31.07.2020 - 12:29 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Restaurant "Kuhlemann" eröffnet in Neustadt/WN

Jeder, der durch Neustadt fährt, kommt daran vorbei. Doch kaum einer hat bemerkt, dass seit knapp zwei Wochen ein neues Restaurant für gehobene Küche eröffnet hat.

Adrian Kuhlemann will sich im elterlichen Hotel einen Ruf als Feinschmecker-Koch erarbeiten.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Das Hotel Grader in der Freyung ist eine Institution. Dazu will es der Sohn der Besitzerin auch bringen – mit seinem Nachnamen: Kuhlemann. So heißt sein Restaurant, das zuletzt die Pizzeria Messer im Hotelgebäude beherbergt hat.

Adrian Kuhlemann hat Küche und Gastraum monatelang auf Vordermann gebracht, mit der Bank einen Businessplan erstellt und Lieferketten geknüpft. Seit etwa 14 Tagen bewirtet er auch Gäste. Auf eine Eröffnungszeremonie mit Bürgermeister und kirchlichem Segen hat er verzichtet, in die Werbung ist er auch noch nicht gegangen. Es soll langsam anlaufen.

Ein kleiner Nachteil bei diesen Temperaturen: Das "Kuhlemann" hat keinen Freisitz. Nächstes Jahr will der 31-jährige Chef aber auch auf der Terrasse Besucher verköstigen. Einstweilen präsentiert sich der Gastraum für maximal 40 Personen einladend. Zum 100 Jahre alten Parkett passen dunkles Holz an den Wänden, hohe Rundbogenfenster und stylishe Tische, die dem erhabenen Ambiente Schick verleihen.

Das tut auch die Karte. Kuhlemann setzt ausschließlich auf Abendbetrieb und Menüs: Die derzeitigen fünf Gänge lesen sich so: Karotte, Brot und Butter, Kartoffel und Salat, Lachsforelle mit Kraut, Reh mit Lauch, Cremeeis und Kaffee, Petit four. Alles bio und nur aus der Region.

Hinter dem unprätentiösen Auftritt verbirgt sich eine nicht alltägliche Laufbahn des Küchenchefs. Adrian Kuhlemanns Wanderjahre begannen in der "Weiherblasch" in Schönsee, setzten sich fort im Nürnberger "Essigbrätlein" und führten schließlich nach Stuttgart zu Sternekoch Vincent Klink auf die "Wielandshöhe". Bei einem Gastro-Stipendium in der Schweiz hospitierte Kuhlemann ferner bei einem Winzer, einem Senner, einem Metzger und einem Bäcker.

All diese Einflüsse sollen in den Menüs zu schmecken sein. "Es geht mir in der Anfangsphase darum, Qualität zu erreichen und danach meinen eigenen Stil, mit dem ich mich von der Lehre emanzipieren möchte." In der Küche geht ihm dabei Roman Lifschitz zur Hand, der vorher im Weidener "Stadtkrug" gearbeitet hat.

Außergewöhnlich ist die Weinkarte. Auf ihr steht "Ab vom Schuß", ein ironischer Hinweis auf die Lage der neuen fine-dining-Adresse im Oberpfälzer Grenzland. Und auf die Weine: Rebsorten und Marken, die nicht überall zu bekommen sind aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Das ist nicht ganz billig, aber in der Kreisstadt eben auch noch nicht dagewesen.

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