26.05.2019 - 23:17 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Die Europawahl im Landkreis Neustadt/WN: Grüne, Freie und AfD sahnen ab

Das Ergebnis der SPD fast halbiert, das der Grünen nahezu verdoppelt, die CSU mit leichten Verlusten, Freie Wähler und AfD legen zu.

Die Ergebnisse der Europawahl im Landkreis Neustadt/WN.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Letzteres trifft auch auf die Wahlbeteiligung zu. So sieht die Bilanz der Europawahl im Landkreis Neustadt aus. Stärkste Kraft in allen 38 Kommunen zwischen Eslarn und Kirchenthumbach ist weiter die CSU. Mit 48,3 Prozent der Stimmen verliert sie gegenüber 2014 nur leicht (49,23 Prozent). In 13 Städten und Gemeinden fährt sie noch über 50 Prozent ein. Traditionell ist sie in der kleinsten Kommune des Kreises, Kirchendemenreuth, am stärksten. In 12 Gemeinden erreichen die Christsozialen dagegen nicht einmal 45 Prozent. In Floß, wo sie es traditionell schwer haben, und in Etzenricht, sind ihre Werte am schlechtesten.

Für die SPDein schwacher Trost. Auch wenn sie kräftig Prügel bezogen haben, bleiben die Sozialdemokraten mit 11,7 Prozent die Nummer zwei im Landkreis. 2014 holten sie noch 20,96 Prozent. Grüne und AfD sind ihr somit dicht auf den Fersen. Immerhin in 16 Orten übertrifft die SPD ihr Gesamtergebnis, in Flossenbürg schafft sie sogar 23 Prozent. Dafür verkommt die Volkspartei andernorts fast zur Splittergruppe. Das gilt vor allem für die kleinen Dörfer. In Speinshart reicht es nicht einmal für fünf Prozent.

Platz drei teilen sich die Grünen und die AfD mit 9,9 Prozent. Auch für die Europawahl gilt bei den Grünen: Die Partei spielt auf dem flachen Land kaum eine Rolle, dafür kann sie in den Städten punkten. Das trifft auch auf die kleinen Zentren im Landkreis Neustadt zu. Rund um Weiden sieht die Welt für die Grünen rosiger auf. Mit 14,7 Prozent in Parkstein und 13,2 Prozent in Irchenrieth sind sie Zweite hinter der CSU. Auch in Schirmitz, Pirk und Theisseil hat die Ökopartei eine treue Anhängerschaft. Auch die verhalf ihr diesmal zu einem Wahlerfolg, der das Ergebnis von vor fünf Jahren (5,67 Prozent) blass aussehen lässt. Selbst in ihrer schwächsten Gemeinde, Georgenberg, kommen die Grünen auf 6,4 Prozent.

2014 wurde die AfDauf Anhieb drittstärkste Partei mit 7,5 Prozent. Diesmal kratzt sie hart an der 10 Prozent-Marke. Die packt sie sogar in 15 Kommunen. In Eslarn, Waidhaus und Schwarzenbach holen die Rechtsausleger ihre besten Resultate. In Theisseil oder Vorbach bleibt das Ergebnis dagegen weit unterdurchschnittlich. Am heftigsten in Kirchendemenreuth mit 3,4 Prozent. Ein bisschen kurios fällt die Analyse bei den Freien Wählern aus. Sie liegen 18 Mal über ihrem Durchschnitt von 7,5 Prozent (2014: 5,32 Prozent). In Theisseil, Störnstein oder Kirchendemenreuth steht sogar eine 12 oder eine 13 vor dem Komma. Allerdings sacken die Freien in einigen einwohnerstarken Gebieten mächtig ab, etwa in Pleystein, Vohenstrauß, Weiherhammer und Irchenrieth.

Streng genommen dürfte sich auch die FDP mit 2,3 Prozent als Gewinnerin fühlen. Und dann sind da noch die Splitterparteien. Unter ferner liefen fallen höchstens die Spaßvögel von "Die Partei" und die Tierschützer mit rund einem Prozent auf.

Überall spitze ist dagegen das Wahlteam des Landratsamts Neustadt um Sachgebietsleiterin Andrea Höning, EDV-Chef Klaus Güntner und Chefjurist Alfred Scheidler. Um 19.28 Uhr hatten sie alle ausgezählten Ergebnisse aus den Gemeinden vorliegen. Kein anderer Landkreis Bayerns war so schnell. Dabei hatten die Wahlhelfer vor Ort sogar wesentlich mehr zu tun. Die Wahlbeteiligung lag mit 58,7 Prozent wesentlich höher als beim letzten Mal (41,1). Am vorbildlichsten waren die Theisseiler (71,8%), am gleichgültigsten die Grafenwöhrer (49,4%).

Erste Reaktionen der Kreisvorsitzenden

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