05.06.2020 - 17:17 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

So geht's: Spazierengehen mit Hund, aber ohne Streit

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Immer wieder kommt es zwischen Landwirten und Hundebesitzern zu Problemen: Aber was ist beim Gassi-Gehen in der Natur eigentlich erlaubt – und was nicht? Experten aus Weiden und Neustadt/WN geben Antworten.

Hund und Herrchen sind bereit: Doch was ist eigentlich beim Gassi-Gehen erlaubt, was verboten?
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Wenn Herrchen oder Frauchen mit Hunden in der Natur unterwegs sind, ergeben sich viele Fragen. Muss man immer seinen Hundekot aufsammeln? Gibt es in Bayern eine Leinenpflicht? In welchem Zeitraum darf man Wiesen nicht betreten? Nicht selten kommt es deshalb zu Streitigkeiten zwischen Landwirten und Hundehaltern. Claudia Prößl, Pressesprecherin des Landratsamtes Neustadt/WN, weiß, dass die Situation zwischen den beiden Parteien ein "häufiges Reizthema" darstellt.

Streit zwischen Landwirt und Hundebesitzerin in Vohenstrauß

Vohenstrauß

Betreten verboten

Dabei sind die Regelungen, die im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert sind, eindeutig: Grundsätzlich kann jeder die freie Natur – auch ohne Einverständnis des Eigentümers – zum Genuss oder zur Erholung betreten. Mit einer Ausnahme: Landwirtschaftlich genutzte Flächen dürfen während der Nutzzeit (circa März bis Oktober) nur auf vorhandenen Wegen betreten werden.

Gefahr für Hund durch Traktor

Vor allem die Verunreinigung der landwirtschaftlichen Felder durch Hundekot stellt für die Landwirte ein Problem dar, wie Claudia Prößl erklärt: "Manche Tierkrankheiten werden durch Hundekot auf Rinder, Schafe oder Pferde übertragen, wenn sie diesen mit dem Gras fressen." Zudem könnten die Hunde allgemein bei der landwirtschaftlichen Arbeit stören, weidende Nutztiere oder Wildtiere gefährden oder durch landwirtschaftliches Gerät verletzt werden.

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Vohenstrauß

Keine Leinenpflicht in Bayern

Während es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen oder Hamburg sogar eine allgemeine Leinenpflicht gibt, sieht die Lage in Bayern anders aus, wie Thomas Herrmann vom Ordnungsamt der Stadt Vohenstrauß erklärt: "In Bayern gibt es keine Leinenpflicht, aber Kommunen können zum Beispiel für Spielplätze andere Regelungen festlegen."

Problem: Hundekot

Auch der Bayerische Bauernverband bittet darum, Hunde an die Leine zu nehmen und darauf zu achten, keinen Kot in den Wiesen zu hinterlassen. Klaus Gieler, Fachberater beim Bauernverband im Raum Weiden, erklärt: "Wir können es niemandem verbieten auf den Wiesen spazieren zu gehen, aber wir bitten um Verständnis, dass das kein Hundeklo ist.

Landwirte klagen: Immer mehr Hundekot

Wenn der Hund auf dem Acker läuft, ist das weniger problematisch." Vor allem wenn das frisch gemähte Gras direkt verfüttert werde, könnten Fäkalienreste zu Krankheitssymptomen bei den Tieren führen. Der Bauernverband plädiere, so Gieler, sogar für einen Hunde-Führerschein, wo grundlegendes Wissen, auch über Einschränkungen beim Gassi-Gehen, gelehrt werde.

Speziallfall: Spaziergang am Bachlauf

Obwohl die Gewässerrandstreifen an Bachläufen nicht garten- oder ackerbaulich von Landwirten genutzt werden dürfen und auf den ersten Blick als Niemandsland erscheinen, gibt es auch hier Einschränkungen. Pressesprecherin Claudia Prößl erklärt: "Zwar dürfen Gewässerstreifen mit einem Abstand von fünf Metern nicht garten- oder ackerbaulich benutzt werden, eine Wiesennutzung ist jedoch zulässig. Auch diese Grünflächen dürfen während der Zeit des Aufwuchses nicht betreten werden. Wird der Uferstreifen also als Wiese genutzt, darf er nicht betreten werden."

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