11.06.2021 - 15:34 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Nur Geld ist nicht für alles da: Viele Ideen für Neustädter Innenstadt

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Neustadt will in den nächsten Jahrzehnten sein Stadtbild aufhübschen. Dazu muss viel geschehen, erklärten Experten den Stadträten.

Der Stadtplatz ist das Sahnestück Neustadts. Außen herum ist aber vielerorts Sanierungsbedarf da, sagen Fachleute vom Planungsbüro Kuchenreuther.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Für was es alles Fördergeld gibt: Die Stadt Neustadt beantragte nun Mittel aus einem Programm der Regierung der Oberpfalz namens "Innenstädte beleben". Damit sollen Bayerns Kommunen in die Lage versetzt werden, "den Folgen der Pandemie in den Innenstädten und Ortskernen durch aktives handeln entgegenzuwirken". Und was da alles gefördert werden könnte: ein Bürgerfest, ein Hinterhoffest "zum bewussten Erlebbar-Machen der malerischen Altstadt" oder Open-Air-Serenaden in der Freizeitanlage. Der Stadtrat beschloss einstimmig, es mal zu probieren.

Ohne Förderung sind auch viel größere Projekte nicht möglich. Dazu gehört der Riesenkomplex "Sanierungsgebiet", mit dem große Teile des Stadtgebiets attraktiv und zukunftsorientiert entwickelt werden sollen. Das zieht sich über Jahre. Einen Zwischenstand dazu gaben Ralf Köferl und Lisa Kuchenreuther vom Planungsbüro Kuchenreuther aus Marktredwitz, das die Stadt in dieser Angelegenheit berät.

Als Oberziele nannten die beiden die Schaffung und Erhaltung von Grünzügen an der Floß; die Neuordnung des Verkehrs, sprich weniger Auto mehr Platz für Fußgänger; einen guten Branchenmix aus Wohnen, Gewerbe und Gastronomie; die soziale Verträglichkeit aller Maßnahmen.

Das alles seien Baustellen für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Im Idealfall könnte es nächstes Jahr damit losgehen, je nachdem wie viele Eigenmittel die Stadt aufbringt, erklärte Köferl auf eine Frage von Thomas Hauer (CSU).

Tatsächlich ist die Finanzierung ungewiss. Der klassische Fördersatz beläuft sich auf 60 Prozent von der Regierung und 40 Prozent Eigenanteil. "Das ist zu wenig, wir brauchen Mittel aus weiteren Programmen", fürchtet Josef Arnold (CSU). Doppelförderung sei schwierig, aber eventuell gebe es weitere Töpfe für energetische Maßnahmen, machte Köferl Karl Meier (Freie Wähler) Mut, der sich danach erkundigt hatte.

Ohne eine Priorisierung der Einzelmaßnahmen wird es wohl nicht gehen. Zwar glänze Neustadt mit einer geschlossenen giebelständischen Bebauung am Stadtplatz, drumherum täten sich aber einige Missstände auf. Als Beispiele nannte Köferl die alte Lateinschule und ihren Umgriff, die Gloserer-Häuser rund um die Stadthalle oder die Freyung inklusive Hochwasserschutz und Baulücken. In der Freyung mangle es vor allem an Aufenthaltsqualität in der Gastronomie, dafür fließe dort einfach zu viel Verkehr.

Bei allen damit verbundenen Umbauten oder ähnlichem müsse aber niemand Angst haben, versicherte der Planer: "Privateigentum wird nicht angetastet, wenn jemand nicht will."

Mehr aus dem Stadtrat Neustadt/WN

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