"Wir könnten Tag und Nacht fahren. Die Leute haben es nicht geglaubt, was in Zeitung, Fernsehen und im Radio seit langer Zeit angekündigt wurde", beschreibt Petra Prähofer vom gleichnamigen Elektrogeschäft im Störnsteiner Ortsteil Reiserdorf die Situation. Ehemann Jürgen zwängt zwischen die schon vor dem schwarzen Donnerstag ausgemachten Termine Fahrten zu Kunden, um Receiver an der Verbindung von Fernsehgerät und Kabelanschluss zu installieren oder Programmsuchläufe zu starten.
Am Donnerstag endete die Zeit, in dem ARD, ZDF, RTL, OTV und Co per analogem Signal durchs Kabel ins Haus kamen. Seitdem funktioniert der Bildschirm nur, wenn er die digital übermittelte Tagesschau, Doku, Talkshow und Krimi verarbeiten kann. Probleme mit der neuen Technik haben vor allem ältere Leute, berichtet auch Bernhard Schraml von der Firma EGBS in Weiden.
"Pro Kunde dauert es mindestens eine halbe Stunde, wenn man schnell ist", sagt Christian Heining. Ab 49 Euro beziffert der Experte mit eigenem Geschäft ebenfalls in Weiden spricht die Kosten, wenn er den Programmsuchlauf und das anschließende Ordnen der Sender auf die gewünschten Plätze übernimmt. Ist ein Receiver nötig, wird es teurer. Von kurzzeitigen Lieferengpässen des Großhandels bei günstigen Geräten spricht Prähofer. Mittlerweile sei die Versorgung wieder gesichert.
Vorgesorgt für die digitale Fernsehzeit hat man im Seniorenheim Löffler in Altenstadt/WN. Bereits vor einem Jahr habe ein Eletroniker das Haus umgestellt, meint Julia Wührl. "Somit läuft jetzt auch alles." Gebe es doch Probleme, sei der Hausmeister erster Ansprechpartner. Margaret Riegel vom Familiär Betreuten Wohnen Hagemann im gleichen Ort weiß, dass es einige Probleme mit dem Fernsehempfang gegeben habe, obwohl man mit Aushängen auf die Umstellung hingewiesen habe. Meist seien es die Angehörigen der Bewohner gewesen, die sich um die Umstellung kümmern. "Bei einigen wenigen übernahm das der Hausmeisterservice."
Im Prälat-Walter-Siegert-Haus der Caritas in Vohenstrauß ist die TV-Umstellung kein Thema "Noch sind wir in der Warteschleife", meint Leiterin Rita Gilch. "Aber wir haben einen Techniker an der Hand, der die Kästchen vorbereitet hat. Man braucht nur umstecken." - Wenn der Techniker Zeit hat. Prähofer rechnet mit noch mindestens zwei Wochen Stress für Ehemann Jürgen, bis die Kabelkunden alle wieder wie gewohnt ihre Lieblingssendung schauen können. Auch Heining hofft, in zwei bis drei Wochen alle Anfragen abgearbeitet zu haben.















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