17.11.2020 - 17:26 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Erdaushubdeponie im Landkreis Neustadt/WN lässt weiter auf sich warten

Im Sommer 2019 hatte der Kreistag beschlossen, eine eigene Erdaushubdeponie zwischen Waidhaus und Kirchenthumbach zu bauen. Seitdem ist es um das Thema sehr ruhig geworden. Wegen Corona, aber nicht nur deshalb.

Erdaushub, wie er beim Haus- und Straßenbau anfällt, ist kompliziert zu entsorgen. Daher tut sich der Landkreis Neustadt/WN bislang auch schwer, eine eigene Deponie zu errichten.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Michaela Harrer, die im Landratsamt das Sachgebiet Abfallwirtschaft leitet, stellte dem Umweltausschuss des Kreistags den aktuellen Stand in Sachen möglicher Erdaushubdeponie vor. Die sollte zwischen 200000 und 800000 Quadratmeter groß sein und mindestens 15 Jahre genutzt werden können.

"Das ist leichter gesagt als getan", erläuterte Harrer. Gespräche mit der Bauinnung wegen der Bedarfsermittlung seien bislang coronabedingt ausgefallen. Ein Angebot einer Fachfirma habe sich als nicht umsetzbar herausgestellt. Daher liegen keine Zahlen vor, wie viel Aushub im Landkreis wohl tatsächlich anfallen würde.

Das ist nicht die einzige Unbekannte. Bis Ende Juni war ferner unklar, welche neuen Anforderungen das Bundesumweltministerium an eine neue Deponie stellen würde. Das hat die Kostenkalkulation kaum möglich gemacht.

Das heiße nicht, dass das Landratsamt deswegen untätig gewesen sei, erläuterte Harrer. Als Zwischenschritt prüfe die Verwaltung derzeit, wo Verfüllungen im Landkreis kurzfristig möglich seien. Ebenfalls in der Diskussion: eine Erdaushub-Börse. So etwas empfiehlt auch das Landesamt für Umwelt. Andere Landkreise hätten damit bereits gute Erfahrungen gemacht.

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Diese Börse würde in Form eines Webmoduls die Internetseite des Landkreises ergänzen. Sie richtet sich an denjenigen, der Aushub vom Bau seines Gartenteichs hat, genauso wie an die Hochbaufirma, die Boden für Fundamente aushebt. Sie alle können ihr Material auf dieser Börse verkaufen oder verschenken. Wer umgekehrt Aushub zum Verfüllen braucht, findet auf diese Weise Anbieter vor der Haustür. Die Börse soll heuer noch in Betrieb gehen.

Hundertprozentig überzeugt dieser Vorschlag die Kreisräte nicht. So wollten Udo Greim (SPD), Karl Meier (Freie Wähler) und Uli Münchmeier (CSU) wissen, wie man sicherstellen kann, dass ein Anbieter nicht belastetes Material auf den Markt bringt, das dann illegal irgendwo verarbeitet wird.

Harrer zitierte das Landesamt für Umwelt, dass in dieser Hinsicht noch keine negativen Erfahrungen vorliegen. Alfred Scheidler, der Chefjurist am Landratsamt, brachte stichprobenartige Kontrollen ins Spiel. Die seien ab einer bestimmten Größenordnung des Bauvorhabens gang und gäbe.

Wann aber mit dem Baubeginn einer Deponie zu rechnen ist, vermochte keiner zu sagen. Bislang landet Erdaushub aus dem Landkreis in umliegenden Deponien wie Steinfels, Wiesau oder Auerbach.

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