Neustadt an der Waldnaab
10.08.2018 - 11:13 Uhr

Grüne Lunge mit zwei Flügeln

Zwei Jahre hat Rupert Troppmann noch Zeit, als Bürgermeister in seiner Stadt Ideen zu verwirklichen. Auch wenn so manches kaum vorstellbar ist, sieht er sich doch eher als Macher, denn als Schöpfer von Wolkenkucksheimen.

Nach einem halben Jahrhundert Dornröschenschlaf möchte Bürgermeister Rupert Troppmann aus den Industriebrachen an der Floß einen Grüngürtel machen. Bild: ui
Nach einem halben Jahrhundert Dornröschenschlaf möchte Bürgermeister Rupert Troppmann aus den Industriebrachen an der Floß einen Grüngürtel machen.

(ui) Die Industriebrachen der alten Glasfabriken liegen dem Stadtoberhaupt schon lange am Herzen. Unübersehbar stehen sie direkt am Bocklweg. Troppmann schwebt an dieser Stelle ein Grüngürtel im Tal der Floß vor. Er will die Ruinen im Idealfall nicht komplett tilgen. Schließlich sind sie ein bedeutender Faktor in der Geschichte der Stadt.

Ein Entwicklungskonzept ist bei einem Marktredwitzer Büro beauftragt. Im Herbst soll der Stadtrat die Ergebnisse erfahren. Das Projekt ist ein direkter Ausfluss aus dem Stadtentwicklungskonzept (ISEK).

Geht es nach dem Bürgermeister bekommt Neustadt neben der Waldnaab im Norden einen zweiten grünen Lungenflügel im Süden für Senioren, Kindergartenkinder und Anwohner. "Es könnte eine tolle Sache werden." Die Floss könnte soweit möglich in ihr altes Bachbett zurück und durch das Areal mäandern, auf dem jetzt noch die Reste von Osram und Tritschler stehen. Hinweistafeln und möglicherweise Mauerreste sollen Zeugnis von der Glasindustrie an dieser Stelle ablegen, wie es früher aussah zwischen der Teufelsinsel unterhalb der Stadthalle und der Bergmühle Floß aufwärts.

An der Fabrikstraße wäre genügend Raum für einen Buswendeplatz und für Autoabstellflächen, um das Chaos bei der Schülerbeförderung am Felix zu verringern, aber auch für Erholungssuchende und Jogger. "Den kurzen 250 Meter langen Weg durch den Wald kann man Schülern zumuten", ist Troppmann überzeugt. "Der Weg wurde hergerichtet, ist beleuchtet und hat ein Geländer."

Für die Realisierung brauche man jetzt Konzepte und Gutachten, die vom Landratsamt zum Teil in Auftrag gegeben werden. Die Kosten wisse man, wenn die Sanierer auch die künftige Nutzung kennen.

"Wir brauchen 90 Prozent Förderung, dann schaffen wir das", ist Troppmann überzeugt. Der Stadt sei es einiges wert, die innerörtliche Industriebrache wegzubekommen. "Die Gespräche mit dem Landratsamt und dem Landkreis laufen." Es sei möglich, 2020 anzufangen oder sogar schon angefangen zu haben.

"Wenn wir dann soweit wären, zu sagen, dieses Konzept wird umgesetzt, dann hätten wir mit dem Brauhaus zusammen zwei große städtebaulichen Konzepte angegangen. Das wäre eine tolle Sache." Unterm Strich gehe es bei allen Projekten darum, dass sich die Bürger wohlfühlen und sie spüren, dass es ihre Stadt sei, "die Stadt der Neustädter".

Gewerbegebiete:

Zu den alten Industrieruinen müssen nicht unbedingt neue dazukommen. In Neustadt sei die Gewerbeentwicklung schwierig, weil die Flächen rar seien, meint Bürgermeister Rupert Troppmann. "Man muss nicht auf Biegen und Brechen in jeder Kommune Gewerbeflächen anbieten." Im Umkreis von zehn Kilometern gebe es hervorragende Gewerbegebiete. "Deren Ressourcen muss man nutzen." Für Neustadt sei es wichtiger, den ortsansässigen Firmen etwas anzubieten und Handwerker wie Elektriker und Spengler vor Ort zu halten. (ui)

Nach einem halben Jahrhundert Dornröschenschlaf möchte Bürgermeister Rupert Troppmann aus den Industriebrachen an der Floß einen Grüngürtel machen. Bild: ui
Nach einem halben Jahrhundert Dornröschenschlaf möchte Bürgermeister Rupert Troppmann aus den Industriebrachen an der Floß einen Grüngürtel machen.
Nach einem halben Jahrhundert Dornröschenschlaf möchte Bürgermeister Rupert Troppmann aus den Industriebrachen an der Floß einen Grüngürtel machen. Bild: ui
Nach einem halben Jahrhundert Dornröschenschlaf möchte Bürgermeister Rupert Troppmann aus den Industriebrachen an der Floß einen Grüngürtel machen.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.