11.11.2019 - 13:02 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neustädter Stadtkapelle begeistert beim Jubiläumskonzert

„Was wäre ein Leben ohne Musik?“, fragt Landrat Andreas Meier. „Und was wäre es ohne die Stadtkapelle, die ihr 40-jähriges Bestehen feiert?“ Diese Frage beantworten die Zuhörer beim gelungenen Jubiläumskonzert mit Beifallsstürmen.

Ein schmissiger Beginn beim Jubiläumskonzert der Stadtkapelle Neustadt bringt das Publikum in der voll besetzten Stadthalle gleich auf Betriebstemperatur.
von Redaktion ONETZProfil

Vorsitzender Reinhold Schwarzmeier begrüßte am Kirwa-Sonntag in der voll besetzten Stadthalle auch eine Delegation des Patenvereins aus Waldmünchen. Musikerin Simone Scherb führte nie langatmig, doch informativ und spontan durch die Veranstaltung. Dabei erinnerte sie an so manche Begebenheit im Vereinsleben, das auch mit Bildern auf einer Leinwand veranschaulicht wurde. Nach der Gründung 1979 als Jugendblaskapelle durch Ludwig Bayer, die Karl Wildenauer seit 1982 leitet und 2013 den Titel „Stadtkapelle“ erhielt, trat das Blasorchester in ganz Deutschland, Tschechien, Österreich, Ungarn und sogar in Japan auf.

Wildenauer hatte seine 46 Musiker, ein klanggewaltiges Blasorchester mit Könnern an den Instrumenten, stets mit feinfühligen Gesten und Schlagfiguren in Griff und führte sie zu Höchstleistungen in der Interpretation der einzelnen Stücke. Mit seinem neuen Programm zeigte er – bei bewährter Stilrichtung – die Vielseitigkeit seiner Blaskapelle auf.

Der schmissige Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ des deutschen Komponisten Rudi Fischer eröffnete die Reihe konzertanter Melodien. Bei den vielschichtigen „Variazioni in Blue“ des Niederländers Jacob de Haan schlossen sich der feierlichen ornamentalen Einleitung melodische Blueselemente an, gefolgt von einer temporeichen osteuropäischen Variation hin zum hymnenartigen Schluss. Als Bravourstück stellte sich auch das beschwingte „Twinkling Flute“ des Amerikaners Richard Comello heraus, ein von Anna-Lena Bär und Monika Gast beeindruckend vorgetragenes Solo für zwei Querflöten mit schnellen Sechzehntelnoten. Es ließ erahnen, wie in der Morgendämmerung durchbrechende Sonnenstrahlen Tautropfen zum Glitzern bringen. Zusammen mit fünf Musikern brachte Johannes Preßl, Leiter des Percussions-Ensembles, mit Schlag- und Effektinstrumenten seine Eigenkompositionen „Anpfiff“ mit Sambaklängen und „Brotzeit“ als Body-Percussion zur Uraufführung.

Gekonnt meisterte das Orchester anspruchsvolle Potpourris und Medleys mit Ohrwurmcharakter wie beim Ausflug ins Musical „My fair Lady“ („With a Little Bit of Luck“, “I Could have Danced All Night”) , bei der swingenden „Glenn-Miller-Parade” (“Moonlight Serenade”, “In the Mood”) oder beim „Rock it“-Medley von Blasmusikkomponist Kurt Gäble („Rock around the clock“, „Let’s twist again“ ). Auch die “Beach Boys Golden Hits” hatte Gäble arrangiert und zum Thema „Sonne, Strand und Kalifornien“ die Hits „Barbara Ann“, „Sloop John B“ und „Surf in USA“ verarbeitet.

Die ganze Liebe der Kapelle und ihres Publikums gehört aber der böhmisch-mährischen Blasmusik. Der weiche Klang der Hörner und Tuben wurde bei den Polkas „Boršická“ von Josef Repa und „Lhánická“ von Jan Slabák von den kräftigen Trompeten und Posaunen abgelöst und durch die Klarinetten und Flöten untermalt. Angela Schramek und Wilhelm Kirchberger sangen im Duett den gefühlvollen Walzer „Böhmischer Wind“, das erste Stück, das die Kapelle nach ihrer Gründung eingeübt hatte, die romantische Polka „Böhmische Liebe“ und die Liebeserklärung „Wir Musikanten“. Kein Wunder, dass das Publikum mit Stehapplaus als Zugaben noch die Blasmusikhymnen unserer Zeit forderte: die Polkas „Böhmischer Traum“ und „Auf der Vogelwiese“ sowie den Marsch „Dem Land Tirol die Treue“, des Bürgermeisters Lieblingsstück, das dieser selbst dirigierte.

Ein Highlight: das Solo für zwei Querflöten mit Anna-Lena Bär und Monika Gast.
Die Stadtkapelle in voller Aktion.
Die heutigen Musikertrachten (rechts) und die Ausgabe davor.
Moderatorin Simone Scherb.
Verneigung nach einem tollen Konzert.
Die Stadtkapelle in voller Aktion.
Auch der Nachwuchs ist dabei.
Body-Percussion mit Händen und Füßen, an Bierkrügen und Flaschen.
Die allerersten Musiktrachten der Kapelle.
Das Percussions-Ensemble unterhält vor der Pause.
Angela Schramek und Wilhelm Kirchberger als Sängerduo.
Das Percussions-Ensemble unterhält vor der Pause.
Standing Ovation und Zugabe-Rufe des Publikums.
Bürgermeister Rupert Troppmann dirigiert seinen Lieblingsmarsch.
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