Hoffnung liegt auf der Dorferneuerung

Seit 36 Jahren ist die Wählergemeinschaft der früheren Gemeinde Heinersreuth beständig im Kirchenthumbacher Marktgemeinderat vertreten. Die 16 Kandidatenkollegen der „Liste 10“ vertrauen darauf, dass dies weiterhin so sein wird.

Als Stimme der Altgemeinde Heinersreuth die Zukunft der ganzen Marktgemeinde Kirchenthumbach mitgestalten wolle die Wählergemeinschaft Heinersreuth, betont Ratsmitglied Rudi Stopfer bei der Wahlversammlung in Oberlenkenreuth.
von Bernhard PiegsaProfil

Doch hierfür, sagte Ratsmitglied Rudi Stopfer bei der gut besuchten Wahlveranstaltung im Gasthof Mauth, brauche es mehr denn je die Solidarität der Wähler aus dem westlichsten Zipfel des Landkreises Neustadt/WN: „Die Zahl der Wähler in unserer früheren Gemeinde ist kleiner geworden, und obendrein gilt ein neues Sitzzuteilungs-Berechnungsverfahren, das die kleinen Wählergemeinschaften gegenüber früher etwas schlechter stellt.“ Als Stimme der Altgemeinde Heinersreuth wolle die Wählergemeinschaft (WG) gleichermaßen „für die gesamte Marktgemeinde wie für die besonderen Heinersreuther Anliegen da sein“, betonte Stopfer.

Dementsprechend streifte sein Rück- und Ausblick sowohl Heinersreuther als auch Gesamt-Kirchenthumbacher Themen. In der zurückliegenden Wahlperiode sei die WG in keinem Ausschuss vertreten gewesen, bedauerte Stopfer: „Da ich das einzige Ratsmitglied gewesen bin, hatte die WG keinen Fraktionsstatus.“ Andererseits sei aber die Geschäftsordnung des Marktgemeinderats geändert worden: „Deshalb wurden viele Entscheidungen fortan nicht mehr in den Ausschüssen, sondern im Ratsplenum getroffen, und ich war an den Beratungen beteiligt.“

An Herausforderungen werde es in den nächsten Jahren nicht mangeln, war sich Stopfer sicher: „Die Einwohnerzahl im alten Gemeindebereich war in den letzten Jahren rückläufig, vor allem junge Leute sind weggezogen. Deshalb gibt es Leerstände.“ Immerhin seien aber auch drei Häuser und ein paar Anbauten neu errichtet worden. Diese Entwicklung werde sich hoffentlich fortsetzen, wenn sich der lang gehegte Wunsch einer Dorferneuerung für Heinersreuth und Lenkenreuth erfüllen sollte: „Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hat bereits informell sein Einverständnis signalisiert; nun muss noch der Marktgemeinderat einen Zustimmungsbeschluss fassen.“

Dass die Verwirklichung dieses Traumes in greifbare Nähe gerückt sei, verdanke man maßgeblich der Fürsprache von Bürgermeister Jürgen Kürzinger und des Landtagsabgeordneten Tobias Reiß, unterstrich Rudi Stopfer. An Ideen fehle es nicht: „Angedacht sind beispielsweise eine Aufhübschung der beiden Dorfplätze, ein neues Bushäuschen und ein neuer Glockenturm für Lenkenreuth, ein Gemeinschaftshaus für Heinersreuth, die Sanierung einiger Ortsstraßen und Maßnahmen zur Verbesserung der Schulwegsicherheit.“

Auch private Sanierungsmaßnahmen wären förderfähig. Am Gelingen der Dorferneuerung zweifele er nicht: „Wir haben gut funktionierende Dorfgemeinschaften, wie das in Heinersreuth von den Einwohnern mit finanzieller Rückendeckung der Gemeinde neu gebaute Holz-Buswartehäuschen oder das ‚Hascharader Oktoberfest‘ beweisen.“

Welche Projekte in den endgültigen Maßnahmenkatalog aufgenommen würden, entscheide sich nach dem Antrag der Marktgemeinde auf Einleitung des Dorferneuerungsverfahrens: „Das ALE wird die Einwohner zu einer Informationsversammlung einladen, bei der über die Einzelheiten beraten wird.“ Die Gemeinde könne mit einer bis zu 70-prozentigen Förderung rechnen, der Startschuss für die ersten Maßnahmen falle womöglich noch im nächsten Jahr.

Hintergrund:

„Volles Rohr“ statt „Flaschenhals“

Beachtliche Fortschritte, erklärte Marktgemeinderat Rudi Stopfer in der Wahlversammlung der Wählergemeinschaft Heinersreuth, habe die Breitbanderschließung gemacht: „In Heinersreuth bietet das Festnetz eine Kapazität bis 100 Megabit pro Sekunde, außerdem stellen alle drei Netzbetreiber eine Versorgung mit LTE-Funk-Internet sicher.“

Ähnlich gut sei die Situation in Heinersberg und Rothmühle. Lenkenreuth, Krücklasmühle und Knittelhof würden in naher Zukunft sogar mit 200 Megabit versorgt. „Mehr kann man sich gegenwärtig fast nicht wünschen“, resümierte der Redner.

Nachholbedarf sah er demgegenüber noch bei der Wasserversorgung: „Vor allem in Heinersreuth gibt es spürbare Druckschwankungen.“ Ursache sei ein „Flaschenhals“ in Lenkenreuth: „Die sonst mit DN-100-Rohren verlegte Versorgungsleitung wird hier für ein kurzes Stück auf DN-80-Rohr reduziert. Das soll aber demnächst geändert werden, und dann sind auch die Hydranten wieder voll nutzbar.“ In anderen Ortsteilen seien Verbesserungen am Wassernetz ebenfalls bereits vollzogen oder noch im Gange. (bjp)

Im Blickpunkt:

Fast alle Wahlziele erreicht

In der Wahlversammlung der Wählergemeinschaft Heinersreuth ging Rudi Stopfer auch auf die Nutzungsrecht-Neuregelungen in den bisherigen „Rechtlerwäldern“, den erfolgreichen Einsatz für die Erhaltung des Heinersreuther Wahllokals, die in mehreren Ortsteilen eingerichteten Baxi-Haltestellen, die Aufwertung von Feuerwehrhaus, Spielplatz, Fußballplatz und Wanderweg sowie den bei Heinersreuth errichteten Aussichtsturm ein.

Ausführlich würdigte der Leiter einer Bayreuther Realschule den in puncto Zweckmäßigkeit, Sicherheit und Ästhetik ambitionierten Schulneubauplan in Kirchenthumbach. Ein wertvoller „Zukunftsbeitrag“ seien auch die neuen Bau- und Gewerbegebiete.

Alles in allem habe man erreicht, dass der Wahlzielkatalog von 2014 so gut wie komplett abgearbeitet worden sei: „Fast alle Maßnahmen wurden verwirklicht oder auf den Weg gebracht. Nur die Verbindungsstraßen-Instandsetzung steht noch aus, weil auf den Prioritätenlisten andere Straßen noch Vorrang hatten. Aber wir wollen in der neuen Wahlperiode dranbleiben, denn einige Gemeindestraßen, insbesondere bei Krücklasmühle, Knittelhof oder Heinersberg, sind in ruinösem Zustand.“ Zum Schluss erläuterten Johann Gilch und Rudi Stopfer das Wahlsystem für die Kreis- und Gemeindewahlen. (bjp)

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