30.09.2020 - 11:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neustädter Faschingsgesellschaft zieht Gaudibremse

Den 11.11. um 11.11 Uhr hat die Neustädter Faschingsgesellschaft in diesem Jahr aus ihrem Terminkalender gestrichen. Es wird keine fünfte Jahreszeit geben. Auch der Faschingszug fällt aus.

Kein Fasching 2020/21 in der Kreisstadt: Kulturreferent Max Peter und Bürgermeister Sebastian Dippold bekommen die Entscheidung von den Faschingsvereinsvorsitzenden Jürgen Trescher, Kevin Hammer und Julian Kuttner (von links) erläutert.
von Ernst FrischholzProfil

Noch am 20. August war in den Oberpfalz Medien zu lesen: „In Neustadt an der Waldnaab wird die Faschingssaison 2020/21 fleißig vorbereitet. Erste Bands sind gebucht, und die neuen Prinzenpaare wurden gewählt. Wir sagen Fasching nicht ab. Falls die Regierung ein Verbot ausspricht, dann halten wir uns dran", hatte der Vorsitzende des Vereins Neustädter Faschingszugs, Jürgen Trescher, verkündet.

Als einer der größten Vereine im Landesverband Ostbayern sind die Neustädter besonders für ihren Faschingsumzug bekannt. Doch nun hat der Faschingsverein hat die „Gaudireißleine“ gezogen. Dies teilten bei einem Gespräch im Sitzungssaal des Rathauses Vorsitzender Trescher sowie seine beiden Stellvertreter Kevin Hammer und Julian Kuttner Bürgermeister Sebastian Dippold und Kulturreferenten Max Peter mit.

Neustadts Stadtchef Dippold sprach von einer Entscheidung mit Tragweite. Zugleich attestierte er dem Verein ein über den Kommerz hinausgehendes Verantwortungsbewusstsein. Natürlich sei der nach dem Ostbayerischen Faschingszug zweitgrößte in Neustadt/WN ein besonderes Aushängeschild, aber aufgrund der aktuellen Lage sei wohl das Planen eines solchen Massenevents mit 25.000 Besuchern oder auch von Faschingspartys, bei denen es drunter und drüber geht, fehl am Platz.

Neustädter im August noch zuversichtlich

Neustadt an der Waldnaab

Dippold bescheinigte Trescher, Hammer und Kuttner sachliches Analysieren und Handeln. Bis vor ein paar Tagen sei man noch im Planungsmodus für eine Faschingssaison gewesen, sagte Trescher. "Wir waren im Plan", sagte Trescher. Die Prinzenpaare standen fest. Sie sagten aber zu, auch 2021/22 zur Verfügung zu stehen. Die Gardemädchen trainieren trotzdem fleißig.

Im Faschingsverein sei man traurig, aber zugleich auch stolz darauf, dass die 130 Aktiven unter den knapp 500 Mitgliedern die Flinte nicht ins Korn werfen. 80 Termine hätte es gegeben. Die werden sich reduzieren, denn einige Events im kleinen Rahmen wie etwa den Sturm aufs Rathaus ohne Prinzenpaar, oder kleine Auftritte in Seniorenheimen oder Kindergärten bei entsprechend hygienischen Bedingungen gedenkt man trotzdem einzuplanen. "Wir sind in keine großen finanziellen Vorleistungen gegangen", sagte Trescher. Darum stehe man auch nicht unter Druck.

Kulturreferent Peter zollte dem Faschingsverein Respekt und Anerkennung, Veranstaltungen, die ihres gleichen suchen, mit dem Highlight Faschingszug zu streichen. "Die Stadt ist sich auch der Tragweite bewusst und bietet dem Faschingsverein in jeder Lage und auch weiterhin vollste Unterstützung an", stellte Bürgermeister Dippold heraus. Kein Fasching in der Kreisstadt tue schon weh.

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