Dass der seit Jahren stotternde Antriebsmotor für den Ausbau der Dietersdorfer Straße in Niedermurach im vorigen Jahr richtig Fahrt aufnahm, hatte einen handfesten finanziellen Hintergrund.
Die Dietersdorfer Straße und inzwischen auch der Brünnlweg gelten als die sanierungsbedürftigsten Straßen in der Gemeinde. Doch mit dem Straßenausbau allein ist es nicht getan. Die Niederschlagswasserbeseitigung gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist für dieses Einzugsgebiet zwingend erforderlich, zumal damit auch das schon bestehende Trennsystem der Neubausiedlung Ortenburgring und Fuchsenhöhe fortgeführt werden kann. Außerdem offenbarte eine Kamerabefahrung fortgeschrittene Schäden an den bald 50 Jahre alten Betonrohren des Mischwasserkanals, welche im Zuge der Baumaßnahme ersetzt werden. Für den künftigen Breitbandausbau mit Glasfaser in jedes Haus ist die Verlegung von Leerrohren fest eingeplant.
Nachdem 2020 die Voraussetzungen für die Ableitung des Niederschlagswassers vom Kapellenweg über ein Rückhaltebecken in die Murach geschaffen war, konzentrierte sich das Planungs-, Genehmigungs- und Zuschuss-Prozedere auf die Fortführung der Baumaßnahme. Am 26. März dieses Jahres erteilte der Gemeinderat dem Bauunternehmen Baumer aus Oberviechtach als wirtschaftlichsten Bieter aller ausgeschriebenen Lose den Gesamtauftrag. Genau vier Wochen später, am 23. April, erfolgte nun quasi der „Spatenstich“ am Anschlussschacht im Kapellenweg.
Die Baumaßnahme erstreckt sich von hier aus über die Dietersdorfer Straße bis zur Gemeindegrenze zu Oberviechtach, schließt den Brünnlweg mit ein und beläuft sich auf rund eineinhalb Millionen Euro. Bei der Bauausführung ist vor allem beim Kanalbau größte Eile geboten, denn im Bereich des Förderprogramms RZWas werden sich die Zuwendungssätze mit großer Wahrscheinlichkeit nach unten ändern. Durch eine zügige Bauausführung soll hier ermöglicht werden, die derzeit noch günstigeren Zuwendungsbedingungen voll in Anspruch nehmen zu können.
„Endlich geht es los!“, so die Erwartungshaltung der Anlieger, die allerdings mit mancherlei Unannehmlichkeiten während der Bauphase rechnen müssen. Behinderungen, Einschränkungen, Sperrungen und Umleitungen werden die Anlieger in den nächsten Monaten begleiten. Die derzeitige Sperrung des Kapellenweges fällt noch kaum ins Gewicht. Die Überquerung der durch Niedermurach führenden Staatsstraße wird es bei der einhergehenden Sperrung zu einer weiträumigen Umleitung des Durchgangsverkehrs kommen. Dies dürfte für die Einheimischen aber noch kein besonderes Problem darstellen.
Für die Gemeinde bedeutet die Baumaßnahme eine enorme finanzielle Belastung. Doch der schlechte Zustand der Straße und das notwendige Trennsystem für die Beseitigung des Niederschlagswassers rechtfertigen die nachhaltige Investition, die doch recht weit in die Zukunft gerichtet ist. Eines haftet Tiefbaumaßnahmen immer an: Sie sind zwar unverzichtbare Voraussetzungen für die Infrastruktur eines Ort und seiner Bewohner, doch für die Wahrnehmung gelten sie stets als „unattraktive“ Projekte, da viel Geld sozusagen im Boden verschwindet und letztlich nur ein neuer Fahrbahnbelag sichtbar bleibt.
















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