, nun die dritte Runde. Diesmal mit Leonhard F. Seidl. Er liest aus seinem hochaktuellen Kriminalroman "Fronten", in dem es um Rassismus und Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst geht und um dem Mut, sich dem entgegenzustellen.

Die Veranstaltungsreihe greift das derzeitige Spannungsfeld Demokratie – Grundrechte – Pandemie auf und wendet sich an alle, die jenseits von kruden Verschwörungsideologien sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Die Plattform hierfür bietet die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, „Neustadt lebt Demokratie“, die hierfür insgesamt fünf Autoren gewonnen hat.

Auf der Facebookseite von „Neustadt lebt Demokratie“ werden die von den Schriftstellern bereitgestellten Videosequenzen immer donnerstags um 18.30 Uhr veröffentlicht, anschließend können alle Interessierten mitdiskutieren. Natürlich gibt es bei der „Diskussion“ Einschränkungen. Die Beiträge können nur als Kommentare schriftlich unter die Lesung eingebracht werden und werden dann von allen Mitlesenden beantwortet oder weiter kommentiert. Die Diskussion wird vom Organisator und Autoren Leonhard F. Seidl sowie von Arno Speiser moderiert.

„Mithören und -lesen können alle Bürger, die sich auf der Facebookseite „Neustadt lebt Demokratie“ einfinden, eigene Beiträge einbringen, können jedoch nur Personen, die bei Facebook sind.“, erläuterte Seidl die weiteren Rahmenbedingungen.

Der Roman "Fronten" ist inspiriert von einem wahren Fall aus dem Jahr 1988. Im oberbayerischen Dorfen erschoss ein Mann aus Jugoslawien drei Polizisten, was eine Welle fremdenfeindlicher Reaktionen auslöste. Bis heute hält das Landratsamt Erding Schriftstücke über den Fall unter Verschluss. Ein bosnischer Waffensammler läuft Amok, ein Reichsbürger sinnt auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten – ein Kriminalroman nach einem wahren Fall - daraus liest Leonhard F. Seidl.

Die kurdische Ärztin Roja Özen ist vorbildlich integriert in der oberbayerischen Kleinstadt Auffing. Doch dann erschießt der Bosnier Ayyub Zlatar, als Kind aus Srebrenica geflohen, auf der Wache drei Polizisten und verschont die anwesende Roja. Alles sieht nach einem Anschlag des IS aus. Roja wird als Komplizin verdächtigt, verliert Patienten, Mann und Freunde. Markus Keilhofer, aufgewachsen bei fanatischen Reichsbürgern, will Muslime für das Blutbad büßen lassen. Als er bewaffnet in eine Moschee stürmt, stellt Roja sich ihm in den Weg ...

Geschickt verknüpft Seidl die Lebenswege der drei Protagonisten miteinander, die in einem packenden Finale aufeinandertreffen.

Über Leonhard F. Seidl :

Ein Autor mit vielen Facetten

Leonhard F. Seidl, geboren 1976, lebt in Fürth. Er ist Schriftsteller, Journalist, Herausgeber und Dozent für kreatives Schreiben. Sein vierter Roman Fronten (2017, Edition Nautilus) war für mehrere Preise nominiert und wurde 2019 als Theaterstück uraufgeführt. Seine Kurzgeschichten und Essays erscheinen in deutschen und internationalen Literaturzeitschriften und Zeitungen. Seine Kommentare und Artikel unter anderem in den Nürnberger und Fürther Nachrichten, in der Bayerischen Staatszeitung und der taz. Seidl ist Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), Mittelfranken, Mitglied des PEN und hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten. Unter anderem ein Stipendium der Stiftung Literatur (2019), das Literaturstipendium des Mittelalterlichen Kriminalmuseums Rothenburg ob der Tauber und Turmschreiber in Abenberg (2020). Sein fünfter Roman erscheint im Dezember 2020 im Volk Verlag. www.textartelier.de

Den Bericht über die Auftaktveranstaltung der erfolgreichen Diskussionsrunde finden Sie hier:

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