28.01.2021 - 16:02 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Steigende Pegel und Blitzeis drohen: Bürger sollen vorbeugen

Der Wetterbericht lässt so manchen Bürgermeister im Landkreis Neustadt sowie den Oberbürgermeister Weidens unruhig werden. Auf starke Niederschläge und Tauwasser soll ein Temperatursturz folgen. Hausbesitzer sollen sich vorbereiten.

Die Gullys sollten vor dem angekündigten Niederschlag freigeräumt werden, damit das Wasser besser abfließen kann.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Die Wetterdienste rechnen in der Region Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN in den kommenden Tagen zunächst mit hohen Niederschlagsmengen und Tauwasser. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kommt der Niederschlag zunächst als Schnee, später als Regen runter. Bei dem erwarteten Temperaturanstieg wird Tauwetter einsetzen. Deshalb ist mit hohen Wassermengen zu rechnen. Ab Samstag wird darüber hinaus ein Temperatursturz auf bis zu minus 6 Grad vorhergesagt. Wasserpfützen würden sich dann zu Eisflächen verwandeln. Blitzeis wäre also die Folge.

Prognose des Deutschen Wetterdienstes

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Weidener Oberbürgermeister bittet um Mithilfe

Einige Bürgermeister sind angesichts dieser Voraussagen alarmiert und wenden sich mit einer Bitte an die Bürger. So schreibt der Weidener Oberbürgermeister Jens Meyer auf der Homepage der Stadt: "Ich bitte alle Hausbesitzer, schon im Vorfeld die Straßeneinläufe (Gullys) an den Grundstücken freizuräumen, damit das Wasser abfließen kann. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag, Unfällen vorzubeugen".

In Neustadt "immer Angst vor solcher Wetterlage"

Ähnlich besorgt verfolgt der Neustädter Bürgermeister Sebastian Dippold die Berichte der Wetterdienste: "Angst muss man bei einer solchen Wetterlage in Neustadt immer haben. Bei uns ist alles Berg. Wir haben die Situation schon seit ein paar Tagen im Blick. Aber eins ist klar, der Bauhof wird das alleine nicht leisten können, alles freizuräumen." Insofern könne er den Aufruf seines Kollegen in der kreisfreien Stadt sehr gut verstehen. Mit Blick auf die zu erwartende Schmelzwassermenge müsse man in Neustadt vor allem auch die Naab und die Floß hinsichtlich der Hochwasserlage beobachten.

Bauhof bereits alarmiert

Alexander Lang, Bauhofleiter der Stadt Neustadt/WN, will sich auf die stündlich neuen Wettervorhersagen nicht verlassen. "Zuerst hieß es, es fallen 50 Liter pro Quadratmeter, jetzt sind es nur mehr 20 Liter." Er hat sein Team zwar auf eine Nachtschicht eingestellt, glaubt aber, "dass es bei uns im Stadtgebiet überschaubar bleiben wird." Die Kanäle an den neuralgischen Punkten der Kreisstadt habe man bereits freigeräumt. "Aber wir können nicht alle 1500 Kanaldeckel im Stadtgebiet kontrollieren", meint der Bauhofleiter. Wenn jeder Anwohner die ein bis zwei Gullys in seiner Umgebung vom Schnee befreien würde, wäre das schon "eine gute Sache".

Waldthurn: "Ist doch schön, wenn es mal wieder regnet"

Viel entspannter geht der Waldthurner Bürgermeister Josef Beimler mit der prognostizierten Wetterlage um. Panik zu verbreiten, steht nicht auf seiner Agenda, obwohl mit dem Fahrenberg auf einer Höhe von 800 Metern ein schneereiches Gebiet in seinem Gemeindebereich liegt: "Das Wasser läuft schon ab. Und wenn es nicht abläuft, gibt es Eis. Dann werden wir die Straßen salzen. Es ist halt Winter. Ist doch schön, wenn es mal regnet, und wir haben wieder Wasser."

Flossenbürg: Eher Wiesen als Ortskern in Gefahr

Ähnlich sieht es sein Flossenbürger Amtskollege Thomas Meiler: "Wir sehen da kein Problem für unsere Gemeinde. Die Gullys gefrieren nicht zu, das Wasser taut weg und läuft in die Kanalisation. Schwieriger wird es vermutlich draußen auf den Feldern und Wiesen, wenn das Wasser bergabwärts fließt und sich dann auf der Fläche staut." Einen Notfallplan für den Bauhof brauche es in den nächsten Tagen in Flossenbürg jedenfalls nicht.

Grafenwöhr: "Wird nicht außergewöhnlich viel"

Sorgen wegen überfluteter Straßen und Grundstücke macht sich der Grafenwöhrer Bürgermeister Edgar Knobloch nicht. "Ich rechne nicht damit, dass es außergewöhnlich viel wird", sagt er – auch, wenn er kein Wetterexperte sei. Das Schmelzwasser sei aber sowieso weniger für die Gullys ein Problem, sagt er, sondern eher für die Fließgewässer, die dann über die Ufer treten könnten. Doch auch hier hat der Bürgermeister derzeit keine Bedenken. Und um die Gullys müssten sich die Grafenwöhrer Bürger sowieso keine Sorgen machen, denn: "Der Bauhof muss die Gullys eh frei halten. Regelmäßig. Nicht nur, wenn Hochwasser anstehen könnte."

Pressath: "Gully-Deckel sind alle frei"

In der Stadt Pressath, durch die die Haidenaab fließt, blickt Bürgermeister Bernhard Stangl ebenfalls entspannt auf die prognostizierte Wetterlage: "Die Gully-Deckel sind in der Regel alle frei." Der Bauhof sei aber angewiesen, noch einmal ein besonderes Auge darauf zu haben. Auch die Bürger sollten sich melden, sollten sie ein zu großes Wasserloch entdecken. Ansonsten könne man es nur so hinnehmen, wie es komme, meint der Bürgermeister. "Es ist ja immer noch die Natur."

Auch im Kreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg wird vor Hochwasser gewarnt

Amberg

Begehrte Ware: Langlauf-Ausrüstung

Vohenstrauß
Hintergrund:

Was ist eigentlich Blitzeis

  • Wenn Regen auf gefrorenen Boden fällt, entsteht Glatteis.
  • Blitzeis ist kein meteorologischer Ausdruck. Er soll nur beschreiben, wie überraschend eisglatte Straßen entstehen können.
  • Blitzeis entsteht, wenn Regentropfen auf kalten Boden fallen und in der Regel gleichmäßig gefrieren.
  • Fallen Eiskörnchen, spricht man von Eisregen. Dieser lässt eine unregelmäßige Eisfläche entstehen.
  • Rat des ADAC bei Blitzeis: Als Autofahrer sofort rechts ran fahren und auf den Streudienst warten.
  • Fußgänger sollten ihre Füße beim Gehen eher nach außen drehen, um den Gang zu stabilisieren. Wichtig zudem, kleine Schritte und sich so langsam vortasten.
So entsteht Glätte im Allgemeinen und Blitzeis im Besonderen.
Ist der Kanaldeckel vom Schnee befreit, können Regen und Tauwasser gut ablaufen.

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Kommentare

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Tho mas

Man kann schon aus allem ein Riesenthema machen. Wie sind wir nur früher durch die kalte Jahreszeit gekommen, als fast jeder Winter so viel Schnee brachte wie heuer? Und wenns Eis hat, dann bleibt man halt mal ein paar Stunden daheim.

29.01.2021