15.11.2019 - 08:41 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Hackschnitzel wärmen Neustädter Schulen

Mindestens tausend Tonnen CO 2 im Jahr spart das neue Hackschnitzel-Heizwerk hinter dem Gymnasium, das unter anderem alle Schulen versorgt. „Während andere reden, handeln wir schon“, sagt Landrat Andreas Meier bei der Einweihung.

Landrat Andreas Meier und der EDL-Geschäftsführer Dr. Carsten Schaefer (Zweiter und Dritter von rechts) durchschneiden das Band zur Treppe in die Tiefen des Heizwerks. Bürgermeister Rupert Troppmann (rechts), der Naturenergie-Geschäftsführer Hans-Peter Lang (Vierter von rechts) und die Schulleiter beobachten den offiziellen Akt. .
von Gabi EichlProfil

Betreiberin der Anlage ist die BayWa Energie Dienstleistungs GmbH (EDL), die Hackschnitzel liefert die Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß. Meier sieht den Landkreis eigenem Bekunden nach damit in einer Vorreiterrolle. Die Nähe zu den Schulen in der Kreisstadt könne helfen, den Gedanken des nachhaltigen ökologischen Handelns in den Köpfen der jungen Menschen zu verankern. Dies ganz besonders, da der Rohstoff aus der Region stamme.

Dr. Carsten Schaefer, der Geschäftsführer der BayWa EDL, sagt: „Damit machen wir die örtliche Wärmeversorgung zukunftssicher und nahezu CO2-neutral.“ Pfarrer Josef Häring, der die Anlage zusammen mit seinem evangelischen Kollegen Ulrich Gruber segnet, spricht von einem „wichtigen Meilenstein für die Nahwärmeversorgung“.

Das neue Heizwerk versorgt außer den Schulen und dem Schulamt in der Kreisstadt aktuell das Hospiz der Kliniken AG und fünf private Haushalte, insgesamt sind das zwölf Anschlüsse, für die 1,7 Kilometer Leitungen verlegt wurden. Eine Erweiterung in Richtung Stadtzentrum ist laut Schaefer jederzeit möglich, entsprechende Anfragen lägen bereits vor. Eine entsprechende Nachfrage vorausgesetzt sei ein Ausbau schon von 2020 an möglich. An Rohstoff-Nachschub mangelt es nicht; die Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß könnte nach den Worten ihres Geschäftsführers Hans-Peter Lang problemlos mehrere weitere solcher Anlagen mit Hackschnitzeln beliefern.

Der Hackschnitzelkessel des neuen Werks in der Bildstraße hat eine Heizleistung von 1700 Kilowatt; als Ersatz und Reserve für Spitzenzeiten ist zusätzlich ein Heizölkessel mit 2800 Kilowatt Leistung eingebaut.

2014 hatte der Landkreis die energetische Versorgung seiner Gebäude europaweit ausgeschrieben. Baubeginn für das Heizwerk war 2016, von Juli 2017 bis November 2018 wurden die Leitungen und Anschlüsse erstellt. Seit Anfang 2019 versorgt das Heizwerk die angeschlossenen Gebäude und Haushalte mit Fernwärme. Den Hackschnitzelverbrauch in diesem ersten Jahr beziffert Schaefer auf etwa 5000 Kubikmeter. Der EDL-Geschäftsführer sagt, regenerative Wärme sei immer noch ein vernachlässigtes Thema, umso beispielgebender sei das Bemühen des Landkreises und der Stadt um ein energieeffizientes Heizsystem.

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