02.08.2020 - 09:07 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Wohnen, Gewerbe und ein Flächensparmanager für Neustadt

Eine Machbarkeitsstudie für das Areal südlich des Breiten Weges zwischen Autobahn und bestehender Bebauung oder die Ideen des Flächensparmanagers der Regierung anhören? Nach langer Diskussion einigt sich der Stadtrat, beide Wege zu gehen.

Südlich des Breiten Weges sollen ein Wohn- und möglicherweise ein Gewerbegebiet entstehen. Zuvor will der Stadtrat den Flächensparmanager der Regierung hören und sich wegen einer Machbarkeitsstudie beraten.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Die Ausweisung eines neuen, zukunftsweisenden, ökologischen und nachhaltigen Baugebietes für Wohn- und Gewerbebau in Neustadt ist eine der Schlüsselentscheidungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Stadt." Mit diesen Worten begründet Thomas Hauer im Stadtrat den CSU-Antrag zu einer Machbarkeitsstudie für das gesamte Areal mit Gewerbe- Photovoltaik- und Wohngebiet südlich des Breiten Wegs von der Autobahn bis zu den schon stehenden Häusern. Die Situation im Landkreis zeige, dass nur die Gemeinden eine positive Zukunft hätten und den Bevölkerungsrückgang aufhielten, die entsprechende Gebiete auswiesen.

Auf den drei Säulen die Bevölkerungsszahl zu stabilisieren oder zu steigern, die Erwerbsgrundlagen zu sichern sowie den Naturschutz und Nachhaltigkeit entwickle man Neustadt positiv für die Zukunft, ergänzte Annette Karl (SPD). "Bei jeder Fläche, die ich aus der landwirtschaftlichen Nutzung und der Natur herausnehme, muss ich mehr den je den Nutzen-Kosten-Faktor überlegen. " Ebenso gelte es zu bedenken, was man der Natur damit antue. Sie schlug vor, sich vor einer teuren Machbarkeitsstudie für weitere Baugebiete zunächst für ein Gesamtkonzept des Know hows der Regierung zu bedienen.

Ökosystem und Kosten

Seit kurzem gibt es in jedem Regierungsbezirk mindestens einen Flächensparmanager. Diesen Posten hat die Staatsregierung im Zuge der seit zwei Jahren geführten Diskussion um die zunehmende Flächenversiegelung geschaffen. Karl beantragte, Patrick Dichtler einzuladen. Er ist seit Mitte letzten Jahres als Flächensparmanager für die Oberpfalz tätig. Karl: "Wichtig ist mir nicht nur die technische Machbarkeit sondern auch die Auswirkungen in Bezug auf das Ökosystem, auf weitere Kosten und auf die Bevölkerungsentwicklung zu erfahren."

Das Neustädter Stadtgebiet umfasse eine Fläche von lediglich zehn Quadratkilometern gegenüber 36 in Windischeschenbach und gar 100 in Tirschenreuth, rechnete Martin Filchner (SPD) vor. "Wir müssen uns daher gut überlegen, welche Flächen wir wofür hernehmen." Filchner erinnerte daran, dass das Areal das einzige in der Stadt sei, das sich für Windkraft eigne. "Mit einer Ausweitung der Bebauung haben wir definitiv keine Möglichkeit für diese erneuerbare Energie im Stadtgebiet." Laut einem alten Plan, der allerdings vor der 10H-Regelung erstellt wurde, könnten dort fünf Windräder stehen. Solange diese Beschränkung gilt, kann man dort keine Windkraftanlagen aufstellen, waren sich Karl und Joe Arnold (CSU) einig.

Zwei Entscheidungen

"Unsere Idee war, zu ermitteln, was auf dem Areal überhaupt machbar ist", betonte Arnold. "Das Lärmschutzgutachten war ein erster Schritt." Er unterstützte Karls Vorschlag, den Flächensparexperten für einen Blick auf die ganze Stadt einzuladen. Letztlich einigte sich das Gremium auf den Vorschlag von Heribert Schubert, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. So wird es in der nächsten Sitzung um die Kosten einer Machbarkeitsstudie gehen und Flächensparmanager Dichtner wird ins Gremium eingeladen.

Er sei bereits mit der Stadt in Kontakt, bestätigte jetzt der 32-Jährige studierte Geograph. Nach dem Studium war er zwei Jahre in der Abteilung Landesentwicklung des Heimatministeriums tätig, bevor er nach Regensburg wechselte. Ziel der Flächensparoffensive der Staatsregierung sei die Halbierung des Flächenverbrauchs von derzeit zehn auf fünf Hektar pro Tag bis 2030. Dichtner ist Ansprechpartner für Kommunen bei der Siedlungsentwicklung und dem Weg zur effizienten Flächennutzung vor Ort sowie Verbindung zu den Landesplanern im Ministerium. Es gelte zu bedenken, dass jede neu geschaffene Infrastruktur auch erhalten werden müsse.

In einem späteren Stadium könnten die Felder beidseits des Breiten Wegs einer Bebauung weichen.
Stadtrat:

Rathaus online und Seniorenspielgeräte

- Der Stadtrat beauftragte die Firma Komuna mit der Einführung eines Rathaus-Serviceportals. Die Kosten werden zu 90 Prozent gefördert. Die Neustädter können dann viel Amtsgeschäfte von zu Hause aus erledigen oder weiterhin mit ihren Anliegen ins Rathaus kommen. Von einem "sehr guten Service für die Bürger" sprach Thomas Hauer. "Das spart dem Bürger Wege und Zeit und präsentiert uns als moderne Stadt", urteilte Martin Filchner (SPD). "Wir begrüßen den Schritt", bemerkte Gerhard Steiner für die Freien Wähler.

- Ins nächste Jahr verschob der Stadtrat einen möglichen Umzug der Seniorenspielgeräte in der Freizeitanlage. Innerhalb einer Woche müssten Ab- und Aufbau erledigt sein, wenn die Förderung durch die EU nicht gefährdet werden sollte, informierte Bürgermeister Sebastian Dippold. "Das gesamte Spielplatzkonzept der Stadt wird wohl eine Sache für den nächsten Haushalt." (ui)

Zur Machbarkeitsstudie für ein Wohngebiet am "Breiten Weg 1"

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