27.09.2018 - 11:39 Uhr
NittenauOberpfalz

Ermittlungserfolg im Fall des tragischen Jagdunfalls bei Nittenau

Mitte August starb der Beifahrer eines Pkw auf der Bundesstraße 16, nachdem er von dem Projektil eines Jagdgewehrs getroffen worden war. Nun konnte die Kriminalpolizei Amberg einen Tatverdächtigen ermitteln.

Nach dem tragischen Tod eines 47-jährigen Beifahrers suchten Polizisten bei Nittenau das Feld ab, auf dem zum Todeszeitpunkt eine Jagd stattgefunden hatte.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Ein 47-jähriger Regensburger wurde am Sonntagvormittag, 12. August, auf der B 16 bei Nittenau im Landkreis Schwandorf tödlich verletzt. Der Mann war als Beifahrer in einem Pkw auf der Bundesstraße unterwegs. Der 61-jährige Fahrer des Wagens hatte berichtet, dass der 47-Jährige während der Fahrt plötzlich auf dem Beifahrersitz zusammengesackt war. Eine verirrte Kugel hatte den Mann getroffen. Er verstarb wenig später.

"Der Schwerpunkt wurde schnell auf die Überprüfung einiger Jäger gelegt, welche im nahen Umfeld der Jagd nachgegangen sind", berichtet Polizeihauptkommissar Albert Brück. Nun konnte die Kriminalpolizei Amberg das tödliche Projektil einer Jagdwaffe, und damit einem Jäger aus dem Großraum Schwandorf, zuordnen. Die Kriminalpolizei hatte in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Amberg die Ermittlungen übernommen. Insgesamt elf Jäger seien zum Todeszeitpunkt an einer Wildschweinjagd auf einem Feld neben der Bundesstraße beteiligt gewesen, so Brück.

Den Beamten gelang es nun, einen Tatverdächtigen auszumachen. Ein Jäger aus dem Bereich Schwandorf soll den Schuss abgegeben haben. Der Identifizierung des Mannes waren "zeitintensive Maßnahmen und aufwendige Gutachten", welche durch Experten des Bayerischen Landeskriminalamts erstellt wurden, vorausgegangen, heißt es in einem Polizeibericht. Beamte hatten auch mehrmals das Feld nahe des Nittenauer Stadtteils Goppeltshof nach Spuren abgesucht, auf dem die sogenannte "Erntejagd" ausgerichtet worden war.

Dem Tatverdächtigen wird von der Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung vorgeworfen. Zudem werden mögliche Verstöße nach dem Jagdrecht geprüft.

Da die Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Amberg noch nicht abgeschlossen sind, könnten derzeit in Bezug auf die einzelnen kriminalpolizeilichen Maßnahmen und die konkreten Tatumstände keine weiteren Angaben gemacht werden. Brück gab auch keine Auskünfte dazu, ob es sich bei dem Schuss um einen Querschläger gehandelt hat oder nicht.

Weitere Artikel zu dem Unfall bei Nittenau

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.