Neustadt an der Waldnaab
12.12.2018 - 14:10 Uhr

Engagiert, zufrieden, anständig

Zwei Bauanträge der Stadt selbst und der Wunsch der Feuerwehr für eine Werbetafel passieren den Stadtrat ohne Probleme. Im Anschluss hört das Gremium Reden, die nachdenklicher und weniger besinnlich sind als in den Vorjahren.

Die 800-Jahrfeier war vom ersten Tage an eine Feier für Neustädter jeden Alters und lockt viele Gäste an. Der Stadtrat zieht in seiner letzten Sitzung des Jahres ein positives Fazit der vielen Programmpunkte, von denen der Festzug nur einer war. Bild: Gabi Schönberger
Die 800-Jahrfeier war vom ersten Tage an eine Feier für Neustädter jeden Alters und lockt viele Gäste an. Der Stadtrat zieht in seiner letzten Sitzung des Jahres ein positives Fazit der vielen Programmpunkte, von denen der Festzug nur einer war.

"Als große Klammer" um das Jahr bezeichnete Bürgermeister Rupert Troppmann die Feier des 800. Geburtstages der Stadt. "Die daraus resultierenden Veranstaltungen und Projekte, das gestiegene Interesse an unserer Stadt und nicht zuletzt die über alle Maßen gelungene Darstellung nach Außen lassen viele Dinge in den Hintergrund treten", sagte der Bürgermeister in seiner Weihnachtsansprache. In Erinnerung rief er die beinahe Katastrophe beim Brand im Seniorenheim. "Nur Dank des professionellen Einsatzes unserer Feuerwehr und Sicherheitskräfte mussten keine Personenschäden registriert werden." Die Aufwendungen für die Feuerwehrleute erschienen seitdem in einem anderen Licht.

"Selbst die 800 Jahre, in denen unsere Stadt nachweislich existiert, nehmen sich bescheiden aus im Vergleich zu den mehr als 2000 Jahren, die das Christentum bewältigt hat", relativierte CSU-Sprecher Joe Arnold die Bedeutung des Stadtjubiläums. Er sprach von einem Jahr, das reich war an wunderbaren Begegnungen und Erlebnissen, die das Gemeinschaftsgefühl unter den Einwohnern gestärkt haben. "Dem gefühlten Eindruck einer auseinander brechenden, fast schon bösartigen Gesellschaft steht deutlich der erlebte Eindruck des Alltags gegenüber." Da treffen man eine Fülle an engagierten, zufriedenen und anständigen Menschen. "Auch in unserer Stadt erlebt man täglich Nächstenliebe, Zufriedenheit, selbstlosen Einsatz für andere, Opferbereitschaft, Fleiß, Ausdauer und vieles mehr, das unser Zusammenleben bereichert." Demokratie könne man nirgends kaufen. "Man muss sie leben."

Die beiden Gegenveranstaltungen zu den AfD-Veranstaltungen in der Stadthalle hätten ihm beweisen, dass es Sinn habe, für die gute Sache einzustehen, statt den Kopf angesichts von Hetze und negativer Stimmung einzuziehen, betonte SPD-Sprecher Achim Neupert. "Ich durfte erleben, wie groß die Bereitschaft in unserer Bevölkerung war, gegen diese Gruppierung Farbe zu bekennen, wie sich Kinder und Bürger jeden Alters quer durch alle Berufsgruppen friedlich gegen Hetze und Entmenschlichung gestellt haben." Die überwältigende Mehrheit stehe für Solidarität, Menschlichkeit und eine friedliche demokratische Gesellschaft. Sie sei nicht ausländerfeindlich oder gar rechtsradikal, sondern mache sich Sorgen um die Zukunft. Die Mehrheit erhoffe sich von der Politik verständliche Lösungsansätze, die sich am Wohl der Allgemeinheit und nicht an dem der Eliten und Lobbyisten orientierten. "Unsere Bürger vor Ort sind nicht gleichgültig, was ihre Stadt und ihr unmittelbares Lebensumfeld betrifft. Sie wollen mitreden, mitgestalten und ernst genommen werden."

Die 800-Jahrfeier habe Neustadt immer wieder zum kulturellen Zentrum des Landkreises gemacht, resümierte Gerhard Steiner im Namen der Freien Wähler. Er wünsche sich, dass das im kommenden Jahr beginnende Streben nach Stimmen und Sitzen für die Kommunalwahl 2020 fair und sachlich bleibe.

Werbetafel, Bauanträge, Bürgerversammlung:

Statt der Hinweistafel der Schüler auf die 800-jährige Stadt, werden ab dem Frühjahr an den Ortseingängen Schilder auf den 150. Geburtstag der Feuerwehr hinweisen. Wenn das Ereignis vorbei ist, werden wieder die Kunstwerke der Schüler angeschraubt.

Die Kita St. Joseph soll im Zuge der Sanierung des Roten Schulhauses einen Aufzug und einen Bewegungsraum im Dachgeschoss erhalten. Diesem Antrag der Stadt stimmte der Stadtrat ebenso zu, wie dem für die zeitweilige Entfernung einer Tragwand bei einer Sanierung der Wohnungsbaugenossenschaft St. Martin.

Von regen Diskussionen bei der bestbesuchten Bürgerversammlung seit langem sprach Rupert Troppmann. Anträge habe es keine gegeben, aber die Anregungen werde man wohl alle verwirklichen, meinte der Rathauschef. (ui)

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.