Das Ergebnis war keine Überraschung. Die Mehrheit der Wahlberechtigten im Landkreis Neustadt/WN hat dem amtierenden Landrat Andreas Meier (CSU) erneut das Vertrauen ausgesprochen. Er erreichte 64,8 Prozent der Stimmen. Nach dem vorläufigen Endergebnis vom Sonntagabend geht der 48-Jährige in der kommenden Wahlperiode in seine dritte Amtszeit. Das zweitbeste Ergebnis holte Rebekka Fischer (Freie Wähler) mit 19,1 Prozent, vor dem SPD-Kandidaten Tino Bayer mit 11,2 Prozent und Simon Escher-Herzog mit 4,8 Prozent. Das Interesse angesichts von vier Kandidaten war bei den Wählern groß. Viele Zugriffe legten schon bald nach 18 Uhr die Internetseite des Landratsamtes neustadt.de lahm. Die Wahlbeteiligung lag mit 73,8 Prozent etwas höher als 2020 (71,5 Prozent).
Meier setzt in guter Tradition die Erfolge der CSU bei den vergangenen Kommunalwahlen fort, die seit Jahrzehnten den Landkreis fest „in schwarzer Hand“ hält. Mit weiteren sechs Jahren im Chefsessel tut er es seinem Vorgänger Simon Wittmann aus Tännesberg gleich, der ebenfalls dreimal wiedergewählt wurde und von 1996 bis 2014 Landrat war. Vor ihm saß der Neustädter Anton Binner von 1984 bis 1996 im Landratsamt auf dem Posten.
Deutlicher Sieg für Meier
Mit seinem Ergebnis ist Meier hochzufrieden, wie er am Sonntagabend gegenüber Oberpfalz-Medien äußerte. Vor sechs Jahren kam er auf 62,6 Prozent. „Jetzt noch einmal zuzulegen, ist absolut toll. Ich habe eher mit weniger gerechnet.“ Er werde in der neuen Amtszeit weiter anpacken, mit hoffentlich einem ebenso starken Kreistag hinter sich, wie er sagte. Die ersten Glückwünsche nahm er traditionell im Landratsamt entgegen, bevor er an seinem neuen Wohnort Wurz, Gemeinde Püchersreuth (hier wählten ihn 73,2 Prozent), mit Ehefrau Jutta mit Sekt anstieß.
Es war ein souveräner Sieg der CSU, alles andere hätte überrascht. Dass er so deutlich ausfiel, mag auch den drei relativ unbekannten Herausforderern geschuldet gewesen sein. Sogar für Insider blieben die Kandidaten im öffentlichen Wahlkampf eher unauffällig. Sie warben überwiegend auf Veranstaltungen ihrer Parteien um Wählerstimmen. Dass sie sich in politisch schwierigen Zeiten und in Ermangelung namhafter „Schwergewichte“ aus den eigenen Reihen das Amt dennoch zutrauten, ist ihnen hoch anzurechnen.
Also leichtes Spiel für den Amtsinhaber? Nicht unbedingt, zumal die CSU bayernweit seit der letzten Kommunalwahl in der Wählergunst Sympathien einbüßte. Wenige Tage vor der Wahl lag sie bei 33 Prozent. Doch Andreas Meier kommt seine langjährige Erfahrung zugute – als Landrat und zuvor zwölf Jahre als Bürgermeister von Windischeschenbach. So brachte er den Landkreis durch die Corona-Pandemie und managte die Auswirkungen des Ukrainekrieges. „Ich traue mir gerade in schwierigen Zeiten eine verlässliche Führung zu“, sagte er vor Kurzem. Understatement klingt anders. Größtes Thema bleibe auch 2026 die Kliniken AG, deren Erhalt für ihn außer Frage stehe. Weiter investiert werden soll in die Bildung der Kinder. Stichwort: Schulsanierungen und -neubauten. Angesichts steigender Ausgaben im Kreishaushalt und ungewisser Fördermittel für die Projekte auch für Meier eine zunehmende Herausforderung.
Glückliche FW-Kandidatin
62 Landratsposten in Bayern standen am Sonntag zur Wahl. Von den 313 Bewerbern waren 69 Frauen. Eine davon war im Landkreis Neustadt/WN Rebekka Fischer aus Tännesberg. Die 34-Jährige trat spontan für die Freien Wähler an und warf ihre Erfahrung als Markträtin in den Ring. Es reichte mit 19,1 Prozent auf Anhieb für den beachtlichen Platz zwei hinter Meier. Ihr Ergebnis lag damit über dem von Tobias Groß, der im Jahr 2020 13,8 Prozent erreichte. Bei der U18-Kommunalwahl des Kreisjugendrings vor wenigen Tagen wählten 18,3 Prozent der Jugendlichen die FW-Kandidatin auf Platz zwei. Das traf es fast genau.
Für Rebekka Fischer war von Anfang an klar, dass sie die Chance ergreifen wolle. „Ich habe nichts zu verlieren“, sagte Fischer vor der Wahl. Relativ kurzfristig hatte sie sich erst bei der Nominierungsversammlung für eine Kandidatur für den Kreistag entschieden. Ihre Parteikollegen sahen sie außerdem als Landrätin. Sie wäre immerhin die erste im Neustädter Kreis gewesen. Das Wunder ist nicht passiert. Aber Rebekka Fischer ist „sehr glücklich“, wie sie am Telefon sagte. Im Hotel „Zur Post“ feierte sie mit den Tännesberger Freien Wählern. „Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis. Und das bei einer Vorlaufzeit von nur vier Monaten.“ Die Zeit des Wahlkampfes sei für sie in jedem Fall lehrreich gewesen. Jetzt hofft sie auf den Einzug in den Kreistag. Ob sie noch einmal antreten würde? „Wer weiß. Ich bin jetzt 34, und in sechs Jahren ist wieder eine Wahl.“
Die SPD blieb insgesamt eher blass. 11,2 Prozent der Wähler sahen Tino Bayer (49), Busunternehmer aus Pleystein, als Landrat. Sein Ergebnis liegt unter dem von vor sechs Jahren. Damals kam die SPD mit Peter Lehr auf 16,5 Prozent. Bei der Wahl 2014 waren es für Udo Greim noch 21,3 Prozent. Von solchen Ergebnissen entfernt sich der Berliner Koalitionspartner jedoch immer mehr. Tino Bayer hätte Expertise aus der Wirtschaft und als Arbeitgeber einbringen können, wollte unter anderem den Landkreis zum familienfreundlichsten Bayerns machen. Sein Abschneiden kommentierte er knapp: "Es war klar, dass wir Meier nicht aus dem Sessel heben werden. Aber immerhin liegt das Ergebnis über zehn Prozent". Den Wahlabend verbrachte er in Luhe-Wildenau, wo seine Frau Julia Bayer (SPD) für das Bürgermeisteramt kandidiert hatte. Sie unterlag dem Amtsinhaber der CSU.
Linken-Kandidat erleichtert
Die Grünen hatten diesmal keinen Landratskandidaten nominiert. Auch die AfD benannte keinen Bewerber für das höchste Amt im Landkreis. Dafür zeigte zum ersten Mal Die Linke Präsenz. Sie hat ihre Stammwähler normalerweise eher auf Bundesebene als in der Kommunalpolitik. Ihr Kandidat Simon Escher-Herzog (37) wollte in der Nordoberpfalz Verantwortung übernehmen. Mit 4,8 Prozent aus dem Stand gelang ihm durchaus ein Überraschungserfolg. „Das Ergebnis ist top. Ich bin aber sehr froh, dass es jetzt vorbei ist“, sagte er gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Umstände im Vorfeld waren für Escher-Herzog alles andere als einfach. Der Kandidat und seine Partei hatten zuletzt den Wahlkampf zurückgefahren, nachdem der Neustädter Morddrohungen erhalten hatte. Seine Nervenstärke, wie er gegenüber Oberpfalz-Medien sagte, habe dadurch einen gehörigen Dämpfer bekommen. „Das hat mein Weltbild ganz schön erschüttert.“ Nun hofft er auf einen Sitz im Kreistag. Ein Spitzenkandidat wolle er in Zukunft nicht mehr sein.
Über die Autorin: Redakteurin Stephanie Hladik berichtet seit vielen Jahren aus dem Weidener Stadtgeschehen und dem Landkreis Neustadt/WN.





























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