Neustadt an der Waldnaab
17.06.2018 - 09:02 Uhr

Projekt DJK funktioniert

Ein kurzweiliger Kommersabend ist der Auftakt zum Festwochenende zum 90-Jährigen der DJK. Es werden keine ausufernden Reden geschwungen. Im Gegenteil: Nach nur gut 75 Minuten gehen die Besucher im Sportheim zum gemütlichen Teil über.

Mit einem Festkommers beginnen die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Vereinsjubiläum der DJK. Vorsitzender Wolfgang Schwarz (Fünfter von rechts) hält einen kurzweiligen Vortrag. Die Grußredner (am Bild) sind  voll des Lobes für die hervorragende Arbeit des Vereins. prh
Mit einem Festkommers beginnen die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Vereinsjubiläum der DJK. Vorsitzender Wolfgang Schwarz (Fünfter von rechts) hält einen kurzweiligen Vortrag. Die Grußredner (am Bild) sind voll des Lobes für die hervorragende Arbeit des Vereins.

(prh) „Heute würde man die Gründung eines Vereins wahrscheinlich als Projekt bezeichnen, mit einer Projektgruppe und einem Projektziel“, führte Vorsitzender Wolfgang Schwarz in seinem Festvortrag zur Vereinsgeschichte aus, der von einer PowerPoint-Präsentation begleitet wurde. Die Zeiten seien schwer gewesen damals, als 1922 die ersten Bestrebungen zur Gründung eines Vereins für die Jugend im Gange waren. Erst am 3.6.1928 gelang die Gründung des Katholischen männlichen Jugendvereins, aus dem dann die DJK St. Martin entstanden ist. Erster Vorsitzender sei Hans Meister gewesen, den man einmal beim Anschießen eines Fests in die Hand geschossen habe. Sportbetrieb sei aber erst möglich gewesen, als 1930 das Jugendheim und das Stadion „Schwarze Erde“ (wegen der schwarzen Schlacke aus den Glasfabriken) auf dem von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelände des ehemaligen Froschweihers gebaut worden seien.

Schwarz nannte als weitere geschichtliche Eckpunkte des Vereins die Einstellung des Vereinsbetriebs 1939 durch das Nazi-Regime, die Wiedergründung 1952, den Bau eines neuen Sportplatzes samt Sportheim an der Alten Tirschenreuther Straße im Jahr 1965, den Bau der Tennisplätze 1975 oder die Anlage des B-Fußballfeldes mit Hilfe der US Army 1991. Mit den neuen Sportmöglichkeiten sei auch die Mitgliederzahl rasant gestiegen und habe 2002 mit 1700 Mitgliedern (aktuell knapp 1600 Mitglieder) einen Höchststand erreicht.

Schwarz bezog immer wieder die Vereinschronik in seinen Vortrag mit ein und wusste so manche Anekdote. So habe zum Beispiel ein ASV-ler die Jugendspieler mit Eis von einem Spiel abgehalten, oder hätten Vorstandssitzungen bis weit nach Mitternacht unter Anordnung der wörtlichen Protokollierung gedauert. Am Ende seines lockeren und kurzweiligen Vortrags zog der Vorsitzende das Fazit: „Das Projekt DJK funktioniert immer noch. Die verschiedenen Projektgruppen fühlen sich immer noch angesprochen.“

Bürgermeister Rupert Troppmann gratulierte zum Jubiläum. „Leider wird manchmal zu kritisch mit den Vorgängen im Verein umgegangen. Rückblickend betrachtet waren alle Entscheidungen zu ihrer jeweiligen Zeit notwendig, richtig und nicht übers Knie gebrochen“, fand er. Abschließend sprach er den Verantwortlichen, die es verstanden hätten, das Gute aus der Vergangenheit aufzunehmen und Neues aus der Gegenwart in die Entwicklung des Vereins einzubauen, ein großes Kompliment aus. DJK-Kreisvorsitzender Siegmund Balk: „Der Vorsitzende reiht sich in eine Reihe von Vorgängern ein, seine Arbeit hat Tradition, ist aber auch auf Höhe der Zeit und hat Zukunft“, führte er aus. Besonders gut gefalle ihm, dass bei der DJK jeder seinen Platz finde, vom Kind bis zum Senioren.

Manfred Lederer überbrachte Grüße des BLSV Kreises Weiden/Neustadt. Besonders freue es ihn, dass der Verein viel Wert auf die Jugendarbeit lege. Auch wenn stabile Wertestrukturen bei Jugendlichen ins Wanken zu geraten scheinen: „Aber gerade der Sport überwindet Schranken und soziale Milieus, er integriert und verbindet.“ Trotz veränderter gesellschaftlicher Bedingungen und gestiegenen Anspruchs- und Erwartungshaltungen sei es der Sport wert, dass man sich engagiere.

ASV-Vorsitzender Juan Villas stellte trotz aller sportlichen Rivalität viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Vereinen fest und erinnerte an die bestehende Spielgemeinschaft im Tennis. Am Ende gratulierte Stadtpfarrer Josef Häring. „Hier wird hervorragende Arbeit für Kinder und Jugendliche geleistet. Was hier geschieht ist ein großer Dienst an der Gesellschaft und auch der kirchlichen Gemeinde“, schloss er.


„Das Projekt DJK funktioniert immer noch. Die verschiedenen Projektgruppen fühlen sich immer noch angesprochen“.

DJK-Vorsitzender Wolfgang Schwarz in seiner Festrede

 
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