11.09.2018 - 12:24 Uhr
Oberbibrach bei VorbachOberpfalz

Geschichte zum Anfassen

Einmal im Jahr sollen die Bürger die Gelegenheit haben, den Reichtum der Kulturdenkmäler ihrer Region kostenfrei kennenzulernen und sich umfassend über die Ziele und die Arbeitsweise der Denkmalpflege zu informieren.

Pater Benedikt Schuster gibt einen kurzweiligen Streifzug durch die bewegte Geschichte der bemerkenswerten Rokokokirche in Oberbibrach.
von Petra LettnerProfil

Am Sonntag stand der "Tag des offenen Denkmals" bundesweit unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet" und bezieht sich damit explizit auf das Europäische Kulturerbejahr 2018. Auch in Oberbibrach luden die Organisatoren zum "Tag des offenen Denkmals" ein und öffneten die Pforten des Heimatmuseums im alten Schulhaus sowie der Kirche St. Johannes Evangelist.

Mit großem Interesse besichtigten Geschichtsliebhaber Raritäten aus dem Dorfleben von früher. Aufmerksam folgten sie den Erklärungen und Geschichten des Heimatpflegers Sigurd Burucker. Die meisten Ausstellungsstücke - von Fotos über Alltagsgeräte bis hin zu einem ganzen Klassenzimmer und dem alten Uhrwerk der Turmuhr - waren vom mittlerweile verstorbenen langjährigen Bürgermeister Hans Hübner zusammengetragen worden. Omas kamen mit Kind und Enkelkind und erzählten aus ihrer Vergangenheit. Beeindruckend waren die alten Bücher. Der Versuch der "jungen Generation", sie zu lesen, gestaltete sich schwierig.

Nur ein paar Meter entfernt, vor der Expositurkirche St. Johannes Evangelist, grübelten Kinder sowie Erwachsene über einem Kirchturm-Quiz. Bei den zehn Fragen wurde unter anderem nach Baustil, der Anzahl der Glocken, Kirchturmhöhe oder Anzahl der Stufen zum Glockenstuhl gefragt.

Über 50 Zuhörer nutzten die Möglichkeit einer Kirchenführung. In einem rund einstündigen Vortrag von Pater Benedikt Schuster erwartete sie ein kurzweiliger Streifzug durch die bewegte Geschichte dieser bemerkenswerten Rokokokirche. Erbaut wurde sie 1761 unter Abt Dominikus I. von Lieblein nach Plänen des Chorherrn Hugo Strauß. Michael Wild übernahm die künstlerische Gestaltung des Raumes. Weiter erklärte Pater Benedikt das Deckenfresko, das Szenen aus der Apokalypse des Johannes zeigt. Die acht kleinen Fresken geben Ereignisse aus dem Leben des heiligen Apostel Johannes wieder. Die Kirche ist ein schönes Beispiel für das barocke Schaffen der Künstler und Handwerker, die im Dienst des Klosters Speinshart standen.

Nach den Streifzügen in die Vergangenheit konnten sich die Besucher in der Gegenwart Kuchen und Kaffee im MCO-Clubheim schmecken lassen. Dort waren auch historische Fahrzeuge ausgestellt.

Die beiden Damen interessieren sich für das alte Grammophon aus dem Pfarrhof. Heimatpfleger Sigurd Burucker hatte das gute Stück mit Arbeit wieder zum Laufen gebracht.

Zum „Tag des offenen Denkmals“ gibt es auch ein Kirchturm-Quiz. Hier wird nach der Höhe des Kirchturms, Anzahl der Stufen zum Glockenstuhl und nach dem Baustil gefragt. Pater Benedikt Schuster (rechts) hilft den Kindern.

Ein altes Klassenzimmer interessiert besonders die Kinder. Sie konnten sich gar nicht vorstellen, wie die Schule früher war.

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