(uz) 900 Zuhörern in der vollbesetzten Max-Reger-Halle legte er als Lektüre sein jüngstes Buch ans Herz. Die Botschaft: „Du musst dich dem Leben stellen! Nimm dein Leben in die Hand!“
Dies alles sei Einstellungssache. Keiner komme ohne Verletzungen aus. Es sei aber völlig falsch, sich deswegen abzukapseln. Der Lebens-Input sei vergleichbar mit Lernen nur um des Lernens willen, sagte der Theologe und gelernte Betriebswirt. Viele lernten ständig, fragten sich aber nie nach dem Sinn des Gelernten. „Man lernt Dinge, weil man sich einfach nur anpassen will.“
„Wir haben heute genügend, wovon wir leben, aber zu wenig, wofür wir leben", sagt er. „Nur wer Sinn sieht, in dem was er tut, der packt auch an, auch wenn es mal Schwierigkeiten gibt.“ Der Theologe unterteilte diese Sinnwerte in drei Bereiche: Erlebniswerte, schöpferische Werte und Einstellungswerte. „Das Leben kann uns vieles rauben.“ Etwa durch Tod, Krankheit, Arbeitsplatzverlust. „Was es uns nicht rauben kann, ist unsere innere Freiheit, darauf zu reagieren.“
„Wir alle werden Opfer. Opfer von Verletzungen, werden zurückgesetzt, verleumdet oder übergangen in der Arbeit." Falsch sei, in dieser Opferrolle zu verharren. „Wer Opfer bleibt, von dem gehen Aggressionen aus, der tyrannisiert selbst.“ Die beste Hilfe, aus seiner Opferrolle auszusteigen, sei denjenigen, der einem Leid zugefügt habe, zu segnen. „Probieren Sie das mal aus: Segen ist ein Schutzschild." Er persönlich verfolge die Strategie, einen Vorwurf in Hingabe zu verwandeln. Auf diese Weise bekomme er wieder Lust, sein Leben neu anzupacken. Viele seelisch Verletzten flüchteten in die „Grandiosität“. Sprich, sie spielten sich und anderen was vor.
Grün streifte in seinem Vortrag viele Themenblöcke, ging auch auf Krisen in der Lebensmitte ein. „Hab ich was verpasst? Will ich das nachholen?“ Er verglich Spiritualität mit Verwandlung des Lebens. „Viele fliehen in Tausende Aktivitäten, stellen sich aber nicht ihren Problemen.“
Andere seien im fortgeschrittenen Alter mit der Feststellung konfrontiert: „Ich habe nie gelebt, habe immer nur getan, was die anderen von mir erwartet haben.“ Die Gesellschaft ziele nun mal auf den angepassten, funktionierenden Menschen.
Jedes Leben sei begrenzt. Es sei deshalb geboten, nicht in seiner eigenen Anklage stecken zu bleiben, sondern einmal zu rekapitulieren, was das Leben einem bisher an Schönem geboten habe. Und man könne sich ändern. „Wo keine Hoffnung ist, ist die Hölle. Ohne Hoffnung ist das Leben nicht lebendig.“ Wer neue Wege suche, finde sie im Neuen Testament. Wie habe Jesus doch den Lahmen geheilt? Mit der Aufforderung: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Ins praktische Leben übersetzt: „Pack dein Leben an, gestalte es, wie du willst und lass dich nicht ans Bett fesseln!“ Anschließend stellte sich der Referent den Fragen des Publikums.













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