20.06.2018 - 15:34 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Viel Stunk um Kanäle

Dass es ein Missverständnis zwischen Stadt und etlichen Anwohnern verschiedener Straßen gibt, ist halb so schlimm.

Gibt es irgendwo Wurzeln, die auf Leitungen drücken, Lecks und Risse im Kanalnetz? Das untersuchen Mitarbeiter der Firma Kunzendorf zurzeit im Stadtgebiet. Dabei treffen sie bisweilen auch auf unangenehme Zeitgenossen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

(phs) Hintergrund ist die Kanalbefahrung, die die Stadt für ihr 42 Kilometer langes Leitungsnetz vornimmt. Den Auftrag dafür hat sie der Firma Kunzendorf aus Lanz erteilt. Sie untersucht bis Jahresende das Abwassersystem auf Lecks oder Problemstellen.

Die Verwaltung hat angekündigt, dass auch Privatleute im Zuge der Maßnahme ihre Hausanschlüsse unter die Lupe nehmen können. Einige haben das wohl so aufgefasst, dass dies zum Nulltarif geht oder gleich dann mit erledigt wird, wenn die Kunzendorf-Leute in einer Straße die städtische Hauptleitung befahren. Beides ist nicht der Fall. "Ich verurteile aufs Schärfste, dass die Arbeiter dumm angeredet werden", reagiert Bürgermeister Rupert Troppmann auf einige Anwohner, die andere Vorstellungen von der Kanalbefahrung haben. Um Klarheit zu schaffen, hatte er die Schwestern Heinerich von der Firma Kunzendorf in den Bauausschuss eingeladen.

Sie erklärten, warum städtisches Netz und Privatanschlüsse nicht in einem Aufwasch untersucht werden können. Zunächst geht es um die Schadensklassifizierung der städtischen Leitungen und daraus resultierende Sanierungen. Sie werden dokumentiert. "Wenn in diese Dokumentation private Anschlüsse mit einfließen, wird das Bild verfälscht", erläuterte Annette Heinerich. Die Kanalbefilmung lässt sich das Rathaus fast eine halbe Million Euro kosten. Jeder laufende Meter wird mit einem Euro vom Freistaat gefördert. Daraus soll ein Kanalkataster entstehen. Die Zeit drängt jedoch. Bis Ende des Jahres müssen die Leitungen abgefilmt sein, sonst fallen Fördergelder aus. Das städtische Netz hat also Vorrang.

Dies ist der zweite Grund, warum Privatleute sich noch etwas gedulden müssen. Die Stadt ist nur bis zur Grundstücksgrenze verantwortlich. Je nach Witterung kommen dann Ende 2018 oder im Frühjahr 2019 Private dran. Sie zahlen für die Kanalschau entweder 297,50 Euro oder 238 Euro. Der Preis hängt davon ab, ob ein Hausanschluss über einen Revisionsschacht mit Rückstauklappe verfügt. Falls nicht, muss die Fachfirma die Kamera zur Befilmung umrüsten, um bis zur Hauswand fahren zu können. Dadurch wird es etwas teurer. Bislang liegen der Stadt und Kunzendorf 120 Anträge vor. 2600 Anschlüsse gibt es in Neustadt. Wer seine Hausleitung noch ansehen lassen will, sollte sich bis zum 30. Juni bei Kunzendorf unter Telefon 09602/1798 oder per E-Mail an folgende Adresse wenden: info[at]kunzendorf-abfallentsorgung[dot]de.

Gibt es irgendwo Wurzeln, die auf Leitungen drücken, Lecks und Risse im Kanalnetz? Das untersuchen Mitarbeiter der Firma Kunzendorf zurzeit im Stadtgebiet. Dabei treffen sie bisweilen auch auf unangenehme Zeitgenossen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp