12.06.2019 - 17:13 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landkreis Neustadt liebäugelt mit eigener Deponie für Erdaushub

Das Landratsamt soll untersuchen, ob und wo es sich lohnt, dass der Landkreis Neustadt eine eigene Deponie für Erdaushub einrichtet. Das beschließt der Kreisausschuss.

Belasteter Erdaushub aus dem Kreis Neustadt landet auch auf der Deponie Steinmühle. Das muss nicht so bleiben. Der Kreisausschuss stellt die Weichen dafür, dass vielleicht bald schon eine eigene Lagerstätte zwischen Eslarn und Kirchenthumbach gebaut wird.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Weil allerorten viel gebaut wird, fällt auch jede Menge Aushub an. Der muss an Ort und Stelle wieder eingearbeitet werden. So sieht es das Gesetz vor. Ist das nicht möglich, wird die Erde auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht oder zum Befüllen von Gruben verwendet.

Sollte der Aushub aber mit Schadstoffen belastet sein, kommt nur eine Entsorgung auf Deponien infrage. Die nächstgelegenen sind Steinmühle bei Mitterteich, Wiesau und Auerbach. Private Unternehmen haben bereits vorgefühlt, ob sie eine Lagerstätte im Kreis Neustadt bauen und betreiben können.

Die Fachleute im Landratsamt rechnen aber damit, dass sich die Vorschriften weiter verschärfen könnten. Das hätte wesentlich mehr Bedarf an Deponiekapazitäten zur Folge. In diesem Fall könnte es sich lohnen, dass der Landkreis selbst baut. Dafür sollten aber vier Voraussetzungen erfüllt sein. Erstens die Bedarfsermittlung: Welche Mengen fallen an? Dazu sollen Firmen, andere Deponiebetreiber, Gemeinden und Straßenbauamt befragt werden. Danach käme die grobe Kostenschätzung. Schritt drei wäre die Standortfrage. Bei der würden auch das Wasserwirtschaftsamt und eventuell das Umwelt-Landesamt mitreden. Punkt vier wären die genauen Kosten.

Mit diesem Vorgehen sind sämtliche Parteien im Kreisausschuss einverstanden, nachdem der Umweltausschuss schon darüber beraten hatte. Dennoch gab es Diskussionsbedarf. "Die Standortermittlung wird das größte Problem", schwant Manfred Plößner (Freie Wähler). Das sieht Landrat Andreas Meier ähnlich: "Wir drehen uns im Kreis. Steigern wir die Mengen, brauchen wir wieder größere Flächen." Uli Münchmeier (CSU) brachte mehrere kleinere Standorte in verschiedenen Landkreisteilen - Ost, Mitte, West - wegen der kürzeren Transportwege ins Gespräch. Das hängt auch von Behörden wie dem Wasserwirtschaftsamt ab, erklärte Leiter Hermann Ach vom Sachgebiet Abfallwirtschaft.

Kreisbaumeister Werner Kraus regte an, für so eine Deponie vielleicht Anschluss- und Benutzungszwang zu verhängen. Das sei bei der früheren Deponie Kalkhäusl nicht so gewesen. Die habe daher auch nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Klaus Bergmann (Grüne) hätte gerne bei der Bedarfsermittlung eine getrennte Erfassung nach privatem und gewerblichem Aushub. Das ist kaum machbar, erklärte der Landrat: "Wenn Sie ein Haus mit einer Firma bauen, was ist dann privat und was gewerblich?"

Bergmann schlug auch vor, eventuell andere Landkreise anzusprechen, um gemeinsam etwas zu bauen. Das gefiel Gerald Morgenstern (CSU) weniger. Plößner pflichtete ihm bei: "Die günstigste Alternative wird immer die nächstliegende sein." In einem zweiten Schritt werde man sich bundesweit Anlagen zur Aufbereitung von Erden anschauen müssen. Bis wann eine Landkreis-Deponie dann in Betrieb gehen würde, ist zurzeit völlig offen.

Die Vorberatungen im Umweltausschuss

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