31.05.2021 - 15:27 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Fronleichnam in Weiden und im Kreis Neustadt - ein Überblick

Filigrane Blumenteppiche, schwenkende Fahnen und Hunderte Gläubige: Fronleichnam feiern die Katholiken eigentlich immer groß. Ein Überblick über die Gottesdienste und Prozessionen im Kreis Neustadt/WN und in Weiden.

An aufwendig geschmückten Altären in den Straßen feierte der Pressather Pfarrer Edmund Prechtl 2018 noch zusammen mit Hunderten Gläubigen das Fronleichnamsfest. Wie wird das nun 2021 sein?
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Aufwendig sind jedes Jahr die Vorbereitungen für das Fronleichnamsfest. Altäre in den Straßen müssen geschmückt, massenweise Blüten in aller Herrgottsfrüh zu filigranen Blumenteppichen gelegt und die Gottesdienste vorbereitet werden. Für die Pfarreien eine logistische Herausforderung – alles muss lange Zeit vorher geplant werden, und viele Menschen helfen stets dabei mit. In Zeiten von Corona ist das wegen der oft schwankenden Inzidenzwerte aber schwierig, Spontanität wäre da eher das Stichwort. Deshalb – und natürlich auch, um das Infektionsrisiko zu minimieren – gibt es in diesem Jahr im Landkreis Neustadt/WN und in der Stadt Weiden nur eine abgespeckte Form von Fronleichnam. Ein Überblick:

Prozessionen mit Hunderten Menschen, wie in den Jahren vor der Coronapandemie, wird es in Pressath bei der Fronleichnam-Feier am Donnerstag nicht geben, kündigt Pfarrer Edmund Prechtl kurz vor dem katholischen Hochfest an. "Das ist ja nicht kalkulierbar, wie viele Leute kommen", erklärt er. Außerdem wäre es schwierig, an den aufgebauten Altären, zum Beispiel in der Alten Schulgasse, den erforderlichen Mindestabstand einzuhalten. "Da ist es so eng, das ist dann auch nichts. An den Altären staut sich's automatisch. Oder sie [Anmerkung d. Redaktion: die Leute] stehen bis zur Straße raus", vermutet der Pfarrer. Natürlich findet er es schade, dass das Fest nicht wie üblich gefeiert werden kann, doch er hegt bereits große Hoffnung auf das kommende Jahr. Heuer soll aber zumindest ein kleine Version von Fronleichnam stattfinden: ein Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche – mit Anmeldung.

Pfarrei Mariä Himmelfahrt Kirchenthumbach

Die Kirchenthumbacher Christen müssen in diesem Jahr ebenfalls auf eine Prozession verzichten. Stattdessen hält auch Pfarrer Augustin Lobo einen Gottesdienst. Mit Maske, Abstand und ohne Gesang sei eine Fronleichnamsprozession "nicht praktisch", wie er sagt. Zudem sei der Weg, den der Zug normalweise nimmt, in der Auerbacher Straße ein Stück weit wegen Bauarbeiten blockiert. Der Gottesdienst um 9.30 Uhr dagegen ist mit Videoübertragung ins Internet und eucharistischem Segen geplant. Freie Plätze in der Kirche gibt es nicht mehr, sagt Lobo. Sollte aber gutes Wetter sein, sollen noch Lautsprecher am Kirchplatz montiert werden, damit Gläubige zumindest dort den Gottesdienst mithören können.

Pfarreiengemeinschaft Vohenstrauß und Böhmischbruck

Auch in Vohenstrauß werden Gläubige und Vereine am Fronleichnamstag nicht durch die Straßen ziehen, heißt es aus dem Pfarrbüro. Stattdessen gibt es am Donnerstag um 8.30 und um 10 Uhr einen Gottesdienst in der Pfarrkirche, um 8.30 Uhr auch in Waldau.

Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Moosbach

In Moosbach wird um 10 Uhr das Festamt in der Pfarrkirche gefeiert. Der Gottesdienst wird per Lautsprecher auch nach draußen übertragen. Am Ende des Gottesdienstes zieht der liturgische Dienst in einer kleinen Prozession noch nach draußen, wo am Kriegerdenkmal ein Altar steht. Im Freien wird dann auch die Kommunion ausgeteilt. Die Feier schließt mit dem eucharistischen Segen, dem "Te Deum" und der Bayernhymne. Vereine dürfen mit Fahnenabordnungen am Fronleichnamsfest teilnehmen und sollen sich gleich zu Anfang draußen am Kriegerdenkmal aufstellen.

Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer Floß

Kein Gesang, dafür Maske und Abstand. Das ist für den Flosser Pfarrer Max Früchtl keine richtige Fronleichnamsprozession. Deshalb soll es in diesem Jahr lieber gar keine geben. Damit lehnt er sich auch an die Bitte der Diözese Regensburg an, keine Veranstaltungen zu organisieren, bei denen die erlaubte Obergrenze von 200 Teilnehmern überschritten werden könnte. Ein Verbot gibt es aber nicht. "Wahrscheinlich wollen sie sichergehen, dass keine neue Infektionen ausbrechen", kommentiert der Pfarrer. Ganz verstehen kann er die Regularien trotzdem nicht.

Pfarreiengemeinschaft Neustadt/WN

Zumindest eine kleine Ein-Mann-Prozession hat Pfarrer Josef Häring in Neustadt/WN geplant. Beim Gottesdienst um 8.30 Uhr in St. Georg hat er vor, vom Hochaltar zum Marienaltar in der Kirche zu gehen und dann hinaus auf den Kirchplatz. "Da ist aber alles eng. Das nutzt fast nichts, wenn die Gottesdienstbesucher mit raus gehen", bedauert er. Mehr als seine kleine Prozession sei momentan einfach nicht möglich. "Prozessionen muss man ja lange vorher planen und mitteilen, wo die Altäre aufgebaut werden. Die Leute müssen Blumen sammeln, es ist eine logistische Herausforderung", weiß der Pfarrer. Ob es dieses Jahr vielleicht trotzdem einen Blumenteppich geben wird, da lässt er sich noch überraschen. "Das überlasse ich dem Pfarrgemeinderat", sagt er.

Pfarrei Weiden St. Konrad

In St. Konrad in Weiden wird es am Donnerstag eine Fronleichnamsprozession geben, allerdings auch nur eine kleine bis zum Parkplatz der Kirche. Immerhin: Bis zu 200 Christen dürfen daran teilnehmen, heißt es aus dem Pfarrbüro. Auch ein Blumenteppich an dem Outdoor-Altar soll gelegt werden. Der Gottesdienst, der vor der Prozession stattfindet, beginnt um 10 Uhr in der Kirche.

Pfarrei St. Johannes Weiden

Mit Gottesdiensten und einem Blumenteppich will auch Pfarrer Gerhard Pausch von St. Johannes Weiden Fronleichnam begehen. Nach der Messe geht er mit der Monstranz außerdem noch vor die Kirche und segnet die Stadt, so hat er es sich vorgenommen. "Mehr ist leider nicht möglich. Aber ich denke, dass die Leute Verständnis haben. Wir sind schon froh, dass überhaupt Gottesdienste gefeiert werden dürfen", betont er und denkt da an die Osterzeit im vergangenen Jahr. Die Messen sind in St. Johannes um 9.30 Uhr und in der Pfarrei Herz-Jesu in Weiden um 8 und 11 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Fronleichnam in Waldsassen live im Ersten

Waldsassen
Hintergrund:

Fronleichnam-Fakten

  • Woher kommt das Wort?

    Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Fronleichnam bedeutet so viel wie Fest des Leibes Christi.

  • Wann wird gefeiert?

    Fronleichnam fällt immer auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten. In diesem Jahr somit auf den Donnerstag, 3. Juni.

  • Wo wird gefeiert?

    Fronleichnam ist in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ein gesetzlicher Feiertag. In Thüringen und in Sachsen haben die Menschen nur in überwiegend katholischen Regionen frei. In den anderen Bundesländern wird ganz regulär gearbeitet.

 

 

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