(ui) Mit leisen Schlägen zapfte die Ministerin vor dem Neuen Schloss in Oberschleißheim gleich zwei Fässer an. Das sei für sie das erste Mal gewesen, bekannte die gebürtige Badenserin. Ihre Pressesprecherin attestierte der Ärztin augenzwinkernd eine Präzision wie bei ihren Schnitten als Chirurgin.
"So lange habe ich noch nie auf ein Bier gewartet", hatte zuvor Schafferhof-Wirt Reinhard Fütterer geklagt. Nach zweieinhalb Stunden Festakt standen die beiden Oberpfälzer Zoiglfässer umringt von zahlreichen Gästen aus ganz Bayern ungeöffnet auf einem Tisch im Schlosspark. Zwar dauerte es nicht lange, bis die Ministerin aus dem Festsaal im Obergeschoss kam, doch der Durst war groß bei Schafzüchtern, Berchtesgadener Weihnachtsschützen und anderen Kulturträgern.
Kiechle zapfte an, füllte Weingläser mit Neuhauser- und Mitterteicher Zoigl und verteilte das Freibier unter den Gästen, die trotz eines auch sonst guten Getränke- und Essensangebots dicht an dicht um die soeben zum Kulturerbe geadelten Fässer drängten. Landtagsabgeordneter Tobias Reiß sprach von einer Bestätigung der echten Oberpfälzer Zoiglkultur. "Sie ist ein liebenswertes Aushängeschild der Region und präsentiert hervorragend unsere bodenständige und ehrliche Art."
Ihn verfolge der Zoigl derzeit regelrecht, schmunzelte Eslarns Bürgermeister Reiner Gäbl. Erst vor kurzem hatte er ebenfalls in München die Auszeichnung Goldene Bieridee für seine Gemeinde entgegengenommen, und am Wochenende hatte er mit Finanz- und Heimatminister Albert Füracker den Grundstein für das erste von fünf Zoigldenkmälern in der Region gelegt. "Man kann sich nichts Schöneres vorstellen, als mit dieser Tradition zu leben und sie voranzubringen", bekannte der Rathauschef, der eigenen Hausbrauerzoigl im Keller hat. "Die Entwicklung beim Zoigl ist schon enorm", blickte sein Mitterteicher Kollege Roland Grillmeier auf die Veränderungen während seiner 15-jährigen Amtszeit. Der Zoigl sei in ganz Bayern bekannt und ein wichtiger Faktor für den Tourismus.
Charakteristisch sei das gemeinschaftliche Brauen in den lokalen Kommunbrauhäusern, hatte Professor Daniel Drascek in seiner Vorstellung beim Festakt über den Zoigl gesagt. Auf diesen wichtigen Faktor für die Besonderheit der Oberpfälzer Brautradition verwies Zoigl-Werbeikone Norbert Neugirg ebenso wie auf Drasceks weiteren Satz, dass die traditionell eher geringen Produktionsmengen einen nur zeitweisen Ausschank in wechselnden Lokalitäten bedingten. Angemerkt, Seite 3
Neustadt an der Waldnaab
04.07.2018 - 21:36 Uhr
Premiere für Ministerin
von Uwe Ibl
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