03.02.2020 - 13:17 Uhr
Oberbibrach bei VorbachOberpfalz

Musikalischer Mensch mit großem Gemeinsinn

Familienvater, Mensch von nebenan, Freund, Musikkamerad, Organist, Mann mit viel Gemeinsinn: Eine ganze Region erweist Ludwig Geigenmüller die letzte Ehre. Der „Luki“, wie ihn sein Bekanntenkreis nannte, war immer da, wenn man ihn brauchte.

Viele hundert Trauergäste und die Vereinswelt mit ihren Fahnenabordnungen versammeln sich zur Beisetzung der Urne von Luwig Geigenmüller auf dem Friedhof in Oberbibrach.
von Robert DotzauerProfil

Eine unüberschaubare Menschenmenge verneigte sich am Samstagvormittag ein letztes Mal vor Ludwig Geigenmüller, der vor drei Wochen an einer Lungenembolie verstorben war, und begleitete ihn - den geselligen und hilfsbereiten Menschen, den begeisterten Musikanten, den Kirchenmusiker und talentierten Alleinunterhalter, den Botschafter seiner Musikantenzunft, den Entertainer bei Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und Faschingsveranstaltungen - auf seinem letzten Weg.

Im Trauergottesdienst in der Expositurkirche St. Johannes Evangelist skizzierte Pfarrer Adrian Kugler noch einmal den Lebensweg von Ludwig Geigenmüller. Seit März 1970 verheiratet und Vater dreier Töchter, hätte er im März 2020 Goldene Hochzeit feiern können. Sein ganzes Arbeitsleben gehörte der Firma Leistritz.

Doch ein Stück dieses Lebensweges teilte er auch mit den Vereinen. Pater Adrian verwies auf das große Engagement bei der Feuerwehr, der Krieger- und Soldatenkameradschaft, den Hirthausfreunden und beim Kapellenbauverein Münchsreuth. „Ein Anruf genügte, und Ludwig war da“, wusste der Prediger auch mit Blick auf die Empore. Geigenmüller habe als Organist sein halbes Leben lang in allen Gefühlslagen die Gottesdienste mitgestaltet.

„Der Verstorbene hat mit Christus gelebt“: Mit dieser Feststellung verband der Prior Anmerkungen zum Familienleben, zur herzlichen Lebensgemeinschaft mit der Gemeinde und mit den Vereinen sowie zum Dasein für andere. Hoffnung gebe ein Wort von Leonard Cohen, dem Sänger und Schriftsteller: „Alles hat irgendwo einen Riss, aber genau das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt.“ Dieses Wort habe auch Ludwig Geigenmüller berührt. Kugler wünschte es sich auch als heilende Botschaft für alle: "Möge nach der Trauer um Ludwig Geigenmüller bald wieder Licht in die Herzen kommen."

Nach dem Gottesdienst mit Konzelebrant Pater Johannes zog die riesige Trauergemeinde, angeführt von einer Blasmusikgruppe und den Vereinsfahnen der Feuerwehr sowie der Krieger- und Soldatenkameradschaft Speinshart, zum Friedhof. Nach der Urnenbestattung dort würdigte Bürgermeister Albert Nickl in Vierfachfunktion die Verdienste des Verstorbenen. „Der 'Luk' war immer da und erfreute mit seinen Talenten die Menschen“, fasste der Bürgermeister zusammen.

Nickl beschrieb Geigenmüller als Mann mit stets guter Laune, ausgestattet mit beispielhaftem Gemeinsinn. Er verwies unter anderem auf dessen 20-jährige Tätigkeit als stellvertretender Vorsitzender des Kapellenbauvereins Münchsreuth, die 41-jährige Mitgliedschaft bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft - auch als Träger des Ehrenkreuzes des Soldatenbundes -, das Engagement bei den Hirthausfreunden und die Hilfsbereitschaft, wenn die Gemeinde gerufen habe.

Für die Feuerwehr Speinshart sprach Vorsitzender Stefan Schedl. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von "Luk" seien ansteckend gewesen, sagte er und verwies auf dessen 53-jährige Mitgliedschaft sowie Tatkraft bei vielen Einsätzen und Übungen, die bis zum Erwerb aller Leistungsabzeichen bis zur Stufe Gold geführt habe. „Ein prägender Geist hat uns verlassen“, bedauerte Schedl.

Im Namen der Schützengesellschaft St. Sebastian verabschiedete sich Vorsitzender Martin Schmid vom „Haus- und Hofmusikanten“ des Vereins. "Der Ludwig" habe die Räumlichkeiten des Vereinsheimes mit seinem musikalischen Talent zum Leuchten gebracht. Thurn verneigte sich vor einem grandiosen Unterhalter und Entertainer mit Heimatbewusstsein. Den musikalischen Schlusspunkt setzte die Blaskapelle mit dem "Lied vom guten Kameraden".

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