Neustadt an der Waldnaab
23.01.2026 - 17:26 Uhr
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Vier Landratsbewerber und 68 Bürgermeisterkandidaten im Landkreis Neustadt/WN

Die Bewerber für ein politisches Amt stehen nicht Schlange. Das zeigt sich vor allem bei den Bürgermeisterwahlen. Insgesamt 373 Frauen und Männer streben einen Sitz im Kreistag an. Eine Partei kann hier am 8. März nicht gewählt werden.

Um die 60 Sitze im Neustädter Kreistag bewerben sich 373 Frauen und Männer auf acht Wahllisten. Für die FDP kann kein Kreuzchen gemacht werden. Ihr Wahlvorschlag wurde vom Wahlausschuss für ungültig erklärt, weil die benötigten Unterstützerunterschriften nicht ausreichten. Symbolbild: Sebastian Gollnow/dpa
Um die 60 Sitze im Neustädter Kreistag bewerben sich 373 Frauen und Männer auf acht Wahllisten. Für die FDP kann kein Kreuzchen gemacht werden. Ihr Wahlvorschlag wurde vom Wahlausschuss für ungültig erklärt, weil die benötigten Unterstützerunterschriften nicht ausreichten.

Wer will Landrat werden?

Drei Männer und eine Frau bewerben sich am 8. März für den Chefposten im Landratsamt Neustadt/WN. Für Amtsinhaber Andreas Meier (CSU) wäre es die dritte Wahlperiode seit seiner Wahl im Jahr 2014. Die Herausforderer sind Rebekka Fischer (Freie Wähler), Tino Bayer (SPD) und Simon Escher-Herzog (Die Linke). Vor sechs Jahren traten bei der Landratswahl vier männliche Kandidaten an.

Wie viele Parteien wollen in den Neustädter Kreistag?

Die Liste ist lang, aber nicht rekordverdächtig. Neun Vorschläge für die Wahl zum Kreistag waren bis zum Stichtag 8. Januar eingereicht worden, genauso viele wie bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2020. Nachdem der Wahlausschuss am 20. Januar über die Gültigkeit der eingereichten Wahlvorschläge beraten hatte, blieben acht Parteien übrig. Dies sind: CSU (60 Bewerber), Freie Wähler (60), AfD (20), Die Grünen (43), SPD (60), Junge Union (60), ÖDP (45) und Die Linke (25). Insgesamt bewerben sich somit auf Listen 373 Frauen und Männer für die 60 Sitze im Kreistag.

Die FDP ist nicht dabei. Ihr eingereichter Wahlvorschlag wurde für ungültig erklärt.

Warum die FDP nicht gewählt werden kann?

Die FDP war im Neustädter Kreistag bisher zusammen mit der Wählergruppe UW (Unabhängige Wähler) als gemeinsamer Wahlvorschlag angetreten und hat in der laufenden Wahlperiode zwei Sitze im Kreistag. Für die Kreistagswahl 2026 hat die FDP nun einen alleinigen Wahlvorschlag eingereicht. Da sie jedoch bisher nicht allein im Kreistag vertreten war, gilt sie damit als neuer Wahlvorschlag, wie Marcel Weidner, Pressesprecher am Landratsamt Neustadt/WN auf Anfrage von Oberpfalz-Medien mitteilt. Hinzu kommt, dass die FDP seit den letzten Wahlen weder im Landtag noch im Bundestag vertreten ist. Die Liberalen mussten deshalb wie im Wahlgesetz vorgesehen Unterstützerunterschriften sammeln. Die Listen dafür lagen laut Weidner vom Tag des Eingangs des Vorschlags am 17. Dezember bis zum 19. Januar bei den Gemeindeverwaltungen auf. 340 Unterschriften hätte die FDP benötigt, am Ende waren es nur 27. In der Folge hat der Wahlausschuss in seiner Sitzung den Wahlvorschlag nicht zugelassen.

Was sagt der FDP-Kreisverband Weiden-Neustadt/WN?

"Es ist bedauerlich, dass wir Unterschriften sammeln mussten", sagt FDP-Kreisvorsitzender Christoph Skutella auf Nachfrage. "Bislang war die FDP gemeinsam mit der UW mit zwei Kreisräten vertreten, wobei wir Oliver Mutterer im vergangenen Jahr als FDP-Mitglied verloren haben." Am 8. März wollte man wieder mit einer eigenen Liste antreten. Es fanden sich zwölf Bewerber, darunter auch Parteilose, die in dreifacher Nennung auf der Liste standen. Dass sie nun keine Chance bekommen, sei unbefriedigend.

Skutella engagiert sich seit über 20 Jahren in der Politik. "Ich habe schon viel erlebt, aber aktuell ist das die forderndste Zeit", sagt er. "Uns fehlt die liberale Stimme auf Bundesebene. Die allgemeine politische Lage spielt uns nicht in die Karten." Soweit er mitbekommen habe, sei es bayernweit für FDP-Kreistagslisten nicht einfach gewesen. Es sei "eine Mammutaufgabe", das bis zu den nächsten Wahlen zu ändern. Im Kreisverband Weiden-Neustadt/WN werden die Liberalen weiterhin mit Stammtischen und Infoveranstaltungen Präsenz zeigen. Mit Blick nach Weiden hofft Skutella zumindest hier auf mehr Erfolg. Hier treten die Liberalen mit eigener Stadtratsliste und einem Oberbürgermeisterkandidaten an.

Wo gibt es die meisten Bürgermeisterkandidaten?

Jeweils vier Bewerber gibt es in Etzenricht, Eslarn und Neustadt/WN. Die Auswahl unter drei Kandidaten haben die Bürger in Pleystein, Vohenstrauß und Waldthurn auf dem Wahlzettel.

Wo gibt es nur einen Bewerber für den Chefposten im Rathaus?

"Es wird immer schwieriger, Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters zu finden", sagt Irchenrieths scheidender Bürgermeister Josef Hammer. Das spiegelt sich auch bei der Kommunalwahl 2026 wider. In auffallend vielen Kommunen im Landkreis, nämlich in 13 von 38, gibt es nur einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Dies sind: Grafenwöhr, Irchenrieth, Kirchendemenreuth, Kohlberg, Leuchtenberg, Moosbach, Neustadt am Kulm, Schlammersdorf, Schwarzenbach, Speinshart, Störnstein, Tännesberg und Trabitz.

Ähnlich sieht es auch im Nachbarlandkreis Tirschenreuth aus. Hier gibt es in elf der 26 Kommunen nur einen Bewerber.

Wo wird am 8. März kein Bürgermeister gewählt?

In zwei der 38 Gemeinden im Kreis Neustadt/WN wird am 8. März kein Bürgermeister gewählt. Dabei handelt es sich um Georgenberg und Kirchenthumbach. Hier gibt es seit dem vergangenen Jahr neue Bürgermeister, nachdem Neuwahlen notwendig geworden waren.

In Georgenberg ist das Wolfgang Bock (CSU), der im Februar 2025 die Nachfolge von Marina Hirnet (CSU) antrat, nachdem sie sich Ende 2024 von dem Posten zurückgezogen hatte.

In Kirchenthumbach sitzt seit Januar 2025 Ewald Plößner (CWG) im Rathaus. Er folgte Jürgen Kürzinger (SPD), der krankheitsbedingt ausgeschieden war.

Wie ist das Nachrücken von Ersatzkandidaten geregelt?

Über das Nachrücken entscheiden die Parteien in ihren Aufstellungsversammlungen, informiert Pressesprecher Weidner. Scheiden Bewerber aus, können zum Beispiel Ersatzleute deren Plätze einnehmen. Oder es rücken die Personen nach, die in der Reihenfolge nach dem Ausgeschiedenen aufgeführt sind. Die Ersatzleute würden dann entsprechend am Ende der Liste nachrutschen.

Wann werden die Stimmzettel gedruckt?

Am 3. Februar wird endgültig über die Zulassung aller Wahlvorschläge entschieden. Danach erfolgt deren öffentliche Bekanntmachung und die Übermittlung an das Landesamt für Statistik. Spätestens jetzt wird der Druck der Stimmzettel in Auftrag gegeben.

Wann werden die Wahlbenachrichtigungskarten verschickt?

Theoretisch ab dem 26. Januar (dem 41. Tag vor der Wahl) können die Gemeinden mit dem Verschicken der Wahlbenachrichtigungskarten beginnen. Sie werden bis spätestens 15. Februar (21. Tag vor der Wahl) verschickt. Im Landkreis Neustadt/WN werden rund 80.000 Wahlberechtigte Post erhalten.

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