05.12.2018 - 14:34 Uhr
NürnbergOberpfalz

Schlag gegen die Drogenszene rund um den Hauptbahnhof in Nürnberg

Die Polizei in Nürnberg hat mehrere Kilo Drogen, jede Menge Bargeld sowie Luxusgegenstände sichergestellt. Mittlerweile gibt es dutzende Beschuldigte, aber keine Spur zum großen Rauschgift-Depot.

Der Polizei ist ein Schlag gegen die Drogenszene rund um den Hauptbahnhof in Nürnberg gelungen.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Umfangreiche Ermittlungen des Rauschgiftkommissariates der Nürnberger Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth rund um den Nürnberger Hauptbahnhof führten seit Mitte 2016 zu über 200 Ermittlungsverfahren. Das Ergebnis: 135 Beschuldigte, mehrere Kilogramm Heroin, Opium und Marihuana sowie eine größere Menge Bargeld.

Bereits Mitte des Jahres 2016 gab es erste Anhaltspunkte für eine immer stärker werdende Präsenz einer ausländischen Gruppierung, die sich im Handel mit Heroin und sogenannten Kräutermischungen zu etablieren versuchte. Um diese neue Szene, ihre Strukturen, den Organisationsgrad und die Beschaffungswege einschätzen und hieraus mögliche Bekämpfungsansätze ableiten zu können, wurden zunächst zwei Beamte mit dem Phänomen betraut.

Kampf um den Heroinmarkt in Nürnberg

Schnell wurde klar, dass die Tatverdächtigen verstärkt den Heroinmarkt in Nürnberg zu dominieren versuchten, berichtet das Polizeipräsidium Mittelfranken. Aus diesem Grund gründete die Kripo eine Ermittlungskommission mit fünf Beamten. Bis März 2018 wurden 215 Ermittlungsverfahren gegen 135 Beschuldigte geführt. Bei 124 Wohnungsdurchsuchungen vollzog die Polizei 81 Haftbefehle wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen. Neben verschiedenen anderen Betäubungsmitteln beschlagnahmte die Polizei 2 Kilo Heroin, 1,3 Kilo Opium und 1 Kilo Marihuana sowie knapp 90.000 Euro. Diese Erfolge trugen laut Einschätzung der Polizei maßgeblich zur Beruhigung des Brennpunktes rund um den Hauptbahnhof bei.

Anfang 2018 etablierte sich eine neue, hierarchisch gegliederte und konspirativ agierende elfköpfige Organisation um einen 39-Jährigen in Nürnberg-Gostenhof. Es besteht der dringende Verdacht, dass die Mitglieder dieser Gruppierung über sogenannte „Läufer“ größere Mengen Heroin pro Woche an die Nürnberger Rauschgiftszene verkauft haben.

Drogen, Geld, BMW und Rolex beschlagnahmt

Am Montag, 19. November, griff die Polizei - ausgestattet mit 20 Durchsuchungsbeschlüssen sowie 11 Haftbefehlen - erneut zu. So wurden beim mutmaßlichen Kopf der Gruppierung 170 Gramm verkaufsfertig verpacktes Heroin, rund 23.000 Euro Bargeld, ein neuwertiger BMW sowie eine Armbanduhr der Marke Rolex zur "Abschöpfung des illegal erworbenen Vermögens" beschlagnahmt.

Seit Beginn der Ermittlungen zählt die Polizei in diesem Zusammenhang derzeit 27 Beschuldigte. Eine umfangreiche Suche in Nürnberger Grünzonen führte bislang nicht zum vermuteten Drogen-Depot. Zwar wurden leere Erdbunker, 5 Liter große, jedoch leere Behältnisse sowie 150 Gramm Heroin entdeckt, nicht jedoch der Lagerort des Heroins. Die Ermittlungen dauern an,

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