20.08.2019 - 09:34 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Verschollenes Marienbild restauriert

Das ursprüngliche Altarbild der Muttergottes galt 40 Jahre als verschollen. Guardian Pater Stanislaus entdeckte es auf dem Dachboden des Klosters St. Felix. Nun soll es bald wieder an alter Stelle in der Wallfahrtskirche hängen.

Nach sechsmonatiger Restaurierung erstrahlt das ursprüngliche Altarbild mit der Darstellung Marias mit dem Jesuskind auf dem Schoss in altem Glanz. Es soll bald wieder seinen angestammten Platz an der Spitze des Hochaltars in St. Felix einnehmen.
von Hans PremProfil

Eine besondere Überraschung hatte Guardian Pater Stanislaus für die Gläubigen im Festgottesdienst am Feiertag Mariä Himmelfahrt bereit: Er weihte nicht nur die mitgebrachten Kräutersträuße, sondern auch ein altes Bild mit der Darstellung der Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Schoß.

Ins Rollen kam die Suche nach dem Altarbild mit der Darstellung Marias mit dem Jesuskind, als der Geistliche von einer Kirchgängerin vor gut zwei Jahren darauf angesprochen wurde, was denn aus dem ursprünglichen Marienbild am Hochaltar geworden sei. "Da ich nur das aktuelle Bild kenne, habe ich in der Kirchenchronik nachgeforscht", erzählt Pater Stanislaus.

Dort stieß er auf eine Aufnahme vom Hochaltar mit dem alten Marienbild. "Dies war ein ganz anderes Motiv der Muttergottes als das jetzige Bild an der Spitze des Hochaltars". Seiner Meinung nach eine Oberpfälzer Frau, in der Darstellung etwas einfacher gehalten mit gelbem, leuchtenden Hintergrund und schwebenden Engeln. Im Zuge der Renovierung des Klosterobergeschosses intensivierte er die Suche nach dem verschollenen Bild. Beim Entrümpeln des Dachbodens wurde er schließlich fündig.

"Das Bild war total verstaubt und gerade noch so als Marienbild erkennbar", bedauert Stanislaus. Wann das Bild einmal ausgewechselt wurde und von wem, wisse er nicht. Das Bild gelte jedoch bestimmt schon über 40 Jahre als verschollen. Nun musste eine große Herausforderung bestanden werden, das Bild wieder auf alten Glanz zu bringen, so, wie es in der Chronik dargestellt ist. Außerdem habe man sich um den Kostenaufwand Sorgen gemacht. Doch wie in St. Felix üblich, gibt es viele helfende Hände von außen, die Kirche und Kloster unterstützen.

Hans Strobl aus Weiden erklärte sich spontan bereit, die Restaurierungskosten zu übernehmen. Sechs Monate dauerte es, bis das Bild wieder fachmännisch auf Vordermann gebracht war. So mussten unter anderem das Bild gereinigt, ein Teil der Leinwand ersetzt und die Farben aufgefrischt werden. "Doch nun erstrahlt es wieder in altem Glanz", freute sich der Geistliche.

Wie alt das nicht signierte Bild sei, wisse man nicht, doch es habe bestimmt schon seit Jahrhunderten den Hochaltar geziert. Nun gilt es eine weitere Herausforderung zu bestehen. Nämlich das Bild an seiner alten Stelle an der Spitze des Hochaltars anzubringen. Eine Leiter reicht dazu nicht und ob man den Altar einrüsten kann ist fraglich. "Meine Bergsteigerausrüstung wird auch nicht reichen", meint Stanislaus im Spaß. Doch vielleicht gibt es auch für diese letzte Herausforderung wieder hilfreiche Hände, die die Aktion unterstützen.

Das aktuelle Altarbild mit der Darstellung Marias mit dem Jesuskind wird wohl in nächster Zukunft dem ursprünglichen Marienbild weichen müssen.
So sieht der Hochaltar mit dem ursprünglichen Marienbild in der Kirchenchronik von St. Felix aus.
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