16.09.2020 - 17:08 Uhr
NeutraublingOberpfalz

Wegen Corona streicht Krones 500 Stellen in Deutschland

Schon vor einem Jahr schreckte Krones mit negativen Meldungen auf. Dann fasste das Oberpfälzer Unternehmen langsam wieder Tritt, bis die Corona-Pandemie begann.

Michael Fischer von der Krones AG arbeitet an einer Getränke-Abfüllanlage.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones AG aus Neutraubling (Kreis Regensburg) muss weiter sparen. Die Corona-Pandemie beschert dem börsenotierten Unternehmen einen deutlichen Einbruch. Deshalb will der Maschinenbauer 500 Stellen abbauen. So soll die Personalstärke an den "zukünftig erwarteten Umsatzrückgang" angepasst werden, teilte der Konzern am Mittwoch auf Anfrage mit. Ziel sei es, "Stellen soweit möglich, sozialverträglich abzubauen". Dazu legt Krones ein Freiwilligenprogramm auf. Es soll Mitarbeitern des Ausstieg oder den Übertritt in der Ruhestand absichern.

Es ist nicht der erste Stellenabbau bei Krones. Bereits 2019 hatten der Konzern 200 Stellen gestrichen, 300 sollten in diesem Jahr wegfallen. Das war vor einem Jahr angekündigt worden. Dazu kommen nun 500 weitere Stellen. Das sei der Corona-Pandemie geschuldet, machte Unternehmenssprecherin Ingrid Reuschl deutlich. Das bekomme Unternehmen die Unsicherheit der Kunden über die weitere Entwicklung zu spüren. Krones "geht davon aus, dass es drei bis vier Jahre dauern wird, bis sich der Getränkemarkt weltweit von den Auswirkungen erholt hat", schreibt der Konzern weiter.

Aufhebungsverträge

Im Zuge des befristeten Freiwilligenprogramms werden Mitarbeitern bestimmter Organisationsbereiche oder mit ausgewählten Berufen Aufhebungsverträge angeboten, heißt es. Zusätzlich würden Mitarbeitern, die 59 Jahre oder älter sind, Angebote für einen Vorruhestand unterbreitet. Diese Angebote gelten von Ende September bis Ende November für alle Werke in Deutschland. Im Ausland soll es ähnliche Angebote geben. "Die IG Metall trägt Maßnahmen zum Beschäftigtenabbau grundsätzlich und somit auch bei Krones nicht mit", sagte Jürgen Scholz, 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft in Regensburg, auf Anfrage. Er verweist auf den Vorschlag der IG Metall einer Vier-Tage-Woche mit Teilentgeltausgleich oder das Instrument der Kurzarbeit, die soeben vom Bundeskabinett bis Ende nächsten Jahres verlängert worden ist, als Möglichkeiten, Beschäftigung zu sichern. Scholz fürchtet unter dem Strich einen "dauerhaften Verlust von Arbeitsplätzen gerade auch für nachfolgende Generationen".

Der Konzern beschäftigte zum Halbjahr weltweit rund 16 700 Mitarbeiter, in Deutschland waren es etwa 10 400. Derzeit sind bei Krones knapp 50 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit. Dies treffe unter anderem Mitarbeiter in der Produktion, in der Verwaltung, aber auch Ingenieure und Entwickler.

"Bedauerlicherweise werden die derzeit eingesetzten Instrumente wie Stundenreduktion, Abbau von Zeitarbeitnehmern, Kurzarbeit und ein Einstellungsstopp nicht ausreichen, um den Personalbedarf an die mögliche Umsatzentwicklung von Krones in den kommenden Jahren anzugleichen", schreibt das Unternehmen in seiner Mitteilung zur Begründung des Stellenabbaus.

Für das erste Halbjahr hatte die Krones AG Ende Juli einen Umsatzrückgang von 10,1 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gemeldet. Im zweiten Quartal war der Umsatz des Oberpfälzer Unternehmens um 16,5 Prozent eingebrochen. Von April bis Juni meldete Krones einen Corona-bedingten Verlust von 17,6 Millionen Euro.

Rückgang von 2018 auf 2019

Bereits im vergangenen Jahr war der Nettogewinn des Neutraublinger Herstellers wegen Personal- und Umbaukosten sowie Abschreibungen eingebrochen. Dieser lag bei 9,2 Millionen Euro verglichen mit 151 Millionen Euro im Jahr 2018.

Die Halbjahresbilanz der Neutraublinger

Deutschland & Welt

Trotz Corona und Kurzarbeit zahlt Krones eine Dividende

Neutraubling
Hintergrund:

Stellenabbau bei Krones

Schon im September 2019 hatte die Krones AG in Neutraubling den Abbau von 500 Stellen in Deutschland angekündigt, 200 im Jahr 2019, 300 in diesem Jahr. Wegen der Belastungen der Corona-Pandemie fallen nun 500 Stellen weg.

Krones beschäftigt weltweit rund 16 900 Mitarbeiter. In Deutschland sind es gut 10 400. Stand Mitte des Jahres 2020

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