23.10.2019 - 18:11 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Umbau des Hotels "Am Hofgarten" in Neustadt verzögert sich und wird teurer

Der Umbau des Hotels "Am Hofgarten" in Neustadt muss erneut verschoben werden. Daraus soll ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung werden. Neben dem Baubeginn haben sich auch die Kosten für den Umbau weiter nach hinten verschoben.

Im seit Ende 2018 geschlossenen Hotel „Am Hofgarten“ will das Heilpädagogische Zentrum Irchenrieth 24 Wohnheimplätze für Menschen mit Behinderungen schaffen. Ob der Umbau noch dieses Jahr startet, ist nicht sicher.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Der Zeitplan ist trotz der Verschiebung - der Beginn der Bauarbeiten war zuerst für Februar diesen Jahres, dann für Herbst geplant - ambitioniert. "Wir hoffen, dass wir im Dezember loslegen können", sagt Brigitte Krause aus dem Vorstand des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Irchenrieth, Bauherr des Projekts. Da es sich um Baumaßnahmen im Inneren des Gebäudes handle, könne der Winter dem Vorhaben nicht in die Quere kommen. Spätestens Anfang nächsten Jahres solle der Umbau starten.

Das HPZ hatte das Hotelgebäude 2018 für einen niedrigen siebenstelligen Betrag gekauft. 24 Plätze für Menschen mit Behinderung sollen durch den Umbau in dem neuen Wohnheim entstehen. Die Baukosten schätzte das HPZ im April auf rund 1,1, bis 1,2 Millionen Euro. Inzwischen spricht Krause von 1,7 bis 1,8 Millionen Euro.

Neustadt an der Waldnaab

Finanziert werden sollen diese nicht wie zunächst gehofft aus 20 bis 30 Prozent Eigenmitteln sowie langfristigen Darlehen. "Wir müssen das Ganze aus Eigenmitteln stemmen und dann über den Pflegesatz des Bezirks amortisieren", sagt sie.

Grund für die höheren Kosten seien zum Beispiel größere Umbaumaßnahmen an den Duschen im Gebäude. Damit sie für die künftigen Bewohner ebenerdig zugänglich werden, müsse in den Bädern der Boden herausgerissen werden. Bei zwei oder drei Zimmern müssten zudem die Türen verbreitert werden, damit Rollstühle hindurch passen. Auch Brandschutzauflagen verteuerten den geplanten Umbau.

Zwei weitere Bauprojekte

Beim HPZ laufen längst die Planungen für zwei weitere große Bauprojekte in der Region. In Irchenrieth soll das bestehende Wohnheim saniert werden. Wie schon im Frühjahr vorgesehen, soll dies nach dem Umbau des Hotels in Neustadt erfolgen. Denn während in Irchenrieth saniert wird, müssen die 30 Bewohner aus dem betroffenen Bereich im Heim ausgelagert werden. Es könne sein, dass im ehemaligen Hotel in Neustadt dann übergangsweise statt 24 bis zu 27 Personen unterkommen, erklärt Krause.

Am Standort Irchenrieth, der 1974 erbaut wurde, werden im sanierten Bereich künftig statt bisher 30 nur noch 18 Plätze zur Verfügung stehen. Die Sanierung berücksichtigt nämlich auch Vorschriften, die sich seit 1974 geändert haben. Statt Waschbecken müssen Nasszellen vorhanden sein, das Gebäude muss gedämmt werden, und es sind mehr Gemeinschaftsräume vorgeschrieben. Das kostet Platz.

Ausschreibungen für Neubau

Des Weiteren laufen derzeit die Ausschreibungen für die Architekten, die einen Neubau des HPZ hinter dem Rangierbahnhof in Weiden umsetzen sollen. Dort sollen noch einmal 24 Heimplätze entstehen, allerdings nicht vor 2022/23.

Die Kosten für dieses Bauprojekt kann Krause derzeit noch nicht absehen. Es werde voraussichtlich im übernächsten Haushalt des Sozialministeriums eine Rolle spielen. Die Gesamtkosten aller drei Bauprojekte des HPZ dürften bei rund 11 Millionen Euro liegen.

Info:

Korrektur, 5. Dezember 2019

In der ursprünglichen Version dieses Artikels hieß es laut einer Information des HPZ, der Antrag auf Nutzungsänderung für das ehemalige Hotel liege beim Bauamt. Der Antrag war allerdings im Oktober noch in Arbeit und lag dem Landratsamt als Baugenehmigungsbehörde noch nicht vor.

Anfang Dezember erteilte der Stadtrat dem HPZ sein Einvernehmen, das Haus in eine Unterkunft für Menschen mit Behinderung umzubauen.

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