13.06.2018 - 11:21 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Nun auch vor der Tür "Gesundheitsregion plus"

Um die medizinische Versorgung vor allem im ländlichen Raum zu gewährleisten, sind neue Ideen notwendig. In der Gesundheitsregion plus können sie leichter entwickelt werden.

Sogar an Dübel und Schrauben zum Anbringen des Schildes "Gesundheitsregion plus" hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml gedacht. Mit dabei (von links) Geschäftsstellenleiter Professor Steffen Hamm, Landrat Andreas Meier, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Landrat Wolfgang Lippert
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) "Wir haben für die Gesundheitsregion plus schon einige Vorleistungen erbracht", stellte Landrat Andreas Meier bei den Feierlichkeiten zur Ernennung der Nordoberpfalz zur Gesundheitsregion plus fest. Dazu war Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml ins Landratsamt nach Neustadt gekommen. Sie überreichte Ernennungsurkunde und Förderbescheid. Auch Schilder für Gebäudeeingänge mit entsprechendem Logo waren dabei.

Den Antrag hatten die Landkreise Neustadt, Tirschenreuth und die Stadt Weiden gemeinsam gestellt. Alle drei Gebietskörperschaften bilden somit ab sofort die Gesundheitsregion plus Nordoberpfalz. 41 Gesundheitsregionen gibt es bisher in Bayern. Der Förderbescheid umfasst einen Gesamtbetrag von 212 000 Euro, der in jährlichen Raten bis zum Jahre 2022 ausbezahlt wird. "Wir werden versuchen, den Finanzminister zu überzeugen, die Förderung auch danach weiterzuführen", versprach die Gesundheitsministerin. Verpflichtend für die Zuwendungsempfänger ist, die Fördergelder im Gesundheitswesen für die Bereiche Versorgung und Vorsorge einzusetzen. "Weitere Bereich können Sie nach örtlichen Bedürfnissen wählen", stellte Huml fest. Wichtig sei für sie auch, dass sich alle Beteiligten im Gesundheitswesen stärker vernetzen können.

Landrat Meier wies darauf hin, dass die organisatorischen Vorarbeiten für die Gesundheitsregion bereits erledigt wurden: "Wir haben gemeinsam die Gesundheitsregion gegründet und wollen Modellregion werden." Eine Geschäftsstelle wurde eingerichtet, deren Leiter Professor Steffen Hamm ist. Er arbeitet im Hauptberuf als Professor für Gesundheitswirtschaft an der OTH Amberg-Weiden. Und der Landrat erinnerte auch an den kürzlich durchgeführten "Gesundheits-Hackathon", bei dem bereits wichtige Ideen zur Umsetzung eines Gesundheitskonzepts für den ländlichen Raum entwickelt wurden. Für Meier geht es dabei sowohl um die "adäquate medizinische Versorgung der älteren Bevölkerung" als auch darum, "junge Leute in der Region zu halten".

Die nächsten Schritte innerhalb der Gesundheitsregion Nordoberpfalz erläuterte Geschäftsführer Hamm. Nach dem Start Ende 2017 soll jetzt ein Strategieprozess eingeleitet werden. Er wird von einem Gesundheitsforum aus Vertretern des Gesundheitswesens und der Gebietskörperschaften begleitet. "Bestandsaufnahme der Versorgungssituation und Interviews sind bereits bei der Vorbereitung des Hackathons erfolgt", stellte Hamm fest. Das Gesundheitsforum verstehe sich als "regionsspezifische Gruppe". Themen werden sein Ärzteversorgung auf dem Lande, Teilhabe und Zugänglichkeit zur medizinischen Versorgung und Kommunikation und Austausch unter den Senioren. Breiten Raum solle auch die Digitalisierung einnehmen.

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