07.01.2021 - 17:37 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Rund um Neustadt/WN fühlen sich Vögel wohl

560 Kilogramm verfütterte Manfred Witt im vergangenen Jahr an Meisen, Rotkehlchen, Kleiber & Co. Der Vogelwart freut sich über die Vielfalt und hofft bei der LBV-Aktion „Stunde der Wintervögel“ auf eine Bestätigung seiner Beobachtungen.

Fast täglich im Einsatz ist Vogelwart Manfred Witt, beobachtet und versorgt an verschiedenen Futterstellen die Vögel rund um die Kreisstadt. Als Mitglied im OWV unterstützt er auch die Zählung der Wintervögel, die von LBV und Nabu initiiert wird.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Seit über 40 Jahren kümmert sich Manfred Witt für den OWV um die Vogelwelt rund um die Kreisstadt. 16 Futterstellen an verschiedenen Standorten betreut er ehrenamtlich, schaut fast täglich vorbei. In diesem Winter hat er Meisen, Baumläufer, Buchfinken, Buntspechte oder Eichelhäher gesichtet. „Heuer ist besonders viel los“, freut sich Witt. Auch der Grünfink habe das erste Mal seit Jahren wieder vorbeigeschaut.

Das lässt für die landesweite Mitmachaktion des Landesbund für Vogelschutz „Stunde der Wintervögel“ hoffen, die vom 8. bis 10. Januar stattfindet. Hier melden Naturfreunde ihre privaten Vogelbeobachtungen an den LBV, der dann Rückschlüsse auf die Tierbestände oder ihr Zugverhalten ziehen kann.

Hecken wichtige Brutplätze

Auch Manfred Witt meldet „seine“ Vögel regelmäßig an den OWV-Hauptverein. Die LBV-Aktion findet er gut. „Es kommt sehr darauf an, wie tierfreundlich wie unsere Gärten gestalten“, sagt der 66-Jährige. Über die Jahre gesehen, könne man schon feststellen, dass es weniger Vögel gibt. „Werden Hecken abgeholzt oder Unkräuter vernichtet, fehlen dadurch Nistplätze und Futterquellen. Wir haben es in der Hand, dagegen etwas zu tun.“

Ein Vogelhäuschen auf dem Balkon oder im Garten könne ein Anfang sein. „Wichtig ist, dass es geschützt hängt oder steht, damit Raubvögel wie der Sperber oder Katzen kein leichtes Spiel haben.“

Tipps: Vögel richtig füttern

BesserWissen

Weniger Drosseln

Wechselnde Beobachtungen macht Verena Bauer vom LBV-Kreisverband Weiden-Neustadt. „In diesem Winter fehlen mir die Elstern. Letztes Jahr waren bestimmt regelmäßig 25 Tiere da“, berichtet die Neustädterin, die regelmäßig mit Witt zusammenarbeitet. Auch Drosseln hätten sich rar gemacht. Dafür habe sie überraschend viele Zeisige („Die müssten jetzt eigentlich im Süden sein“) und Rotkehlchen in ihrem Garten beobachtet.

Bauer füttert das ganze Jahr. Die Tiere wissen das, und kämen zahlreich. „Aber noch besser wäre es natürlich, wenn unsere Landschaften von vornherein vogelfreundlicher gestaltet würden und wir nicht zufüttern müssten.“ Die 42-Jährige hofft, dass viele Bürger bei der Zählung mitmachen. Schon im ersten Lockdown habe der LBV ein starkes Interesse an der Natur festgestellt.

Andrang am Vogelhäuschen

Friedenfels
Info:

"Stunde der Wintervögel" - So machen Sie mit

  • Gezählt wird vom 8. bis 10. Januar
  • 1 Stunde lang auf dem Balkon, im Garten oder in Parks. Von jeder Art die höchste Anzahl
    notieren, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist.
  • Beobachtungen können online unter www.stunde-der-wintervoegel.de bis zum 18. Januar gemeldet werden.
    Am 9. und 10. Januar von 10 bis 18 Uhr auch unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/1157-115.
  • Im Januar 2020 beteiligten sich in Bayern über 27.000 Naturfreunde und
    meldeten über 685.500 Vögel. Am häufigsten waren Haussperling und Kohlmeise. (Quelle: LBV)

 

 

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