Neustadt an der Waldnaab
26.10.2018 - 17:40 Uhr

Zoiglmusi verstummt

Schluss, aus und vorbei. Wer den OTV-Volksmusikanten-Stammtisch am Sonntag um 18.30 oder die Wiederholung um 19.30 Uhr anschaut, erlebt den letzten Auftritt der "Neisteder Zoiglmusi".

Die Neisteder Zoiglmusi war auch in der Besetzung Roman Karl, Dieter Seidl und Franz Harrer (von links) Garant für ein gelungenes Fest. Jetzt ist das Trio Vergangenheit. Bild: arw
Die Neisteder Zoiglmusi war auch in der Besetzung Roman Karl, Dieter Seidl und Franz Harrer (von links) Garant für ein gelungenes Fest. Jetzt ist das Trio Vergangenheit.

Schon während der Aufzeichnung gab es Unstimmigkeiten, im Anschluss den Bruch des Trios. "Die 'Neisteder Zoiglmusi' musiziert ab sofort nicht mehr! Die Gruppe löst sich auf." So steht es auf der Homepage. Deren Inhalt war wohl der Tropfen, der letztlich das Fass zum Überlaufen brachte.

Dabei schrieb die Combo eine phänomenale Erfolgsgeschichte, spielte dieses Jahr sogar im Allgäu. Im Kalender standen bereits Konzerte für 2019. "Das, was wir an Terminen absagen müssen, da würden sich andere Musiker die Finger schlecken, wenn sie überhaupt so viele Termine hätten", bedauert Gitarrist Roman Karl. Er war erst im Frühjahr zur "Zoiglmusi" dazugekommen. Der 72-Jährige spricht von Luxusproblemen. "Eigentlich gibt es keinen triftigen Grund für das Ende." Ja, es habe seit einiger Zeit einige Differenzen gegeben. "Aber das waren lauter so Bagatellsachen. Meiner Ansicht nach war die Trennung so müßig wie ein Kropf."

Bei seinen Kollegen Dieter Seidl und Franz Harrer haben sich aber offenbar einige dieser Unstimmigkeiten im Laufe der Jahre hochgeschaukelt. Es ging um die Anschaffung einer Musikanlage für Konzerte vor größerem Publikum. Zwei Zoiglmusikanten sprachen sich dagegen aus, Seidl kaufte sie auf eigene Kosten doch. Das aber gefiel Harrer nicht. Nächster Knackpunkt waren einige Terminabsprachen.

Und dann gab es noch die von Seidl betreute Homepage. Der 61-Jährige trat mit seinen Kontaktdaten als Ansprechpartner für Buchungen in Erscheinung. "Wir haben eine Website, auf die ich keinerlei Zugriff habe", kritisiert Harrer, lobt zugleich Seidls Gestaltung des Internetauftritts. Doch Harrer wollte ein gleichberechtigtes Miteinander, wollte Kontaktdaten aller drei im Netz erwähnt haben. Darum ging es wohl auch beim Zerwürfnis nach der OTV-Aufzeichnung beim "Waldhauser".

Eigentlich war die Zoiglmusi ein Selbstläufer. "Wir waren bekannt", so Kontrabassist Seidl. "Einerseits ist es schade, andererseits wäre es so nicht mehr weitergegangen."

Von fehlendem Vertrauen untereinander spricht Harrer. An mehrere Aussprachen der drei Musiker erinnert sich Karl. "Wir haben uns dabei im Kreis gedreht." ( Hintergrund)

Hintergrund:

Ihren Namen bekam die Neisteder Zoiglmusi in Neuhaus. Franz Harrer mit dem Akkordeon und Alfons Kistenpfennig mit der Gitarre hatten zusammen hin und wieder beim Zoigl in Neustadt Musik gemacht und sich mit Dieter Seidl und seinem "dicke Berta" genannten Kontrabass zusammengefunden. Der Neuhauser "Schoilmichl"-Wirt Manfred Punzmann hatte die drei für den Fasching engagiert. "Wie heißt Ihr überhaupt", fragte der Wirt. In Neustadt sprach man damals schon von der Zoiglmusi. Punzmann schrieb "Neisteder Zoiglmusi" auf ein Pappschild und der Name blieb.

 
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